Bergmann (Beruf)

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.

Wechseln zu: Navigation, Suche
Disambiguation notice Bergmann ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Bergmann.

Bergbau und Verhüttung: Um 800/750 v. Chr. begann mit der vollen Beherrschung der Eisenmetallurgie in Mitteleuropa eine einschneidende Veränderung unserer Welt. Dahinter stehen auch die Schicksale vieler Bergarbeiter und ihren Familien. Die Eisengewinnung und -verarbeitung nahm bereits vor der industriellen Revolution Einfluß auf kulturelle und wirtschaftliche Entwicklungen ganzer Region und des technischen Fortschritts.

Hierarchie: Regional > HRR > Historische deutsche Staaten > Wirtschaft > Bergbau- u. Hüttenwesen > Bergmann (Beruf)

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Bergleute (Bergknappen, Bergarbeiter, Bergvolk), alle Personen, die sich mit dem Bergbau beschäftigen, nach früherer Bezeichnung Bergleute vom Leder (Praktiker, Betriebsbeamte) und Bergleute von der Feder (Theoretiker, Verwaltungsbeamte); im engern Sinne nur die erstern, d. h. die in und auf Bergwerken beschäftigten Bergarbeiter.

Die Gesamtheit der Bergleute eines Bergwerkes oder Bergreviers bildet die Knappschaft. Man unterscheidet im allgemeinen:

  • Hauer (Doppelhauer, Vollhauer, Lehrhauer), welche die unterirdischen Grubenbaue herstellen und die Mineralien gewinnen;
  • Zimmerhauer (Zimmerlinge, Holzarbeiter) haben die Auszimmerung der Grubenbaue sowie die zur Förderung dienenden Schienengleise und sonstigen Vorrichtungen herzustellen und zu unterhalten;
  • Grubenmaurer;

Förderleute

Förderleute sind bei Fortschaffung der gewonnenen Massen nach dem Schacht und der Tagesoberfläche oder bei Hereinförderung von Materialien zum Grubenbetrieb, der Ausfüllung abgebauter Räume etc. beschäftigt und werden auch, je nach ihrer besondern Verrichtung, als
Füller, Schlepper, Wagenstößer, Anschläger, Zieher, Treibemeister, Abnehmer, Ausschläger, Ausstürzer, Holzhänger, Holzverfahrer etc bezeichnet

Schießmeister

Den Schießmeistern liegt das Laden, Besetzen und Wegtun der in einer bestimmten Abteilung gewisser Bergwerke von den Häuern gebohrten Sprenglöcher ob.

Maschinisten, Handwerker

Maschinenwärter bewarten die Förder-, Wasserhaltungs-, Wetter- oder sonstigen Bergwerksmaschinen; Kesselheizer (Schürer); Grubenschmiede; Grubenschlösser; Verlade- und Aufbereitungsarbeiter.

Aufsichten

Zur unmittelbaren Beaufsichtigung der Bergleute bei gewissen Arbeiten sind oft besondere Aufseher (Oberhäuer, Gruben-, Förder-, Maschinen-, Tageaufseher etc.) angestellt.

Im übrigen liegt die Aussicht über die Bergleute und die spezielle Führung des Betriebs nebst den entsprechenden Verwaltungsgeschäften den Steigern (Gruben-, Gang-, Wetter-, Maschinen-, Tage-, Wäsche-, Pochsteigern) ob, nach Maßgabe der ihnen vom Obersteiger, dem verantwortlichen Betriebsführer der Grube oder einer größern Grubenabteilung, erteilten Anordnungen. Letzterer wird bei der Kontrolle über die Tätigkeit der Steiger mitunter von einem oder mehreren Fahrsteigern unterstützt. Schichtmeister sind Grubenrechnungsführer, nur selten auch leitende Betriebsbeamte. [1]

Fußnoten

  1. Quelle: Meyers Großes Konversationslexikon. Leipzig und Wien 1905-1909

Geographische Kommission für Westfalen

Persönliche Werkzeuge