Borken (Kreis Borken)

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Disambiguation notice Borken ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Borken.


Hierarchie

Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Regierungsbezirk Münster > Kreis Borken > Borken (Kreis Borken)

Kriegsende: Notgeld, Papier 1918/20
Kriegsende: Notgeld, Papier 1918

Inhaltsverzeichnis

Name

Erstmals im 9./10. Jh. als „Burke" in den Güterverzeichnissen des Klosters Werden genannt. Burcken 1142, Borken1188, Burken 1192, Borcen 1224, Burecken et Bureken 1249, Borken 1270.

Siegel, Wappen, Fahne

Beschreibung:

Wappen: Das Wappen der Stadt Borken zeigt ein sogenanntes Architekturbild. Man sieht in silbernem Schilde eine rote Burg mit doppelter Toröffnung und drei Türmen, von denen der mittlere eine Fensterrose in Form eines Vierpasses aufweist. Mit den als altüberliefert geltenden Farben Rot und Silber (Weiß) wurde es 1909 neu festgesetzt und erhielt am 24. Juni 1910 die königliche Bestätigung.

Siegel Das Wappen ist eine genaue Nachbildung des ältesten Borkener Stadtsiegels, das seit 1263 bezeugt ist.

Ansiedlung

Bild von 1601 mit Wassergraben, Erdwall und Steinmauer (bis 9 m hoch - 1,50 m dick). 8 Rundtürme und 6 Wachttürme verstärkten die Anlage. 4 Stadttore mit Torhäusern und Brücken. Reste der Stadtmauer, des Grabens, 1 Wachtturm und fünf Rundtürme sind erhalten und restauriert.
Ansicht des Grundrisses der Innenstadt nach dem Urkataster von 1824

Durch Ausgrabungen nach dem 2. Weltkrieg konnte ein Hof der Karolingerzeit auf dem heutigen Marktplatz nachgewiesen werden, der im Schnittpunkt alter Fernwege und in der Nähe einer Furt durch die Aa lag.

1224 belehnt König Heinrich VII. Sophie, Gemahlin des Grafen Otto von Ravensberg, mit einem Hof in Borken.

Stadtrecht

1224/25 Verleihung der Stadtrechte durch Bischof Dietrich III. von Münster.

1249 bewilligt der Münstersche Bischof Otto III. der Stadt Borken einen 4 tägigen, vor und nach Michalis zu haltenden, Jahrmarkt.

1280 bestätigte Bischof Everhard von Münster den Bürgern von Borken die ihnen vom Bischof Dietrich (1218-1226) verliehenen Privilegien (Stadtrechte).

1297 bewilligt Fürstbischof Everhard von Münster einen viertägigen Markt zum Fest des hl. Georg.

1594 folgten der Sakramentimarkt und 1798 zwei weitere Jahrmärkte.

Stadtbefestigung

Der im 14. Jh. abgeschlossene Mauerring bildete bis ins 19. Jh. den Umfang der Stadt. Die 5 noch erhaltenen Türme der ehem. Stadtbefestigung wurden alle bis 1979 (Diebesturm als Stadtarchiv 1976) wiederhergestellt.

Bürgerschaft

Das Bürgerrecht erwarb man durch Geburt in eine ansässige Bürgerfamilie oder nach entsprechender Antragstellung durch Verleihung und Vereidigung durch den Stadtrat. Voraussetzungen waren persönliche Freiheit (Freibrief), selbständiger Haushalt, ausreichendes Einkommen oder ein aussichtsreicher Beruf und eine bestimmte Religionszugehörigkeit (Taufschein). Die erforderlichen Nachweise wurden im Stadtarchiv abgelegt. In einem Bürgerbuch oder auch in Stadtprotokollbüchern wurden die Neubürger erfaßt.

Nicht jeder Stadtbewohner hatte die selben Pflichten und Rechte. Es gab auch Minderbürger und Pfahlbürger ("Paolbörger", die vor den Pfählen wohnten).

Bürgerechtsquelle-Bürgerbuch

  • Borken, (zw. 1222 u. 1226), Verzeichnis der Bürgergeldzahlungen 1810-1836. Ratsprotokolle 1733-1741 und 1805-1810 mit protokollarischen Niederschriften über Bürgeraufnahmen (Stadtarchiv Borken).

Kluchten

Die Bürger - in 4 Kluchten (Stadtviertel) aufgeteilt -wählten über Wahlmänner die Zwölflinge oder Schöffen.

Kurpfennig

In einem Samtbeutel wurde seit dem Mittelalter im Rathaus der Kurpfennig (Churpenningh)aufbwahrt. Dieser verschnürte Samtbeutel enthielt 12 Pfennigstücke, darunter 4 goldene Pfennige. Mit Hilfe von Vorwahlen und dieser 12 Kurpfennige wurde der Rat der Stadt Borken gekürt oder erkoren.

Ratswahl

  1. Die Woche vor der Ratwahl war die sogenannte "Rechenwoche", in der die Funktionsträger des alten Rates oder die Provisoren die von ihnen geführten Stadt-, Armen-, Mühlen-, Accisen-, Ziegel-, Kalkofen- und Kirchenrechnungen zur Revision vorlegten, so ist es den Rechnungsbüchern zu entnehmen, auch im Jahre 1588.
  2. Die Ratswahl fand stets am Freitag nach Epiphanie (= 06. Januar) statt und war für alle Bürger ein Festtag.
  3. Am Wahltag selbst fanden sich die Bürger beim Läuten der Uhrglocke um 8 Uhr auf dem Marktplatz ein, und zwar getrennt nach den 4 Kluchten (Nachbarschaftsquartiere).
  4. Im ersten Wahlgang wurden aus jeder Klucht 12 achtbare Bürger direkt gewählt, welche aus dem Kurpfennigbeutel, in dem unter 12 Pfenningen 4 goldene waren, je einen Pfennig ziehen mussten. Die Zieher der 4 "goldenen" Pfennige waren die gekürten oder erkorenen Wahlmänner der 4 Kluchten.
  5. Diese 16 Wahlmänner wurden vom Stadtrichter vereidigt und wählten direkt 8 im Stadtwesen erfahrene "Gemeinsleute" , auch "Achtermänner" genannt.
  6. Die Achtermänner oder Gemeinsleute wurden nach der Vereidigung durch den Richter im Rathaus eingeschlossen und wählten die 12 Ratsschöffen oder Zwölflinge der Stadt.

Bürgermeisterwahl

  1. Die gewählten Zwöflinge wurden von den Stadtdienern über ihre Wahl verständigt und durch Läuten der großen Glocke auf das Rathaus gerufen und nun ebenfalls vom Richter in Eid genommen.
  2. Die beiden jüngsten Schöffen wählten nun aus den Reihen der Ratsmitglieder die beiden Bürgermeister.

Bürgermeister

  • 1588 Peter Homecken und Arnold Wynen.
  • 1832/35: Bürgermeister Kaufmann C.A. Winters.

Aufwandsentschädigung

Eine Entschädigung für die Ratmitglieder gab es vor 1803 nicht, allerdings waren sie von Landeskontributionen befreit. Bei Dienstreisen gab es Zehrgeld.

Stadtsekretär

Verwaltungsleiter war der vom Rat bestellte und besoldete Stadtsekretär.

Gilden

Das Bürgerrecht war Voraussetzung zur Aufnahme in die Gilden. Zum Erwerb des Bürgerrechts und beim Eintritt in eine Handwerkergilde war ein Zeugnis freier Geburt oder ein Freikaufsbescheinigung / Freibrief vorzulegen

Für die Wollweber- und Tuchmachergilde wurde 1346 eine Satzung erlassen. Um 1600 waren im Gildenverzeichnis der Stadt (Stadtarchiv) in 11 Gilden 143 Handwerker erfasst.

Stadtgericht

Der bischöfliche Richter verlor Anfang des 14. Jh. seine führende Stellung in der Stadt an die beiden Bürgermeister.

Hansegrafschaft

1260 wird die von der Reichsstadt Dortmund lehnrührige Hansegrafschaft Borken erwähnt.

Im 14. und 15. Jh. ließen sich viele Borkener in den Ostseeländern, insbesondere in Lübeck, nieder. Die Stadt trat aber erst im 16. Jh. der Hanse als Schutzgenossin bei.

Handel und Gewerbe

Die in Borken schon stark vertretene Leinenweberei erlebte um 1840 ihre letzte Blüte, der Borkener Markt war ein bedeutender Umschlagplatz für Leinen aus dem ganzen Münsterland.

Maße und Gewichte

Industrialisierung

Die erste mechanische Weberei entstand um 1870/75. Die Stadt blieb Mittelpunkt einer ländlichen Umgebung und Verwaltungszentrum.

Stadtmühle

Um 1600 war eine Windmühle Bestandteil der Stadtmauer. Es herrschte Mahlzwang.

Landtagsfähigkeit

Borken stand unter den landtagsfähigen Städten des Braemquartiers, die an der Borkener Hegge tagten, an 3. Stelle und beteiligte sich 1370 an der Landesvereinigung.

Allgemeine Information

Politische Einteilung

Landesherrschaft

Amt Gemen-Weseke

  • Amt Gemen-Weseke: Bis 1806 Herrschaft Gemen.
  • 1806-1810 Ftm. Salm.
  • 1810 Kaiserreich Frankreich.
  • 1813-1815 preuß. Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein.
  • 1815-1946 Prov. Westfalen, ab 1816 Krs. Borken.


Ehemaliges Amt im Kreis Borken (Regierungsbezirk Münster)

Amt Anholt | Amt Bocholt | Amt Borken | Amt Dingden | Amt Gemen | Amt Gescher | Amt Heiden | Amt Liedern | Amt Marbeck | Amt Raesfeld | Amt Ramsdorf | Amt Reken | Amt Rhede | Amt Velen | Amt Werth | Amt Weseke |

Zusammenlegungen: Amt Gemen-Weseke | Amt Heiden-Reken | Amt Liedern-Werth (Kreis Borken) | Amt Marbeck-Raesfeld | Amt Velen-Ramsdorf |


Kommunale Neuordnung

  • 1836 revidierte Städteordnung.
  • 1969 Stadt Borken aus Stadt Borken und den Gem. Stadt Gemen, Ksp. Gemen, Weseke, Borkenwirthe, Grütlohn, Hoxfeld, Marbeck, Rhedebrügge, Westenborken; die Stadt Borken ist Rechtsnachfolgerin der Ämter Gemen-Weseke und Marbeck-Raesfeld.
  • 1969 Unter Auflösung der Ämter Gemen Weseke und Marbeck-Raesfeld wurden die Stadt Gemen (Borken) und die Gemeinden Borkenwirthe (Borken), Gemen-Kirchspiel, Grütlohn (Borken), Hoxfeld (Borken), Marbeck (Borken), Rhedebrügge (Borken), Weseke (Borken) und Westenborken (Borken) zum 1. 7. 1969 mit der Stadt Borken (vorher 1300 ha, 13900 Einwohner) zusammengeschlossen.

Stadtteile

Bevölkerung

  • Quellen
    • Bistumsarchiv Münster, Generalvikariat, Bestand Borken: Pfarr- und Probsteikirche ad. s. Remigium E.C. Pfarre, darin
      • Einwohnerverzeichnis ca. 1674 (Bestand A6)
      • Nomina parochianorum 1708, 1716, 1718, 1744 (Bestand A4)
      • Nomina acatholicorum 18. Jhdt. (Bestand A6)
      • Einwohnerliste 1770 (Bestand Hs. 126 f.155)
  • Quelleneditionen und Bearbeitungen:
    • Einwohnerverzeichnis 1662, Abschrift: Alfons Nubbenholt, Heinrichstraße 26, 48683 Ahaus
    • Einwohnerverzeichnis 1662, Bearbeitung: Paul-Guido Gerwe, Eisenbahnstraße 79, 63110 Rodgau
    • Kommunikantenliste 1708. Bearbeitet von: Paul-Guido Gerwe, Eisenbahnstraße 79, 63110 Rodgau
    • Einwohnerverzeichnis 1716. Bearbeitet von: Ernst-Georg Raaf, Kuchenheimer Straße 90 b, 53881 Euskirchen.
    • Einwohnerverzeichnis 1718. Bearbeitet von: Ernst-Georg Raaf, Kuchenheimer Straße 90 b, 53881 Euskirchen.
    • Einwohnerverzeichnis 1744. Bearbeitet von: Ernst-Georg Raaf, Kuchenheimer Straße 90 b, 53881 Euskirchen.

Einwohnerzahlen

Einwohner 1981: 32 584

Bedrängnis und Unbill

Durch die sog. „Cyriakusschlacht", in der die Borkener 1323 bei Lette ein geldrisches Heer überfielen, stieg die Stadt in der Gunst des Bischofs.

2. Weltkrieg

Im März 1945 wurde der Stadtkern zu beinahe 80% zerstört.

Schulen

Die seit Anfang des 15. Jh. bestehende Lateinschule hatte unter Meister Gert ten Gildehus (1500-1540) einen hohen Rang.

Neben 8 Grund- und 3 Hauptschulen befanden sich 1975 in Borken die Sonderschulen für Geistig- und Lernbehinderte (Schulzentrum Gemen, 1978), 2 Realschulen, die Gymnasien Remigianum (seit 1928, vorher Latein- bzw. Rektoratsschule, Neubau 1968) und Mariengarden (in Burlo), die Kreisberufsschule mit gewerblicher, kaufmännischer, hauswirtschaftlicher und landwirtschaftlicher Abteilung (gegr. 1935, Neubau 1962, erw. 1980), eine Berufsfachschule und das Bezirksseminar für das Lehramt an der Hauptschule (Gemen) sowie für die Weiterbildung, u. a. die Musikschule (1972, auch für Raesfeld, Velen und Reken) und die 1973 vom Kreis abgegebene Volkshochschule (gegr. 1946, seit 1976 auch für Gescher, Heiden (Kreis Borken), Raesfeld, Reken und bis 1981 Velen).

Wohlfahrtspflege

Die Stadtwerke versorgen Borken und z. T. die Nachbargemeinden mit Wasser, Strom und Gas. Ein neues Wasserwerk entstand 1968, das Zentralklärwerk wurde 1978/81 erweitert.

1845 Marienhospital gegründet, 1972/78 Neubau als Hochhaus

Verwaltungszentrum

Borken war 1975 Sitz der Kreisverwaltung, Kreispolizeibehörde, Landwirtschaftskammer, eines Amtsgerichts, Finanzamts, Forstamts und einer Arbeitsamtsstelle.

Garnisonsstadt

Unter Fürstbischof Christoph Bernhard bis zum Siebenjährigen Krieg war Borken Garnisonstadt und von 1817 bis 1873 Sitz des Stabes eines Landwehrbataillons. Heimatkundlich und genealogisch sind hier Militärkirchenbücher interessant.

Familie von Borken

Heinrich von Borken (1188)

Kirchenwesen

Kirchenbuch St. Remigius (rk.) Borken Vorsatzseite 1614 mit Hinweis auf das Konzil von Trient

Religionsunruhen, Reformation

Seit der Einführung der Reformation in Gemen 1561 fand der neue Glaube auch in Borken Anhänger; so predigte der Gemener Pfarrer 1580 in Borken öffentlich, und im Rat wurde 1584 die Abschaffung der kath. Religion gefordert.

Die Religionsunruhen in Borken hielten von 1884 bis 1714 an. 1612 wurde mit Ferdinand, Herzog von Bayern, ein radikaler Vertreter des Katholizismus Bischof in Münster Er betrieb mit allem Nachdruck die Gegenreformation in seinem Lande. In drohenden Verfügungen ordnete er an, das alle Nicht-Katholiken ausgewiesen werden sollten. Die Pfarrer mußten jährlich Listen darüber einsenden, wer bereits wieder katholisch geworden war. Sie sind im Diözesanarchiv oder als Erstschrift teilweise in einzelnen Pfarrarchiven unter den Titel „Einwohnerverzeichnis“, Einwohnerliste oder „Nomina parochianum“ für das jeweilige Kirchspiel oder als „Nomina acatholicorum“, einem Verzeichnis der Nichtkatholiken eines Kirchspiels erhalten.

Nach einer Verordnung Ferdinands sollte es nur noch katholische Beamte geben. Wer nicht katholisch werden wollte, wurde seines Amtes enthoben.

Trotzdem weigerte sich die Stadt 1623 - ohne Erfolg -, die Truppen der kath. Liga aufzunehmen, was sie vorübergehend den Verlust ihrer Rechte kostete und die Ausweisung der letzten ev. Familien brachte.

Pfarrei

1142 wir ein Presbyter Rudolf genannt. Die parrochia Borken wird 1221 erwähnt. 1188 – 1300 parrochia Borken im Güterverzeichnis der Grafen von Dale.

St. Remigius

Die Urpfarrei Borken (hl. Remigius) ist sehr wahrscheinlich vor der Missionierung durch Liudger auf Königsgut um 780/790 entstanden und hatte einen Umfang von etwa 500 qkm.

Der Borkener Johann Walling konnte 1433 - als päpstlicher Kaplan und Richter - bei Papst Eugen IV. die Erhebung der Pfarrkirche zur Kollegiatkirche erreichen, deren Kapitel noch heute rechtlich besteht.

Kollegiatkirche St. Remigius

Dechant
  • Herr Hermann Johann Nepomuc van Coeverden, S. Kuhrfürstl. Gnaden Hof- und Schloß- Kapellan zu Ahausen und Vicarius in der Pfarrkirche daselbt (1776)
Canonici
  • Herr Johann Theodor Widenbruck, Senior (1776)
  • Friderich Christian Arning (1776)
  • Ferdinand Arning (1776)
  • Herr Valentin Rindermann (1776)
  • Ferdinand Steinhausen (1776)
  • Gerhard Bernard Duesberg (1776)
  • Johann Caspar Osthoff (1776)
Vicarius
  • Herr Johann Matthias Rave (1776)
Kirchenbücher

St. Remigius Kirchenbuchverkartung auf Basis der Batchnummern der Mormonen wurden bearbeitet: Taufen und Heiraten 1614 – 1640 (ohne Batchnummern), Taufen 1681 – 1714 (C985713), Taufen 1715 – 1746 (C985723), Heiraten 1686 – 1746 (M985713).

Das Grundgerüst der Mormonendaten wurde anhand von Quellenkopien ergänzt und korrigiert. Bearbeiter: Paul-Guido Gerwe, Eisenbahnstraße 79, 63110 Rodgau, eMail: pggerwe@yahoo.de mit Unterstützung von Petra Hoelzemann-Telege, 4845-55B St. V4K 3V7 Delta, Canada, eMail: gertrudthoene@yahoo.ca

Taufbuch St. Remigius Borken (rk.) 1640 mit Spalteneintragung für Namen der Täuflinge, Eltern, Paten und des Datums


Lembeck abgetrennt

Abtrennung von Lembeck im 9. Jh. bis in das 12. Jh. mit etwa 200 qkm.

Ludgerikapelle

1201-1203 bestätigt der Münstrische Bischof Hermann die Stiftung einer Kapelle „in uilla Borken ad honorem beati Ludgeri confessoris“ durch Bernhard Werence. In dieser Urkunde wird auch Heinrich, pastor et Decanus genannt.

Johanniterorden

An der Ludgerikapelle (heute Johanniskirche) stiftete 1263 der Ritter Bernhard Werenzo mit Unterstützung seiner Brüder und Verwandten eine Johanniterkommende.

1658 erwarben die Kapuziner von den Johannitern die "ruinosa Commenda Borkensi".

Kapuziner

Die 1629 zur Rückführung zum kath. Glauben angesiedelten Kapuziner mußten zwar von 1633 bis 1650 der hessischen Besatzung unter Landgraf Wilhelm weichen, übernahmen aber 1658 von den Johannitern die "ruinosa Commenda Borkensi" im Tausch gegen ein Bürgerhaus.

1696 brach man die alte Johanniterkirche (Ludgerikapelle) ab und begann mit einem Neubau, der 1777 durch ein südl. Seitenschiff erweitert wurde.

Besitzwechsel

Durch Kaiserliches Dekret vom 14. Nov. 1811 gingen Kirche und Kloster 1812 in französischen Besitz, 1815 in preußischen Besitz über. Das Kloster diente als Magazin, dann als Landwehrzeughaus und schließlich als kath. Volksschule, die Kirche zeitweise als Lazarett. 1819 konnte in der Kirche wieder Gottesdienst gehalten werden. 1857 erwarb die Pfarrgemeinde das Gotteshaus. 1945 wurden die alten Klostergebäude durch Bomben zerstört

Spital zum Heiligen Geist (Borken)

Das Spital zum Hl. Geist wurde 1333 gestiftet. Es diente der leiblichen und seelischen Erbauung der Armen. Die Heiliggeistkirche ist seit 1967 Heimatmuseum.

Archiv Armenwesen

  • Bistumsarchiv Münster (BAMNS), Bestand Generalvikariat, Borken,Armenwesen, darin Einkünfte des Geisthospitals 1663, Armenstiftungen Rave 1684, Pottgießer 1765. Verwaltungakten, Armenrechnungen 1661-1789, Armensachen 18. Jhdt.
  • Archiv der Stadt Borken, Gesamtüberlieferung, darin Armenrechnungen ab 1490

Kloster Marienbrink

Aus einem im 14. Jh. entstandenen Beginenhaus erwuchs das Kloster Marienbrink, das sich 1463 dem Augustinerorden anschloß und 1803 aufgehoben wurde.

Geschichte

Kunsthistorische Sehenswürdigkeiten

Historische Persönlichkeiten

Brauchtum

An altem Brauchtum hat sich die „Maitremse" erhalten.

Genealogische und historische Gesellschaften

  • Geschäftsstelle für Heimatpflege Kreis Borken, Burloer Straße 93, 46325 Borken
  • Heimat- und Naturschutzverein Burlo, Kontakt: Josef Meier, Am Rosengarten 18, 46325 Borken - Burlo, Telefon: 02862 90990
  • Heimatverein Borken e.V., Kontakt: Vorsitzende(r) Alfons Thesing, Lessingweg 10, 46325 Borken, Telefon: 02861 3545
  • Heimatverein Gemen e. V., Kontakt: Vorsitzende(r) Herr Albert Rentmeister,Martin-Luther-Strasse 5 46325 Borken - Gemen, Telefon: 02861 3833, E-Mail: heimatverein-gemen@gemen-online.de Internet: [1]
  • Heimatverein Marbeck e. V., Kontakt: Vorsitzende(r) Maria Schwane, Feldweg 8, 46325 Borken - Marbeck, Telefon: 02867 490, E-Mail: heimatverein@marbeck.de, Internet: [2]
  • Weseker Heimatverein e. V., Kontakt: Johannes Beering, Bogenstarße 23, 46325 Borken - Weseke, Telefon: 02862 3322, E-Mail: j.beering@arcor.de

Genealogische und historische Quellen

Schatzungslisten / Steuerlisten

Reichs- und Landesschatzungen

Quellen der Heimat- und Familienforschung: Willkommschatzung bei Einführung eines neuen Bischofs, Türkensteuer, Hausschatzungsregister teilweise mit Berufen, Namen der Hausgenossen, Zustand der Stätten .........

Bevölkerungslisten

Vom Fürstbistum wurde häufiger in Kirchspielen aus verschiedenen Gründen die Erfassung der Einwohner nach unterschiedlichen Kriterien angeordnet. Dies gibt Einblicke in die historische Demografie und deren Ansätze.

  • Bevölkerungslisten im Fürstbistum Münster
    • Stadt und Kirchspiel Borken
    • Quellen
      • Bistumsarchiv Münster, Generalvikariat, Bestand Borken: Pfarr- und Probsteikirche ad. s. Remigium E.C. Pfarre, darin
        • Einwohnerverzeichnis ca. 1674 (Bestand A6)
        • Nomina parochianorum 1708, 1716, 1718, 1744 (Bestand A4)
        • Nomina acatholicorum 18. Jhdt. (Bestand A6)
        • Einwohnerliste 1770 (Bestand Hs. 126 f.147, Hs. 139 f. 198.)
    • Quelleneditionen und Bearbeitungen

Personenstandsarchiv

Westfalen-Lippe in Detmold

Borken (M), Laufzeit: Z GAHT 1812-1814, kath GHT 1815-1874, ev (Mil) GHT, 1846,1850, Juden (Bgm) GHT 1822-1847, (GB) GHT 1847-1874

Genealogische Quellen

Archive und Bibliotheken

Stadtarchiv Borken

Gesamtüberlieferung: 84 lfd. m. (ab 1263): 700 Urkunden 1263-1845. -

  • Bestand Stadt Borken: Akten A, 244 Akten 1490-1811, darin: Armenrechnungen ab 1490, Stadtrechnungen ab 1502, Markensachen ab 1537, Rechtsprechung ab 1543, Ratswahlen ab 1545, Lagerbuch 1798; Akten B, 932 Akten 1812-1945. -
  • Bestand Amt Gemen-Weseke: Akten A, 972 Akten 1814-1938, darin: Statistiken ab 1844, Zeitungsberichte ab 1845, Ratsprotokolle ab 1845; B, 386 Akten 1924-1970. -
  • Bestand Amt Marbeck-Raesfeld: A 212 Akten 1663-1970; (Bestände vor 1945 teils verbrannt).

Inhaltsverzeichnis

Literatur: Inventar nichtstaatlicher Archive (INA) Krs. Borken 1901 S. 48-57:

Borken, Stadt. Stadtarchiv, völlig ungeordnet; die Urkunden in einem Schranke des städtischen Sitzungszimmers, die Akten in einem Schranke auf dem Flur. Ordnung beabsichtigt. Kurz regestiert sind 51 Urkunden 1299-1400. Aus den Akten anzuführen: Rentmeisterrechungen ab 1486, Mühlenrechnungen ab 1502, Bruderschaft S. Antonii et Sebastiani ab 1527, Schatzungsregister ab 1602; Stadtprotokolle ab 1675, Chronik der Stadt Borken 1842. -

INA Krs. Borken 1901 S. 130-132:

Amt Marbeck-Raesfeld, Amtssitz Borken. Im Anfang dieses Jhs. die Verwaltung des Amtes mit der der Stadt Borken in Personalunion verbunden, daher noch viele Stadt Borkener Archivalien hier. Gutes Repertorium der reponierten Akten, 1876 angelegt. Aufgeführt u.a. Handwerker in der Stadt Borken Ende 16. Jh.; Ratswahl Borken 1657; Borkener Stadtrechnungen 1624, 1673, 1731, 1740, 1741,1757; Borkener Schatzungsregister 1675, 1692, 1708; Rechnungen, Schulden und Schätzungen Bauerschaft Marbeck 17. Jh. -Chronik Bürgermeisterei Marbeck 1812-1822.

INA Krs. Borken 1901 S. 78-79:

Amt Gemen-Weseke. 1 Urkunde von 1719 über die Stiftung des Franziskanerklosters Gemen; Bürgerbuch von Gemen ab 1693; Arme zu Ramsdorf 17. Jh. - Fragebogen 1926.

Staatarchiv Münster

Neben dem Hauptbestand im Stadtarchiv Borken existiert ein kleiner Bestand Borken im Staatsarchiv Münster:

  • 15 Akten (1Karton) 1475-1759, Findbuch A 180 I
    • Darin: Religionsunruhen 1584-1714, Kirchen- und Stadtrechnungen, Stadtbuch 1475 (Rest), Kirchen-, Armen-, Finanzsachem, Militaria.
      • Verweis: Akziseregister, geschichtliche Nachrichten in Msc. und Altertumsverein Münster Msc.. Vergleiche auch die Kindlingersche Sammlung (Msc. II).

Archiv Anholt

Fürstliches Salm-Salm`sches und Fürstlich Salm-Horstmar`sches gemeinschaftliches Archiv, Bestand C Klosterarchive….bis 1803: Darin Kollegiatsstift St. Remigius in Borken, 13 Urkunden (1607-1782), 1 Karton Akten (1796).

Kirchenarchive

  • Generalvikariat im Bistumsarchiv Münster: Das Pfarrarchiv der Kirche St. Remigius beginnt um 1430, darin: Designatio deren Nachrichtungen die Stadt Borken betreffend, so bei der Hofkammer obhanden.
  • Lokales Pfarrarchiv: Das Pfarrarchiv und die Kirchenbücher von St. Remigius in Borken liegen im Pfarrbüro.
  • Die Kopien der Kirchenbücher von St. Remigius liegen in Münster. Laufzeiten: Taufen ab 1614, Heiraten ab 1614, Tote ab 1771.


Bibliografie

Bibliografie-Suche

Periodika

Periodische erschienene und erscheinende Veröffentlichungen zu den Themen Heimat- und Familienkunde, welche das Westmünsterland den Altkreis Ahaus und den Kreis Borken tangieren:

Vestische Zeitschrift seit 1891

Seit 1891 besteht diese Reihe als heimat- und personengeschichtliche Quelle ersten Ranges. Ihr Schwerpunkt bildet zwar das Vest und der Kreis Recklinghausen, aber auch das Umfeld rund herum findet sich in den Veröffentlichungen wieder. Unter der Kategorie „Vestische Zeitschrift“ befindet sich ein Gesamtverzeichnis der bereits erstellten Einträge.

Aus dem 3. Orts-, Personen und Sachregister betreff diesen Ort, für die Bände 41-65 von 1934 bis 1963.

Lokalzeitung

  • Borkener Zeitung: Um die zehn Redakteurinnen und Redakteure und zahlreiche freie Mitarbeiter sorgen dafür, dass die BZ nah am Geschehen ist. Die Lokalredaktion sitzt im Verlagsgebäude der Borkener Zeitung an der Bahnhofstraße 6 in 46325 Borken, Tel.: (02861) 944-0 - Fax: (02861) 944-109 Web: [3]

Zeitungsarchiv

Im Stadtarchiv lagern Duplikate: Borkener Wochenblatt 1895-1912. - Borkener Zeitung 1919-1940 mit Lücken, ab 1950. - Neue Westf. Zeitung 1945-1949, insgesamt 1996 150 Bände, 19./20. Jh.

Internetlinks

Offizielle Internetseiten

http://www.Borken.de

Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote

Auf der nachfolgenden Seite können sich private Heimat- Familienforscher eintragen, die in diesem Ort Forschungen betreiben und/oder die bereit sind, anderen Heimat- und Familienforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Ort anbieten. Nachfragen sind ausschliesslich an den entsprechenden Forscher zu richten.


Wappen_NRW_Kreis_Borken.png Städte und Gemeinden im Kreis Borken (Regierungsbezirk Münster)

Ahaus | Bocholt | Borken | Gescher | Gronau | Heek | Heiden | Isselburg | Legden | Raesfeld | Reken | Rhede | Schöppingen | Stadtlohn | Südlohn | Velen | Vreden |

Bis 1975: Dingden |


Forscherkontakte in FOKO

Die Datenbank FOKO sammelt und ermöglicht Forscherkontakte. Dort eingetragene Forscher mit genealogischen Interessen in Borken (Kreis Borken) findet man über die Suche nach der GOV-Kennung oder nach dem Ortsnamen (Zur Erläuterung des Unterschiedes zwischen den angebotenen Suchmöglichkeiten bitte hier weiterlesen).

Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

Im GOV (Genealogisches Ortsverzeichnis) befinden sich zu Borken (Kreis Borken) weitere Informationen, z.B. die geografische Position, Links zu Karten, alte und aktuelle Postleitzahlen und anderes mehr: Borken (Kreis Borken) in GOV

Persönliche Werkzeuge