Bladenhorst

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Disambiguation notice Bladenhorst ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Bladenhorst (Begriffserklärung).

Hierarchie: Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > - Portal:Westfalen-Lippe > Regierungsbezirk Münster > Kreis Recklinghausen > Castrop-Rauxel

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Information

  • Die Landgemeinde Bladenhorst ist seit 1926 ein Stadtteil von Castrop-Rauxel.
  • Zur Landgemeinde gehörten 1887 folgende Wohnplätze: Bauernschaft Bladenhorst, Rittergut Bladenhorst, Bladenhorster Mühle, Rombeck, Steinhardt und Haus Vörde.[1]

Politische Einteilung

Kath. Kirchspiel

Castrop (Kath. Kirchspiel St. Lambertus)

Umfang des kath. Kirchspieles St. Lambertus zu Castrop bis 1892 (sowie 1947). Quelle: Hartung, S. 10

Ev. Kirchspiel

  • bis 1862: Herne
  • ab 1862: Bladenhorst

Geschichte

  • seit dem 13. Jahrhundert gehörte die Bauerschaft Bladenhorst zum klevischen Gericht Castrop.[3]
  • vor 1220: "Blarenhorst" wird in der "kleinen ,älteren’ Vogteirolle" des Stiftes Essen erstmals erwähnt.[4]
  • Nov. 1266: Graf Dietrich von Cleve bekundet, dass die Brüder von der Horst auf die Güter in Voßnacken (Unterbauernschaft von Börnig), welche der Dietrich dem Kloster Klein-Sterkrade verkauft, verzichtet habe. Zeugen waren u. a.: Gerlacus de Superiori Castdorp (Obercastrop), Hugo de Holthusen (Holthausen), Johannes de Berninchusen (Behringhausen), Sibodo und Bertholdus de Bursinchusen (Börsinghausen), Elbertus de Overencastorpe (Obercastrop), Hartbernus, Henricus, Walter de Bornewic (Börnig), Theodericus de Velewic (Vellwig), Theodericus, Sibodo und Leo de Buwinchusen (Bövinghausen), Theodericus und Rutgerus de Blarnhurst (Bladenhorst).[5]
  • 1338: Rutger von Dungellen bekundet , dass er dem Grafen Dietrich von Kleve Haus und Hof gen. die Blarenhorst, sein Eigen, aufgetragen und von diesem als Mannlehen und Offenhaus gegen jedermann erhalten hat.[6]
  • um 1530: Baubeginn von Schloss Bladenhorst.[7]
  • 1349: Der Herr von Bladenhorst, Rütger von Düngelen, bittet den Castroper Pfarrer Heinrich von Sagetter um Baugenehmigung für eine Kapelle auf seinem Schlosse.[8]
  • 1542: In der Türkensteuerliste erscheint "Blarenhorst" als eigene Bauerschaft mit acht Grundbesitzern.[9]
  • 1806/07: Bladenhorst, Strittheide und Steinhardt (im Landkreis Bochum) gehören zur kath. Pfarrgemeinde St. Lambertus zu Castrop. Die Gemeinde hat 9 katholische Haushaltungen und 2 Lutheraner-Haushalte.[10]
  • 1808-14: Bladenhorst gehört zur Marie Herne.[11]
  • 1815-97: Bladenhorst gehört zur Bürgermeisterei bzw. zum Amt Herne.[12]
  • 1824: Bladenhorst hat 20 Hausstätten und 139 Einwohner.[13]
  • 1828: Friedrich Harkort aus Wetter hat im Gebiet der Gemeinde Mutungen angelegt und Raseneisenstein gefunden und abgebaut.[14]
  • 06.02.1828: Friedrich Harkort legt ein Mutung namens Friedrich I. südlich der Emscher an der Stelle, wo die vier Bauernschaften Bladenhorst, Pöppinghausen, Horsthausen und Habinghorst aneinander grenzen.[15]
  • 1829: Die Bürgermeisterei Herne im Kreis Bochum hat 3451 Einwohner. Bürgermeister ist Steelmann und Overkamp ist Beigeordneter. Zur Bürgermeisterei gehören das Kichspiel Herne mit 1554 Einwohnern, das Kirchspiel Eickel mit 1367 Einwohnern, das Kirchspiel Crange mit 163 Einwohnern und die Gemeinden Pöppinghausen mit 228 Einwohnern und Bladenhorst mit 139 Einwohnern. Letztere Gemeinde gehört zum Kirchspiel Castrop.[16]
  • 1836: Die kath. Kirche St. Lambertus zu Castrop hat in Bladenhorst 59 Seelen.[17]
  • 1840: Die Bürgermeisterei Herne im Kreis Bochum hat 3704 Einwohner. Bürgermeister ist Lieutnant a. D. Hollweg und Overkamp ist Beigeordneter. Zur Bürgermeisterei gehören das Kichspiel Herne mit 1492 Einwohnern, das Kirchspiel Eickel mit 1501 Einwohnern, die Ortschaften Bladenhorst (130 Einwohner), Crange (201), Horsthausen (132) und Pöppinghausen (248).[18]
  • 27.03.1844: In der Gemeinde des Amtes Herne ist die Einführung der Gemeindeordnung vom 31.10.1841 vollendet[19]
  • 1846: von Romberg aus Bladenhorst gehört zu den Kreisständen des Kreises Bochum. Bladenhorst hat 148 Einwohner und Gemeindevorsteher ist Hermann.[20]
  • 1849: Bladenhorst hat 429 Einwohner.[21]
  • 1852: Bladenhorst im Amt Herne hat 159 Einwohner und Gemeindevorsteher ist Kröner. [22]
  • 1853: Der Besitzer des Hauses Bladenhorst, Freiherr von Romberg, lässt am Westrand des Castroper Holzes nach Eisen und Kohle bohren.[23]
  • 1858: Bladenhorst hat 159 Einwohner und Gemeindevosrteher ist Rombeck.[24]
  • 29.10.1862: Die Höfe von Sonntag, Gremm und Hühnerbusch in Pöppinghausen gehörten bis dato zur Ev. Kirchengemeinde Herne. Als die frühere Hausgemeinde Bladenhorst als selbständige Kirchengemeinde konstituiert wurde und in Pöppinghausen eine ev. Schule und Kirche neu gebaut wurden, beantragte man die Loslösung von der Herner Gemeinde. Es erfolgte an diesem Tag die Einpfarrung nach Bladenhorst mit Genehmigung des Königl. Consistoriums zu Münster und der Königl. Regierung zu Arnsberg.[25]
  • 1867: Konrad von Romberg, Schlossbesitzer von Bladenhorst, baut eine neue kath. Kapelle.[26]
  • 1872: Im östlichsten Zipfel der Gemeinde Bladenhorst wird die Zeche Victor 1/2 abgeteuft.[27]
  • 01.12.1885: Das Amt Herne im Landkreis Bochum hat bei der Volkszählung insgesamt 15151 Einwohner. Zum Amt gehören die Gemeinden Herne (9868 Einwohner), Baukau (2781), Hiltrop (867), Horsthausen (1032), Pöppinghausen (390) und Bladenhorst (213).[28] Die Landgemeinde Bladenhorst hat eine Fläche von 407 ha und 213 Einwohner (53 Protestanten und 160 Katholiken), die 6 Wohnplätzen wohnen: Bauernschaft Bladenhorst (11 Wohngebäude mit 115 Einwohnern), Rittergut Bladenhorst (4 Wohngebäude und 25 Einwohner), Bladenhorster Mühle (1 Wohngebäude und 5 Einwohner), Rombeck (4 Wohngebäude und 38 Einwohner), Steinhardt (4 Wohngebäude und 22 Einwohner) sowie Haus Vörde (2 Wohngebäude und 8 Einwohner).[29]
  • 15.05.1889: Grundsteinlegung für den Kirchenumbau der St.-Lambertus-Kirche zu Castrop. Folgende Gemeinden bildeten zu diesem Zeitpunkt den katholischen Pfarrbezirk: Castrop, Obercastrop, Bövinghausen, Merklinde, Rauxel, Westhofen, Bladenhorst, Börnig, Horsthausen, Giesenberg-Sodingen, Hiltroper Landwehr, Oestrich, Börsinghausen, Holthausen, Berninghausen und Frohlinde. Die Gemeinde zählte 9000 Seelen, Kommunikanten 6000, Schulkinder 1875. Die alte Kirche aus dem 12. Jahrhundert reichte für diese große Anzahl an Gläubigen nicht mehr aus.[30]
  • 01.12.1890: Das Amt Herne im Landkreis Bochum hat bei der Volkszählung insgesamt 20621 Einwohner (11556 männliche, 9065 weibliche; Evangelische: 10801, Katholiken: 9580, Andere Christen 127, Juden: 113). Zum Amt gehören die Gemeinden Herne (13920 Einwohner), Baukau (3600), Hiltrop (1055), Horsthausen (1421), Pöppinghausen (419) und Bladenhorst (206).[31]
  • Nov. 1891: Das Amt Herne hat 21806 Einwohner. Zum Amt gehören die Gemeinden Herne (14704 Einwohner), Baukau (3817), Hiltrop (1152), Horsthausen (1513), Pöppinghausen (403) und Bladenhorst (217).[32]
  • 1897: Julius Rütgers gründet in Bladenhorst neben der Zeche eine Fabrik zur Destillation von Steinkohlenteer. Später entstand westlich dieses Werkes ein Kolonie, die den Bevölkerungsanstieg von Bladenhorst 1905-1915 erklärt.[33]
  • 01.04.1897: Mit der Gründung der Stadt Herne schlossen sich die Gemeinden Bladenhorst, Pöppinghausen, Horsthausen, Baukau und Hiltrop zum Amt Baukau zusammen.[34]
  • 1905: Bladenhorst hat 664 Einwohner.[35]
  • 01.04.1908: Baukau und Horsthausen werden nach Herne eingemeindet. Daraufhin schlossen sich die Gemeinden Pöppinghausen und Bladenhorst zur Landgemeinde Bladenhorst zusammen und bildeten das Restamt Baukau und danach das Amt Bladenhorst.[36]
  • 1910: Bladenhorst hat 1482 Einwohner.[37]
  • 1915: Bladenhorst hat 1732 Einwohner.[38]
  • 1925: Bladenhorst hat 1758 Einwohner.[39]
  • 1926: Schloss Bladenhorst geht in den Besitz der Klöckner-Werke über.[40] Die Gemeinden Riemke (jetzt Bochum) und Bladenhorst treten 178 ha an Herne ab.[41]
  • 01.04.1926: Das Amt Bladenhorst wird nach Castrop-Rauxel eingemeindet.[42] Eingliederung der Landgemeinde Bladenhorst (teilweise) aus dem Landkreis Bochum in den Landkreis Dortmund.[43]
  • 1930: Bladenhorst hat 1312 Einwohner.[44]
  • 1965: Bladenhorst hat 2041 Einwohner.[45]

Daten aus dem Genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung BLARSTJO31PN
Name
  • Bladenhorst (deu)
Typ
  • Gemeinde (- 1926)
  • Ortsteil (1926 -)
Postleitzahl
  • W4620 (- 1993-06-30)
Karte
   

TK25: 4409

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Castrop-Rauxel (1926 -) ( Stadt )

Herne, Baukau (1816 - 1908) ( Bürgermeisterei Amt )

Bladenhorst (1908 - 1926) ( Amt )

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Pöppinghausen Gemeinde Ortsteil POPSENJO31PN (1908 - 1929)

Genealogische Quellen

Fußnoten

  1. Gemeindelexikon Westfalen, 1887, S. 58
  2. Adreßbuch der Provinz Westfalen 1829, S. 102, 103
  3. http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Bladenhorster-Strasse
  4. http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Bladenhorster-Strasse
  5. Castrop-Rauxel. Heimatbuch zur 1100 Jahrfeier 834-1934. S. 55
  6. http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Bladenhorster-Strasse
  7. http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Bladenhorster-Strasse
  8. Hartung K. Die St. Lambertuspfarrei in Castrop-Rauxel. Regensbergsche Verlagsbuchhandlung Münster (Westf.), 1947, S. 21
  9. http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Bladenhorster-Strasse
  10. Hartung K. Die St. Lambertuspfarrei in Castrop-Rauxel. Regensbergsche Verlagsbuchhandlung Münster (Westf.), 1947, S. 49
  11. http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Bladenhorster-Strasse
  12. http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Bladenhorster-Strasse
  13. http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Bladenhorster-Strasse
  14. Scholz, D. Von der Freyheit zur Europastadt. Eine Geschichte der Stadt Castrop-Rauxel, S. 131
  15. Castrop-Rauxel. Heimatbuch zur 1100 Jahrfeier 834-1934. S. 185
  16. Adreßbuch der Provinz Westfalen 1829, S. 102, 103
  17. Castrop-Rauxel. Heimatbuch zur 1100 Jahrfeier 834-1934. S. 215
  18. Adreßbuch der Provinz Westfalen 1840, S. 118
  19. http://books.google.de/books?id=oP5OAAAAcAAJ&hl=de&pg=PA193#v=onepage&q&f=false
  20. Adreßbuch der Provinz Westfalen 1846, S. 124, 125
  21. Hommel M. Entwicklung und Integration junger Industriestädte im nördlichen Ruhrgebiet. In: Jäger H. Probleme des Städtewesens im industriellen Zeitalter. Böhlau Verlag Köln Wien, 1978, S. 113
  22. Adreßbuch der Provinz Westfalen 1852, S. 117
  23. Scholz, D. Von der Freyheit zur Europastadt. Eine Geschichte der Stadt Castrop-Rauxel, S. 131
  24. Adreßbuch der Provinz Westfalen 1858, S. 126
  25. Dransfeld, F. Die Geschichte der evangelischen Gemeinde Herne. Bädeker, Essen, 1875, S. 1
  26. Hartung K. Die St. Lambertuspfarrei in Castrop-Rauxel. Regensbergsche Verlagsbuchhandlung Münster, 1947, S. 61
  27. Hommel M. Entwicklung und Integration junger Industriestädte im nördlichen Ruhrgebiet. In: Jäger H. Probleme des Städtewesens im industriellen Zeitalter. Böhlau Verlag Köln Wien, 1978, S. 113
  28. Adreßbuch der Gemeinden des Amtes Herne, 1892, S. V
  29. Gemeindelexikon Westfalen, 1887, S. 58
  30. Hartung K. Die St. Lambertuspfarrei in Castrop-Rauxel. Regensbergsche Verlagsbuchhandlung Münster, 1947, S. 63-64
  31. Adreßbuch der Gemeinden des Amtes Herne, 1892, S. V
  32. Adreßbuch der Gemeinden des Amtes Herne, 1892, S. V
  33. Hommel M. Entwicklung und Integration junger Industriestädte im nördlichen Ruhrgebiet. In: Jäger H. Probleme des Städtewesens im industriellen Zeitalter. Böhlau Verlag Köln Wien, 1978, S. 114
  34. http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Bladenhorster-Strasse
  35. Hommel M. Entwicklung und Integration junger Industriestädte im nördlichen Ruhrgebiet. In: Jäger H. Probleme des Städtewesens im industriellen Zeitalter. Böhlau Verlag Köln Wien, 1978, S. 113
  36. http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Bladenhorster-Strasse
  37. Hommel M. Entwicklung und Integration junger Industriestädte im nördlichen Ruhrgebiet. In: Jäger H. Probleme des Städtewesens im industriellen Zeitalter. Böhlau Verlag Köln Wien, 1978, S. 113
  38. Hommel M. Entwicklung und Integration junger Industriestädte im nördlichen Ruhrgebiet. In: Jäger H. Probleme des Städtewesens im industriellen Zeitalter. Böhlau Verlag Köln Wien, 1978, S. 113
  39. Hommel M. Entwicklung und Integration junger Industriestädte im nördlichen Ruhrgebiet. In: Jäger H. Probleme des Städtewesens im industriellen Zeitalter. Böhlau Verlag Köln Wien, 1978, S. 113
  40. Hartung K. Die St. Lambertuspfarrei in Castrop-Rauxel. Regensbergsche Verlagsbuchhandlung Münster, 1947, S. 61
  41. Heimatbuch der Stadt Herne, 1927, S. 175
  42. http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Bladenhorster-Strasse
  43. http://www.territorial.de/index.htm
  44. Castrop-Rauxel. Heimatbuch zur 1100 Jahrfeier 834-1934. S. 21>
  45. http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Bladenhorster-Strasse
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