Beschreibung und Geschichte der Burg Kinsberg (1826)/022
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welche Bolko der 1ste (+ 1303) theils neu erbaute, theils
herstellte und haltbarer machte. Daß er die Burg ganz neu angelegt
und benannt habe, ist mir, wie schon bemerkt, nicht bekannt, eben
so wenig kann ich darthun, daß der alte Theil der Bauwerke,
namentlich der auf steilen Felsen kühn aufstrebende Thurm, ihm
angehört, oder einer ältern Zeit - einer spätern wohl aber kaum.
Unsere Burg war, wie die meisten des Gebirges, eine herzogliche
Domäne, zu der mehrere Dörfer und Vorwerke gehörten, und die von
einem sogenannten Burggrafen verwaltet wurde. Diese Burggrafen
waren keine eigentlichen Besitzer, sondern Vertheidiger der Veste,
Verwalter der Güter und dafür Genießer der Einkünfte. Daher war
solcher Besitz nur als ein Gnadenzeichen des Fürsten, eine
Belohnung für treue Dienste, anzusehen, selbst ohne erblich zu
sein. Später wurden diese Domänen mit ihren Vesten gegen die
Erlegung eines sogenannten Pfandschillings erblich und verkäuflich,
jedoch hieng es ganz vom Fürsten ab, sie, gegen Rückzahlung des
Schillings, wieder an sich zu nehmen, oder einem andern die
Einlösung zuzuwenden. Im Anfange des 17ten Jahrhunderts wurden
wenigstens mehrere freies Eigenthum, gegen Zahlung einer Kaufsumme
an die Staatskasse.
1353 führte Bolko der 2te, Herzog von Schweidnitz und Jauer, in der Eheverschreibung für seine Nichte, Agnes von Jauer, als sie die Gemahlin Kaiser Karl des 4ten wurde, unsere
