Beiträge zur Genealogie der adligen Geschlechter 4 (Strange)/E-Book

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Beiträge zur Genealogie der adligen Geschlechter 4 (Strange)
Autor(en):Joseph Strange
Titel:Beiträge zur Genealogie der adligen Geschlechter
Untertitel:4. Heft
Verlag:J. M. Heberle (H.[einrich] Lempertz)
Druck:J. S. Steven in Cöln
Ort:Cöln
Jahr:1867
Umfang: 92 Seiten
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Beiträge


zur


Genealogie der adligen Geschlechter


von


Joseph Strange.



Viertes Heft.







Cöln 1867.

Bei J. M. Heberle (H. Lempertz).




Druck von J. S. Steven in Cöln.



Seiner Hochwohlgeboren



dem Herrn



Ernst Freiherrn von Mirbach-Harff


Herrn auf Ziadlowitz und Ingenfeld





Ehrerbietigst gewidmet



von



Joseph Strange.


Inhalts-Verzeichniss.



  Seite.
Die Herren von Vercken zu Puffendorf und Hemmersbach 1.
Der Rittersitz Geyen 9.
Genealogie der Herren von Grass 20.
Die Herren von Wylich zu Winnenthal 22.
Die Herren von Ense zu Anröchte und Westernkotten 26.
Die Herren von Schade zu Grevenstein und Blessenol 36.
Die Herren oder Erbgesessenen der beiden adligen Häuser zu Antfeld[GWR 1] 49.
Zur Genealogie der Herren von Merode zu Bornheim 51.
Zur Genealogie von Hoemen 55.
Zur Genealogie von Birgel 56.

Beilagen.

  1. Andreas von Harff vergleicht sich mit dem Capitel zu Aachen und überträgt demselben seine Güter zu Puffendorf und Ederen im J. 1482 59.
  2. Das Capitel zu Aachen verkauft die von Andreas von Harff erworbenen Güter zu Puffendorp und Ederen den Ehegatten Heinrich von Vercken und Maria von Ophoven im J. 1488 69.
  3. Die Ehegatten Heyntze von Harff und Gertrud von Geyen verkaufen all ihr Erbe und Gut zu Geyen und Polheim dem Juncker Conrad Joede im J. 1443 73.
  4. Heinrich von Geyen verkauft dem Conrad Joede eine Erbrente von sechstehalb Malter Roggen im J. 1444 76.
  5. Juncker Diederich von Redinghoven bringt einen Kamp, den sein Vorgänger Johann Joede in Erbpacht gegeben hatte, wieder an sich im J. 1526 77.
  6. Constantin von Lyskirchen verkauft einen Schuldbrief, worin der Herzog von Jülich seinem Vater das verschrieben hat was er an Schatz und Dienst von dem St. Mauren-Hof zu Geyen jährlichs zu fordern hat, im J. 1412 78.
  7. Diederich Erzbischof von Cöln belehnt Heinrich von Ense mit dem Marschall-Amt von Westphalen im J. 1439 79.
  8. Diederich Erzbischof von Cöln gestattet dem Heinrich von Ense zur Reparatur des Hauses Anröchte 300 Rheinische Gulden zu verwenden im J. 1455 80.
  9. Heinrich von Ense verkauft dem Diederich von Hörde eine Rente von 30 Rheinischen Gulden aus seinem Gute zu Westernkotten im J. 1458 81.
10. Ritter Hunolt von Plettenbracht verkauft dem Otto Schade eine Rente von vier Malter Korn aus seinem Zehenden zu Aspen im J. 1383 82.
11. Antfelder Erbtheilung v. J. 1495 83.
12. Erbtheilung der Gebrüder Gerd und Wilhelm von Galen Gerds Söhne zum Ermelinckhoff v. J. 1502 86.
13. Erbtheilung der Gebrüder Gerard von Hoemen Burggrafen und Arnt von Hoemen Sohn zu Odenkirchen v. J. 1406 88.

Berichtigung 90.



Die Herren von Vercken zu Puffendorf und Hemmersbach.




      Wilhelm von Harff, Sohn des Ritters Johann von Harff und der Cecilia von Hoengen[1], war Herr zu Puffendorf; ob durch Erbschaft oder durch Ankauf, ist ungewiss. Derselbe hatte drei Söhne: Daem, Reynart und Wilhelm von Harff[2]. Von ersterem stammt ohne Zweifel Andreas von Harff genannt von Puffendorf. Dieser hatte gemäss mitgetheilter Urkunde v. J. 1482 von dem Kapitel unsrer Lieben Frauen Kirchen in Aachen den Zehenden zu Sittard gekauft, und demselben an Zahlungs Statt seine Güter zu Puffendorf und Ederen zum Unterpfande gesetzt. Wie nun die Urkunde vermeldet, so handelte Andreas von Harff dem Vertrage entgegen, indem er von dem Unterpfande einiges nochmals verpfändete, anderes verkaufte, und überdies bei Heinrich von Reuschenberg zu Setterich noch eine Summe von 500 Goldgulden auf die bereits verschriebenen Güter aufnahm; während das Kapitel, was die Urkunde nicht meldet, wir aber doch glauben müssen, gewissenhaft

an dem Vertrage festhielt, und dem Herrn von Harff den Genuss des ihm verkauften Zehenden ungeschmälert liess. Es entstanden zuletzt Zwistigkeiten zwischen beiden Theilen. Im J. 1481 kam die Sache vor das Gericht zu Jülich, welches dann die Entscheidung derselben Schiedsfreunden übertrug. Diese sollten den Schaden, den das Kapitel durch jene Veräusserungen des Andreas von Harff bis dahin erlitten, berechnen und daraus eine runde Summe machen, welche dieser dem Kapitel entweder baar erlegen, oder auf Zinsen behalten solle; oder auch sollten sie den Herrn von Harff veranlassen, dass er dem Kapitel sein Unterpfand nach Inhalt des Vertrages herstelle und sichere. Indess gelangten die Schiedsfreunde im J. 1482 zu einer ganz andern Entscheidung. Um allen Irrungen zwischen beiden Theilen ein Ende zu machen, so sprachen und schieden sie, dass das Kapitel vermöge eines Erbkaufs haben und besitzen solle Haus und Hof nebst Zubehör und Ländereien, wie dieselben zu Puffendorf und Ederen und anderswo gelegen, im Ganzen ungefähr 268 Morgen. Sodann sollen die Gebrüder Johann und Heinrich von Reuschenberg für sich und ihren unmündigen Bruder Conrad auf alle Ansprüche, die sie von ihrem Vater Heinrich her auf diese Güter haben, vorbehaltlich ihrer Forderung an Andreas von Harff, verzichten. Ferner solle Herr Andreas, was er von obigen Gütern sonst noch verschrieben oder verkauft, wieder einlösen; auch alle seine Gerechtigkeit, so er an dem Brempter Zehenden zu Sittard von Seiten seiner Mutter und seines Oheims Heinrich von Brempt her habe, dem Kapitel vor der Lehenkammer zu Sittard und Born unablösbar abtreten, von diesem Zehenden jedoch, so lange er lebe, die halbe Rente geniessen. Dahingegen solle das Kapitel dem Andreas von Harff urkundlich vergünstigen, dass er oder seine nächsten Erben und Verwandten binnen einem Jahr sechs Wochen und drei Tagen nach Datum dieses Erbkaufs die vorgenannten Güter zu Puffendorf und Ederen, gegen Erlegung einer Summe von 4780 Gulden, wieder einlösen und an sich bringen können. Und endlich solle das Kapitel den Gebrüdern von Reuschenberg für ihren Abstand 500 Gulden, und dem Andreas von Harff als Verzichtspfenning 60 Gulden, und überdies noch jedes Jahr 48 Postulatus-Gulden als Leibrente des Brempter Zehenden auszahlen. — Andreas von Harff erklärte

klärte sich mit dieser Scheidung einverstanden, und gelobte, dieselbe fest und unverbrüchlich zu halten. Er erschien dann vor Richter und Scheffen der Dingstühle Puffendorf und Ederen, um sich von den Scheffengütern, und vor Statthalter der Abtei St. Quirins zu Neuss, um sich von dreissig an dieses Stift lehenrührigen Morgen enterben und das Kapitel an dieselben anerben zu lassen. Von seinem Wiederkaufsbrief hat er keine Anwendung gemacht; er war schon ein bejahrter Herr, und ist nicht lange nach diesem Vertrage gestorben. Das Kapitel verkaufte hierauf im J. 1488 sein Haus und Hof zu Puffendorf nebst allen dazu gehörenden Ländereien und Gefällen erblich und ewig den Ehegatten Heinrich von Vercken und Maria von Ophoven, und geschah dieser Erbkauf um eine Jahresrente von 75 Rheinischen Gulden, und darzu für 2000 dergleichen Gulden baares Geld.

      So war also Heinrich von Vercken Herr zu Puffendorf, und scheint es, dass er und seine nächsten Nachkommen dort fortwährend ihren Wohnsitz gehabt. Von ihm ging der Rittersitz auf seinen Sohn Johann von Vercken über. Dieser schloss mit seinem Bruder Franz, unter Vermittelung ihrer Verwandten und Freunde Carsillis von Vercken und Franz von Reuschenberg Teutsch Ordens Comthur zu Sierstorf, im J. 1534 einen Vergleich, dem gemäss er, Johann von Vercken, haben und behalten solle das Haus zu Puffendorf mit all seinem Zubehör, mit Weiden, Benden, Büschen, Ackerland, Zinsen, Capäunen, Pfenningsgeld und Korn-Renten „in aller maissen wie der Eirveste Hinrich van Vercken ind Marie van Obhem syne Elige Huysfrauwe seligen gedechtenys dieser vurs. gebroeder van Vercken vader ind moder dat selue besessen ind gebruycht hauen“; dahingegen Franz von Vercken von seinem Bruder Johann 80 Malter Roggen, als den jährlichen Ertrag der Güter zu Hoengen, Lanckeler und Hoven, erhalten solle.

      Von Puffendorf habe ich jetzt nur noch zu bemerken, dass dieser Rittersitz von Vater auf Sohn vererbte, dass er im J. 1712 auf den letzten Sprossen dieser Linie, nämlich auf Charlotte Freyin von Vercken, überging, deren Gatte im J. 1724 von der Abtissin zu Neuss mit dem Schloss und den dreissig Morgen Land zu Puffendorf gelegen belehnt wurde; und dass nach dem im J. 1732 erfolgten Tode der Charlotte das damals

völlig verfallene Schloss nebst Zubehör im folgenden Jahr in den Besitz des Gerhard Caspar Wilhelm Ludwig Frh. von Olmissen genannt Mulstroe Herrn zur Hallen gekommen und zwar auf dem Wege der Erbschaft. Die Mutter desselben, Anna Elisabeth von Bercken, war nämlich eine Tochter des Caspar von Bercken und der Agnes Catharina von Vercken (Tochter des Werner von und zu Vercken und der Anna von Mulstroe).

      Durch Heirath des oben genannten Johann von Vercken mit Anna von Merode ist dessen gleichnamiger Enkel Herr zu Hemmersbach geworden. Hemmersbach war bekanntlich ein altes Besitzthum der Herren Scheiffart von Merode. Im Laufe der Zeit wurden mit dieser Herrschaft noch Sindorf, Clermont und Limburg (später Limbricht genannt) vereinigt. Sindorf, ein von Niedeggen dependirendes Burglehen, womit im J. 1378 Walrave von Salm belehnt ward, ist wohl nach diesem an Hemmersbach gekommen. Die Herrschaft Clermont war ein Erbe der Catharina von Welckenhuysen (Tochter des Heinrich), die im J. 1417 den Ritter Johann Scheiffart von Merode heirathete. Die Herrschaft Limburg, womit 1426 Wilhelm von Breyderode belehnt wurde, ist 1451 durch Verzicht des Diederich von Berge an den Herrn zu Hemmersbach übergegangen. So konnten sich denn die drei Söhne des letzteren in drei Herrschaften theilen. Heinrich Scheiffart von Merode ward nämlich Herr zu Hemmersbach, Werner zu Clermont, und Ritter Wilhelm zu Limburg, Heinrich, der im J. 1479 auf St. Gallen Tag die bis dahin freie allodiale Herrschaft Hemmersbach, mit aller Herrlichkeit, Dörfern, Dingstühlen nnd Gerichten dem Herzog Wilhelm von Jülich zu einem Erblehen auftrug, ist kurz nachher ohne männliche Leibeserben gestorben. Seine beiden Brüder schlossen dann im J. 1480 eine Vereinigung über die zukünftige Succession, und Werner von Merode Herr zu Hemmersbach und Clermont, ward hierauf für sich und seine Erben zu seinem Antheil, und mit zu Behuf Wilhelms von Merode Herrn zu Hemmersbach und Limburg seines Bruders und dessen Erben, mit dem Schloss und Herrlichkeit Hemmersbach, so wie auch in gleicher Weise mit der Herrlichkeit Sindorf, belehnt. Werners Sohn, Johann Scheiffart von Merode, ist kinderlos gestorben, und Clermont kam in der

Folge an Wilhelms Sohn aus zweiter Ehe, Werner von Merode, während dessen Sohn erster Ehe, Johann von Merode, Herr zu Hemmersbach und Limburg wurde. Letzterer hinterliess fünf Kinder: Selvin, Hermann, Johann, Wilhelm und Anna. Beide erstere starben unverehelicht. Johann, verheirathet mit Maria von Haren, ist im J. 1559 gleichfalls kinderlos gestorben. Wilhelm hatte mit seiner Gattin Agnes Walraven genannt Kendenich[3] zwei Kinder: Johann und Maria von Merode. Anna war in erster Ehe mit Johann von Goer[4], in zweiter mit Johann von Vercken verheirathet.

      Maria von Haren, die sich im J. 1563 noch Frau zu Hemmersbach, Sindorf und Horrem schreibt, scheint bald nachher mit Tod abgegangen zu sein. Im J. 1565 ward der noch minderjährige Johann Scheiffart von Merode belehnt; aber seine Mutter Agnes Walrave übertrug das Lehen im folgenden Jahr an die Gebrüder Heinrich und Roprecht von Vercken. Wie lange diese dasselbe getragen, ist mir nicht bekannt; im J. 1578 war Johann von Merode jedenfalls wieder Inhaber desselben. Dieser ist im J. 1590 unverehelicht gestorben. Seine Hinterlassenschaft fiel an seine Schwester Maria von Merode, deren Gatte Adolph von der Horst sich also schreibt: Herr zu Heimertzheim, Hemmersbach, Sindorf und Limburg. Auch Maria blieb ohne Leibeserben. Nach ihrem im J. 1619 erfolgten Tode ergriff Johann von Vercken von Schloss und Herrlichkeit Hemmersbach, so wie auch von Sindorf, Besitz, und wurde, nachdem er am 2. July 1621 sich mit den übrigen Erbgenahmen wegen Hemmersbach, Sindorf und Limburg verglichen hatte, am 6. desselben Monats für sich und seine Erben und mit zu

Behuf der Gebrüder Winand und Nicolaus von Breyl vom Herzog Wolfgang Wilhelm mit den Herrschaften Hemmersbach und Sindorf belehnt, dergestalt, dass, wenn Johann von Vercken keine männliche lehensfähige Erben hinterliesse, die Töchter ordine successivo und ihre Mannsgeburt folgen und erben sollten; wäre aber weder von Söhnen, noch von Töchtern Mannsgeburt vorhanden, dann sollten genannte Brüder von Breyl und deren jetzige und künftige Söhne und Töchter ordine successivo zur Lehensfolge berechtigt, aber zugleich gehalten sein, wenn von Johann von Vercken noch einige Enkelinnen übrig wären diesen 35000 Rthlr. auszuzahlen; ferner, träte bei den Gebrüdern von Breyl derselbe Fall ein, wie bei Johann von Vercken, dann sollten Wilhelm und Arnold Gebrüder Scheiffart von Merode zu Clermont, und ihre beiderseitigen, männlichen Leibserben gleicher Gestalt, wie vorerklärt, die Nächsten sein und auf vorhergehende Erstattung der 35000 Rthlr. admittirt werden.

      Johann von Vercken hinterliess allerdings lehensfähige Söhne, unter denen Heinrich von Vercken im J. 1630 und dann wieder 1668 belehnt ward. Derselbe sass indess doch nicht so ganz friedlich und ungestört in seiner Herrschaft, indem nicht nur die Herren von Merode zu Clermont ihn beunruhigten, sondern auch das Haus Bornheim. Ulrich Scheiffart von Merode zu Bornheim, der etwa der ersten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts angehört, schreibt sich zugleich Herr zu Hemmersbach; und nach ihm legt sich Wallraf Scheiffart von Merode zu Bornheim, denselben Titel bei. Nun heisst es, dass Wilhelm von Merode zu Bornheim den im J. 1574 ratione possessionis beider Herrschaften Hemmersbach und Sindorf begonnenen Prozess, im J. 1636 wieder aufgenommen, und dass dessen Schwiegersohn Johann Frh. von Waldbott-Bassenheim denselben fortgesetzt habe. Die betreffenden Akten habe ich nicht vor mir gehabt, und bin daher nicht im Stande, zu sagen, woher das Haus Bornheim Ansprüche auf Hemmersbach erheben konnte.

      Nach Heinrichs Tod ergriff sein Sohn Philipp Heinrich von Vercken sogleich von Schloss und Herrlichkeit Hemmersbach und Sindorf Besitz, und wurde dabei durch richterlichen Spruch manutenirt. Derselbe starb im J. 1709. Seiner Tochter Charlotte von Vercken wurde von ihrem Oheim Ludwig Wilhelm von Vercken Herrn zu Puffendorf, die Lehenfolge streitig

gemacht. Die verschiedenen Urtheile, die in dem deshalb geführten Prozesse erfolgten, waren indess nicht zu besondern Gunsten des Herrn zu Puffendorf, und da dieser 1712 ohne Leibeserben starb, so blieb seine Nichte nicht nur im Besitze von Hemmersbach und Sindorf, sondern es ging auch der Rittersitz Puffendorf auf sie über. Sie starb 1732, und jetzt entstanden unter den Descendenten der Ehegatten Anna von Merode und Johann von Goer wegen Hemmersbach und Sindorf neue Streitigkeiten, die dahin ausgeglichen wurden, dass die Herren von Bentinck den Besitz, und die von Bergh genannt Trips die Expectanz erhielten[5].

      Ich lasse jetzt eine Genealogie der Herren von Vercken folgen, bemerke aber dabei, dass mir nicht alle zu einer solchen Arbeit nöthige Briefschaften zu Gebot standen, und bitte daher um Nachsicht, wenn hin und wieder sich ein Irrthum zeigen sollte.

A.

      Heinrich von Vercken, seines Geschlechts der erste Herr zu Puffendorf, jüngerer Bruder des Johann von Vercken[6], war nach den vorliegenden Documenten dreimal verheirathet, in zweiter Ehe mit Maria von Ophoven, in dritter mit Maria von Obhem oder Opheim. Aber Ophoven im Kaufbrief v. J. 1488 ist wohl nur ein Versehen für Obhem. Seine Kinder sind folgende:

  1. Johann von Vercken (B).
  2. Franz von Vercken, heirathete 1538 Maria von Brempt.
  3. Heinrich von Vercken scheint bald nach 1531 gestorben zu sein.
  4. Arnold von Vercken, ist wohl bald nach 1525 gestorben.
  5. Catharina von Vercken, heir. 1507 Balduin von Berge genannt Durfendahl.
  6. Anna von Vercken.
B.

      Johann, von Vercken Herr zu Puffendorf, Amtmann zu Born, von Herzog Johann im J. 1527 zum Schützenmeister ernannt, hatte mit seiner Gattin Anna von Merode zu Hemmersbach etwa drei Söhne: Roprecht, Franz und

C.

      Heinrich von Vercken Herr zu Puffendorf, mit welchem Hause er 1546 belehnt ward. Von ihm stammen etwa folgende Kinder: Anna, Goswin und

D.

      Johann von Vercken Herr zu Hemmersbach, Sindorf und Puffendorf, mit welch letzterem Hause er 1613 belehnt ward. Mit seiner Gattin Maria von und zu Vercken hatte er folgende Kinder:

  1. Heinrich von Vercken (E).
  2. Johann von Vercken.
  3. Johann Barthold von Vercken Obrist.
  4. Franz von Vercken.
  5. Wilhelm von Vercken.
  6. Anna von Vercken, war vielleicht mit einem Freiherrn von Langenbach verheirathet.
E.

      Heinrich Frh. von Vercken Herr zu Hemmersbach, Sindorf und Puffendorf (womit er 1631 und 1658 belehnt ward), und Oberjägermeister, verheirathet in erster Ehe mit Judith Elisabeth Tochter des Philipp Wilhelm von Bernsau Herrn zu Hardenberg, in zweiter seit 1677 mit Elisabeth von der Horst. Er ist den 21. August 1678 gestorben, und hat folgende Kinder hinterlassen:

  1. Philipp Heinrich von Vercken (F).
  2. Ludwig Wilhelm von Vercken Herr zu Puffendorf, ist 1712 kinderlos gestorben.
  3. Catharina Charlotte Odilia Elisabeth von Vercken, verh. in erster Ehe mit n. von Metternich zu Niederberg, in zweiter mit Ferdinand Raitz von Frentz. Sie ist 1722 gestorben.
F.

      Philipp Heinrich Frh. von Vercken Herr zu Hemmersbach und Sindorf, verh. seit 1674 mit Etta Sibylla Tochter des Nicolaus Frh. von Westerholt Burggrafen zu Westerholt. Er ist den 23. Januar 1709 gestorben. Seine Kinder sind:

  1. Johann Mathias von Vercken, gestorben vor dem Vater.
  2. Charlotte von Vercken Frau zu Hemmersbach, Sindorf und Puffendorf, verheirathet mit Adam Ludwig Frh. von Hompesch General-Major. Sie ist am 26. Juny 1732 gestorben.




Der Rittersitz Geyen.




      Auch das in der Nähe von Cöln gelegene Dorf Geyen hatte einen Rittersitz. Welche adlige Geschlechter denselben in alter Zeit inne gehabt, ist eine jetzt wohl nicht mehr zu beantwortende Frage. Am wenigsten möchte ich annehmen, dass jenes Geschlecht, welches nach dem Dorfe Geyen sich nannte und im fünfzehnten Jahrhundert ausgestorben ist, im Besitze desselben gewesen. Dieser Rittersitz war ein Lehen der Dompropstei zu Cöln. Leider sind die alten Lehenbriefe sammt und sonders verschwunden; die noch erhaltenen gehen nicht über das siebenzehnte Jahrhundert hinauf. In denselben wird der Rittersitz Canis-Hof genannt. Dieser Name erinnert an das Geschlecht Canus, das noch im sechzehnten Jahrhundert einen Descendenten, nämlich den Meister Jacob Kanys in den Rechten Licentiat, aufweiset[7]. So mögen denn die Herren Canus wohl längere Zeit Inhaber des Hofs gewesen sein. Es wäre auch möglich, dass jene adlige Herren, die seit dem fünfzehnten Jahrhundert als Junker zu Geyen vorkommen, damit belehnt geworden. Da sich aber nichts vorfindet, was zu einer solchen Annahme berechtigen könnte, so halte ich es für das

Rathsamste, den Canis-Hof vor der Hand ganz zu ignoriren, und die Junker bis zur Zeit der Lehenbriefe, nur als Gutsbesitzer mit adligen Vorrechten zu betrachten.

      Ich will jetzt die Junker von Geyen der Reihe nach vorführen, und an jeden anknüpfen, was der Mittheilung werth zu sein scheint. Conrad Joede, den der Leser in der grossen Genealogie Jüdden bei Fahne (p. 197) findet, ist der erste Junker, von dem die Geyener Briefschaften Nachricht geben. Demselben verkauften im J. 1443 die Ehegatten Heyntze von Harff und Gertrud von Geyen all ihr Erbe und Gut, Haus, Hof, Busch, Benden und Feld zu Geyen und Polheim, nebst anderthalb Morgen Artland zu Brauweiler, wie ihr Gertrud das alles nach Tod ihres Vaters Gerhard von Geyen anerfallen war. Heinrich von Geyen verkaufte demselben Conrad Joede im nächstfolgenden Jahr eine Erbrente von sechstehalb Malter Roggen, und setzte ihm zehntehalb Morgen Artland im Geyener Felde zum Unterpfande.

      Junker Conrad ist schon wenige Jahre nachher mit Tod abgegangen. Sein Sohn und Erbe ist Johann Joede. Aus der mitgetheilten Urkunde v. J. 1526 ersehen wir, dass dieser den Diederich von Redinghoven zum Nachfolger hatte. Nach Letzterem finden wir die Herren von Frentz längere Zeit als Junker zu Geyen. Wie diese dorthin gekommen, würde man schon besser begreifen, wenn die auf eine alte Erbrente bezüglichen Briefschaften in ihrer Vollständigkeit vorlägen. Im J. 1450 verkauften nämlich die Ehegatten Ritter Friedrich Scheiffart von Merode zu Bornheim und Margaretha von Elderen an Conrad Joede's hinterlassene Wittwe Sophia und deren zwei Kinder eine unablösliche Erbrente von 36 Malter Roggen, aus den Gefällen der Herrschaft Neurath jährlichs zu erheben. Johann Joede vergünstigte im J. 1502, gegen Erlegung von 600 Goldgulden binnen bestimmter Frist die Rente zu redimiren und damit die Herrschaft Neurath zu befreien. Allein man liess den Termin verstreichen, und als man späterhin an die Ablöse dachte, wollten die Erben der Rentkäufer nicht mehr darauf eingehen. Die Sache hatte einen langen Prozess mit den Herren von Merode, sodann mit den Herren von Gymnich zu Vischel als Herren zu Neurath, zur Folge. Von den betreffenden Akten hat sich indess hauptsächlich nur eine Facti

Species erhalten. Dieses Document stellt die von Frentz und von Lieck[8] als die Erben dieser Rente dar, zeigt aber nicht, woher beide Familien ihre Erbgerechtigkeit herleiten. Wahrscheinlich waren sie jedoch die unmittelbaren Erben des Diederich von Redinghoven, und zwar scheinen die von Frentz die Haupterben desselben gewesen zu sein; daher sie denn auch dessen Hinterlassenschaft zu Geyen allein erhielten.

      Valentin von Frentz ist seines Geschlechts der erste Junker zu Geyen[9]. Ich finde denselben zuerst in einem Kaufbrief v. J. 1539, wo die Ehegatten Diederich von Lieck und Sophia von Gritteren ihm, ihrem „lieuen Swagre vnd Neuen“, ihr Antheil an Haus und Hof „zo den Beyssen“ verkaufen. Im J. 1562 hat Herzog Wilhelm unterm 23. November von Frankfurt aus ihm nachträglich seinen Dank abgestattet, dass er in guter Rüstung, im Harnisch, mit Pferden und Dienern, sich so lange in Aachen wegen der dahin ausgeschriebenen, aber nicht dort stattgehabten Königskrönung aufgehalten hatte. — Valentin von Frentz war in erster Ehe mit Agnes von Roer, in zweiter mit Helwich Hundt[10] verheirathet. Er hinterliess zwei Söhne, Johann und Adolph von Frentz, die im J. 1573 noch losledigen Standes waren, jedoch aber Kinder der ersten Ehe zu sein scheinen. Von Johann finde ich weiter keine Nachricht; nach Fahne ist er der Stammherr einer andern Linie. Adolph von Frentz Junker zu Geyen heirathete Gertrud von Bolandt. Bei Thoenissen von Dülken Bürger in Cöln

nahm er ein Kapital von 500 Rthlr. auf, und verobligirte demselben mehrere Ländereien im Felde zu Geyen. Während den Kriegszeiten vermochte er mit den Pensionen nicht beizubleiben, und Thoenis liess sich daher in jene Ländereien immittiren[GWR 2]. Um dieselben wieder frei zu machen, nahm Adolph von Frentz am 8. July 1592 in Gemeinschaft mit Johann von Bolandt und Johann von Lieck als nächsten Verwandten und angeordneten Vormündern seines minderjährigen Sohnes Hilbrand von Frentz bei Johann von Brachell dem Aeltern Rathsverwandten der Stadt Cöln ein anderes Kapital von 600 Rthlr. auf, und verpfändete demselben mehrere seinem Sohne eigenthümliche und ihm nur leibzüchtige Güter zu Geyen. — Des Hilbrand geschieht weiter keine Erwähnung; er ist wohl jung gestorben. Sein Vater stand aber in genanntem J. 1592 gewiss schon seit längerer Zeit in zweiter Ehe, wiewohl wir dies erst aus einem Kaufbrief v. 2. July 1596 erfahren. Unter diesem Datum verkaufen nämlich die Eheleute Christian Schlangen und Guda „dem Edlen vnd Erentfesten Joncker Adolff van Frentz vnd Elisabeth seinem Egemail“ mehrere Besitzungen zu Geyen. Diese Elisabeth war nach Fahne eine geborne von Frentz. Ihr Gatte, der noch 1603 vorkommt, ist wohl wenige Jahre nachher mit Tod abgegangen; am 20. April 1609 verkauft nämlich Christina Colertz zu Stommelen der Edeln und Ehrenfesten Elisabeth Wittiben Junker Adolphs von Frentz und ihren Erben einen Morgen Artland im Polheimer Felde auf dem Ressbüchel gelegen. Adolphs einziger Sohn, Johann von Frentz, wurde Junker zu Geyen. Derselbe verkaufte am 2. September 1611 für sich, seine Mutter und Schwestern sein Haus, Hof und Gut zum Biessen, bei Doveren gelegen, sammt allem Zubehör „in maissen Vatter vnd Vurelteren dasselb ingehabt vnd besessen“, dem Diederich von Lieck für eine, Summe von viertehalbtausend Rthlr. Es ist dies dasselbe Haus, das oben „zo den Beyssen“ heisst. — Des Johann von Frentz geschieht in den Geyener Briefschaften nach 1614 keine Meldung mehr; aber wir dürfen mit allem Grunde annehmen, dass er erst gegen 1629, und zwar ohne Leibeserben, mit Tod abgegangen.[11] Seine jüngere Schwester

Elisabeth war mit Arnold Kremer von Dülken verheirathet, gemäss Rentbrief v. J. 1614, wo beide Ehegatten der Engel von Laynitz eine Erbrente von zwölf Rthlr. verkaufen, und derselben ihre Gefälle zu Geyen verpfänden. Seine ältere Schwester und Erbin, Christina von Frentz, war die Gattin des Diederich von Montebroch genannt von der Hallen. Derselbe kommt schon im J. 1611 zu Geyen vor. Dort ist er fortwährend darauf bedacht, seinen Grundbesitz zu vermehren. Er kauft von dortigen Privaten einzelne Parzellen, und bringt im J. 1626 von Elisabeth von Herseil Wittwe von Holtzem zu Vochem die Ländereien des Zuyrssen Hofs an sich. Fragt man, woher denn Herr Diederich stamme? so lautet die Antwort: von Linnich. Ueber seinen Vater habe ich folgende Notizen gesammelt. Gemäss Obligation v. J. 1549 hat Diederich von der Hallen Bürger zu Linnich dem Werner von Palant zu Breidenbent Herrn zu Berge ein Kapital von 1100 Goldgulden und 1000 Thlr. vorgeschossen. Im J. 1577 verkaufte Paulus Herll Secretarius und Gerichtschreiber des Hauptgerichts Jülich, mit Vollmacht seiner Schwiegereltern Diederich Hall und Anna von Palant Bürger zu Linnich, dem Werner von dem Bongart „alsolich Heussgen vnd darzu gehorige Hoffrecht vnd Gartten zu Paffendorp vnden an dem Broch beneuen dem guet vnd Erb genant die Buirg schuist vff die Arefft mit sampt der Holz Gerechtigeit vp der gewer.“ Im J. 1581 wird dem Diederich Hall zu Linnich von Randerath aus bescheinigt, dass er mit dem Hof zum Bungen, Amts Randerath, im Kirspel Dremmen gelegen, den er (im J. 1553) von Johann von Broichusen gekauft, vor Statthalter und Mannen von Lehen des Hauses Randerath belehnt worden, und dass er, so oft es gefordert worden, mit Pferd und Harnisch gedient habe. Da nun dieses Lehengut in der Folge nach Geyen gehört, so bietet letztere Notiz den sichersten Beweis, dass der Bürger zu Linnich[12] der Vater des Herrn zu Geyen ist. Aber wie ist dieser zu dem grandiosen

Namen Diederich von Montebroch genannt von der Hallen gekommen? Gehörte schon der Vater dem Geschlechte von Montebroch an, oder hat der Sohn sich diesen Namen nur so angeeignet? Unter dem Nachlasse des Herrn Diederich findet sich ein Aktenstück, gemäss welchem ein älterer Diederich von Montebroch genannt von der Hallen, im J. 1515 von Wilhelm von Streithagen Statthalter zu Valckenburg an ein in dortiger Herrlichkeit gelegenes Gut angeerbt wird. Diese Anerbung steht zwar mit seinen übrigen Briefschaften in gar keinem Zusammenhange; aber die Echtheit derselben, nämlich als Familien-Document, in Zweifel zu ziehen, scheint doch allzu bedenklich, nachdem Kaiser Ferdinand am 9. October 1630 das Wappen des Diederich von Montebroch genannt von der Hallen zu Geyen für wahr und richtig erklärt hat. So werden wir uns denn bei diesem Kaiserlichen Adelsbrief beruhigen müssen, um so mehr, da man mit aller Gewissheit annehmen darf, dass Herr Diederich zur Erlangung desselben, ausser jener Anerbung, auch noch andere Beweisstücke über seine Ahnen bei der Kaiserlichen Kanzlei einreichen musste. — Welcher Gegend die von Montebroch ursprünglich angehören, könnte ich nicht sagen; ich bemerke nur noch, dass eine Urkunde des Aachener Scheffenstuhls v. J. 1485 folgenden Namen bietet: „Tiele van Montebroich den man noempt Tiele zer Hallen.

      Diederich von Montebroich ist ohne Zweifel im J. 1630 Junker zu Geyen geworden; das erste Document, worin ihm dieser Titel beigelegt wird, ist vom 26. November. Christina von Frentz erscheint urkundlich zwar erst im J. 1620 als seine Gattin; aber sicherlich war dieselbe schon im J. 1611 mit ihm verheirathet. Wenn nun Diederichs Tochter, Johanna Maria von Hall, am 6. Februar 1654 noch minderjährig genannt wird, so ist man geneigt, dieselbe für das Kind einer zweiten Ehe zu halten[13]. Der Vater hatte vor, sie nach Cöln zu thun, um etwas zu lernen, und trat daher mit Herrn M. E. von Scheiderigh in Briefwechsel. Dieser schrieb ihm am 27. November 1650 zurück: „Ew. L. Dochtergen belangend, solt ein wenig

in ein Monatzeit he lernen kommen. Wan Ew. sie ein halb Jahr oder ein Jahr hier wollen thun gegen Gebühr, will Ew. L. aus Nachbarschaft und Freundschaft, so wir von Ew. L. entfangen, vergünstigen, wie woll wir sunsten keine Kinder he annehmen zu lernen, so he nit verbleiben; aber Ew. L. künnen weniger nit geben vor ein Jahr Kostgelt als 40 Rthlr.; darneben müssen Ew. L. sie auch versehen mit einem Bett mit seinem Zubehör, und sie in Kleidungh und Linenwerck halten, dass sie andern gleich ist, welches Ew. L. genugsam thun künnen.“ Ich weiss nicht, ob etwas aus der Schule geworden. Ich finde nur, dass Johanna Maria im Februar 1652 bereits die Gattin des Johann Peter Grass von Fliesteden war. Ihr Vater ist wohl bald nach ihrer Heirath gestorben; in den Briefschaften kommt derselbe zuletzt am 9. December 1651 vor.

      Unter Johann Peter Grass, der schon bald nach seiner Heirath mit dem Prädikat Junker erscheint, ist im J. 1664 im Hessischen Kriege der Canis-Hof abgebrannt, und zugleich wohl eine Menge Briefschaften mit in Flammen aufgegangen. Um den Hof wieder neu aufzubauen, nahm er mit Consens der Dompropstei bei Syndik Meinertzhagen in Cöln ein Kapital von 2000 Rthlr. auf, und verpfändete demselben die Güter dieses Hofs. Im J. 1671 ging diese Obligation an die Carthaus zum Vogelsang bei Jülich über, welcher überdies noch andere Güter, nämlich die zu Linnich und der halbe Hof zum Bungen (wovon die eine Hälfte damals Herr von Zievel zu Rischmühlen hatte) verschrieben wurden, bis im J. 1732 Freiherr von Gymnich zu Vischel Chorbischof zu Trier dies Kapital, Namens der Erbgenahmen von Grass, ablegte, und auf diese Weise die im Vorhergehenden erwähnte Neurather Erbrente redimirte.

      Am 9. September 1669 wurden die Gebrüder Johann Peter und Johann Werner Grass von Kaiser Leopold in den Freiherren-Stand erhoben. In dem betreffenden Diplom wird hervorgehoben, wie ihre Voreltern und insonderheit die Brüder Peter und Dionysius Grass vor hundert und mehr Jahren in des Fürstlichen Hauses Braunschweig Hofdiensten und zwar Dionysius als Jägermeister, ihr Vater Diederich Grass aber in dem letzt vorgewesenen deutschen Krieg und in specie anno 1635 und darauf folgenden Jahren in Kaiser Ferdinands III. Diensten als Cornet und Lieutenant zu Pferd bis auf erfolgten

Frieden sich ausgezeichnet, dessen Fusstapfen ihr jüngster Bruder Adolph Grass folgend, beim letzten Türken-Einfall in Ungarn als Fähndrich sein Leben ritterlich geopfert habe.

      Johann Werner Frh. von Grass, der jüngere Bruder, war Licentiat und Schultheiss zu Aldenhoven, und hinterliess drei Töchter, gemäss einem Vergleich der Erbgenahmen von Grass vom J. 1733, worin es also heisst: „Dessen sollen Johann Peters Kinder Johann Werners Kindern 600 Rthlr. herausgeben; davon bekommt die Frau von Darfeld mit ihren zwei Söhnen 200 Rthlr., und die geistliche Fräulein Maria Odilia von Grass auch 200, und die Frau von Fliesteden Maria Gudula mit ihrem Sohne auch 200 Rthlr.“ Die Frau von Darfeld betreffend so schreibt sie sich Maria Theresia Francisca, ihr Gatte Johann Wilhelm von Darfeld, und ihre beiden Söhne Philipp Jacob Franz und Wilhelm von Darfeld. Herr von Darfeld, der dem Westphälischen Adel anzugehören scheint, lebte mit Frau und Kindern in grosser Dürftigkeit. Ihre Verwandten hielten es jedoch für Pflicht, sie möglichst zu unterstützen; Die Wittwe Maria Gudula von Grass zu Fliesteden legirt im J. 1759 dem alten Herrn von Darfeld 70 Rthlr., „und dem jüngern Herrn Wilhelm von Darfeld solle verbleiben die Jurisdiction des Oberhauses lebenslänglich.“ Johanna Magdalena von Grass zu Geyen sagt in ihrem Testament v. J. 1756 also: „Zweitens vermache ich aus den jährlichen Einkünften des zu Polheim angekauften freyadlichen Guts[14] dem Jacob Philipp

von Darfeld als einem armen einfältigen Menschen lebenslänglichen Unterhalt.“ Der arme Wahnsinnige erhielt von 1752 bis 1757 auf dem Haus Geyen, und hiernach bei einer Wittwe Forst in Cöln auf Rechnung seine Verpflegung.

      Von den Söhnen des Johann Peter Frh. von Grass erhielt der älteste, Degenhard Heinrich, das Oberhaus oder die oberste Kitzburg zu Fliesteden. Derselbe verehelichte sich mit seiner Base, der bereits erwähnten Maria Gudula von Grass. Den Ehrenhof zu Glessen, den er im J. 1720 von Johann Werner Frh. von Zievel zu Rischmühlen und dessen Schwester Johanna Maria von Zievel erworben hatte, überliess er nebst dem dabei befindlichen Reuvers-Hof[15] am 18. September 1726 dem Abt zu Brauweiler, und erhielt dagegen hundert und vier im Büsdorfer und Fliestedener Felde gelegene Morgen Artland und überdies noch an baarem Gelde 6885 und einen halben Rthlr. Er ist noch in selbigem Jahre gestorben. Sein Sohn Johann Albert thätigte einen Verkauf, wovon Mutter und Verwandte vor der Hand nichts erfahren sollten. Am 11. März 1747 verkaufte er nämlich das freiadlige Rittergut zu Fliesteden mit dazu gehörigen Gebäuden, Gärten, Baumgärten, Wiesen, Büschen, Kämpen, Ländereien, Jagdgerechtigkeit nebst dem Jus Patronatus den Ehegatten Jacob Heinrich Frh. von Seraing und Amalia Christina Freyin von Nordeck für 16000 Rthlr., von welcher Summe Frh. von Grass einstweilen aber nur 2000 erhielt; die übrigen 14000 sollten ihm nach Tod seiner Mutter, welche von diesen Gütern die Leibzucht hatte, wann Herr von Seraing dieselben antrete, erlegt werden. Wobei dann auch noch vereinbart wurde, dass wenn Herr von Grass vor seiner Mutter stürbe, oder auch sich verheirathete, die 2000 Rthlr. nur als vorgestreckt betrachtet, und dem Herrn von Seraing a dato dieses mit 4 Prozent zurückerstattet werden sollten. Endlich

verbanden sich beide Theile festiglich, Keinem hiervon das mindeste zu offenbaren, mit dem Anhang, dass wenn einer unter ihnen schliessenden Theilen gegenwärtiges Geschäft kund machen und dessen erweislich befunden würde, dieser sogleich 2000 Rthlr. verliere, die dem verschwiegenen Theile zufallen sollten. — Freiherr von Grass starb vor seiner Mutter im J. 1755. An eine sofortige Zurückerstattung der 2000 Rthlr. nebst Zinsen war, wie die Verhältnisse standen, nicht zu denken. Um daher gesichert zu sein, kam Wittwe von Seraing beim Gerichte dahin ein, die revolutarischen Erbgenahmen von Grass zur eidlichen Manifestation der auf den verstorbenen Debitor gefallenen Erbgüter zu Geyen oder wo sie sonsten gelegen wären, anzuhalten, und sie, Wittwe, in diese väterlich angeerbten Devoluta, salvo usufructu superstiti matri competente, zu immittiren[GWR 2]. Worauf Ernest Werner Frh. von Grass die Anzeige machte, dass zu Geyen keine allodia revolutaria, woran der Verstorbene einiges Erbrecht gehabt hätte, und welche nach dem Tode seiner Mutter als Nutzniesserin pro debitis defuncti angegriffen werden könnten, vorhanden seien; eben so wenig könne die Schuldforderung als ein onus feudi betrachtet werden, da der Verstorbene an dem Lehengut Geyen keine Berechtigung gehabt. — Die Sache hatte einen mehrjährigen Prozess zur Folge. Wittwe von Seraing schien nicht geneigt, nach dem Tode der Frau von Grass zu Fliesteden gegen Erlegung von 14000 Rthlr. das Oberhaus zu übernehmen, und so ist sie denn wohl durch den, wie ich glaube, im J. 1762 stattgehabten Verkauf desselben zu ihrer Forderung gekommen.

      Nach diesen Geschichten ist von Geyen nur noch weniges zu berichtigen. Johanna Maria von Hall, die bei Lebzeiten ihres Gatten Johann Peter von Grass so ziemlich die ganze Administration des Landwirtschaftlichen geführt zu haben scheint, that sich nach dessen Tode derselben ab. Die Ländereien wurden theils verpachtet, theils auf halben Bau ausgethan. Nach dem im J. 1721 erfolgten Tode der Johanna Maria erhielt ihr ältester Sohn, Degenhard Heinrich von Grass, der mit Geyen belehnt worden war, am 3. September 1722 von dem Amte zu Bergheim folgende Zustellung: „Nachdem Ihro Churfürstliche Durchlaucht ad instantiam Erbgenahmen von Grass wider deren älteren Bruder von Grass, am 10. verwichenen

Monats gnädigst befohlen, was gestalten zwischen wohlbesagten Freiherrlichen Erbgenahmen die wirkliche Theilung vorzunehmen und von dem was dabei verhandelt worden, das Protocoll hierhin gehorsamst einzuschicken: als wird hochgemeltem älteren Bruder hiermit aufgegeben, sich über diese committirte Theilung nächst künftigen Mittwoch den 9. dieses binnen Bergheim ad protocollum umständlich zu erklären, da im widrigen Falle mit wirklicher Theilung verfahren werden solle“.

      Dem Herrn von Grass, der verschiedene Appertinenzien des Rittersitzes Geyen eigenmächtig veräussert hatte, mochte eine Theilung wohl nicht so ganz nach seinem Sinne sein, und um dieselbe zu hintertreiben, scheint er zur Dompropstei seine Zuflucht genommen zu haben. Diese richtete nämlich am 5. October selbigen Jahrs an die Erben von Grass folgendes Schreiben: „Demnach des Ertz- und Churfürstlichen Lehn-Thumstiffts Cöllen Thumprobsteyliche Mannkammer, worin das Lehnguth der Canis-Hoff zu Geyen gelegen cum appertinentiis sortiret, zu vernehmen kommen, dass auf erfolgtes Absterben der Wittiben von Grass zu gemelter Geyen deroselbige hinterlassene Erben Vorhabens seyn sollen, diesses Lehnguth gegen das Verbott der Rechten unter sich zu vertheilen, so hat vorbemelte Lehnkammer dieselbigen hiemit wohlmeinend erinneren wollen, diesses Vornehmens sich allermassen zu enthalten, wofern nicht gegenwärtig seyn wollen, dass widrigenfals von demselben mit der Caducität und Einziehung desselben verfahren werde“. Ein ähnliches Schreiben erfolgte am 27. November. So verstand es sich denn von selbst, dass man die verschiedenen Ländereien als ein gemeinsames Familien-Gut behandelte. Bei dieser Gemeinschaft verblieb es bis zum J. 1733, wo man die verpachtete Länderei zwar noch in derselben Weise bestehen liess, die zur Halbscheid gebaute aber, ohne Rücksicht, ob feudal oder allodial, unter sich vertheilte. Hierbei vereinbarte man sich aber, dass wenn der Lehenherr dieser Zergliederung der Güter inne würde, sie sämmtlich pro consensu anstehen, oder alles wieder in Gemeinschaft belassen wollten.

      Ernest Werner Frh. von Grass, der nach Tod seines Bruders im J. 1726 die Belehnung mit Geyen empfing, wurde nach Absterben seiner Schwestern unbeschränkter Herr dieses Rittersitzes. Durch seine Heirath mit Maria Anna Francisca Freyin

von Palant, kam er zugleich in den Besitz des Hauses Borschemich[16]. Derselbe starb im J. 1767, und seine Hinterlassenschaft erbte auf seinen ältesten Sohn Anscharius Philippus Frh. von Grass. Von diesem ist nur zu melden, dass er ein sehr achtungswerther Herr war, der das Rechte liebte und suchte, und nach Kräften allen Uebelständen abhalf, und auch die Schulden möglichst zu mindern bestrebt war. Er blieb unverehelicht und nach seinem im J. 1784 erfolgten Tode fiel das ganze Vermögen an seine beiden Schwäger Freiherren von Olmissen und von Houve[17].

      Nachdem ich so zu Ende der Geschichte von Geyen gelangt bin, gebe ich jetzt noch eine


Genealogie der Herren von Grass.

A.

      Diederich Grass, Inhaber der obern Kitzburg zu Fliesteden hatte mit seiner Gattin Gertrud Knor[18] etwa vier Kinder:

  1. Johann Peter Frh. von Grass (B).
  2. Johann Werner Frh. von Grass, Licentiat und Schultheiss zu Aldenhoven, verheirathet mit Elisabeth Tochter des Wilhelm Contzen Fürstlichen Landschreibers und Vögten zu Heinsberg, und der Sophia Schroeder. Er ist, wie es scheint, bald nach 1706 gestorben, und hat drei Töchter hinterlassen:
    1. Maria Theresia Francisca von Grass, verh. mit Johann Wilhelm von Darfeld.
    2. Maria Odilia von Grass, Nonne, gest. 11. April 1750.
    3. Maria Gudula von Grass, verh. mit Degenhard Heinrich von Grass.
  3. Adolph Grass, der vor 1669 in Ungarn gegen die Türken geblieben.
  4. Johanna Cecilia Grass, geistlichen Standes[19].
B.

      Johann Peter Frh. von Grass, Herr zu Fliesteden, wurde durch seine Heirath mit Johanna Maria von Hall zugleich Herr zu Geyen. Er ist im J. 1691 gestorben, seine Gattin im J. 1721. Seine Kinder sind folgende:

  1. Degenhard Heinrich von Grass, Herr zu Fliesteden, verh. mit Maria Gudula von Grass. Derselbe starb 1726 mit Hinterlassung eines Sohnes Johann Albert, der unverehelicht am 8. May 1755 mit Tod abgegangen.
  2. Adolph von Grass, der vor 1709 gestorben ist.
  3. Ernest Werner von Grass (C).
  4. Maria Theresia von Grass ist 1734 unverehelicht gestorben.
  5. Johanna Maria von Grass scheint mit einem Herrn zum Dehren verheirathet gewesen zu sein, und ist 1727 gestorben.
  6. Maria Christina Elisabeth von Grass starb unverehelicht am 7. Januar 1761 zu Cöln, in einem Alter von 92 Jahren.
  7. Johanna Magdalena von Grass starb unverehelicht im November 1756.
  8. Anna Helena Margaretha von Grass war seit 1733 mit Wilhelm Joseph von Hertmanni, Herrn zu Gross- und Klein-Kollenberg verheiratriet, und seit 1749 Wittwe.
C.

      Ernest Werner Frh. von Grass Herr zu Geyen wurde durch seine Heirath mit Maria Anna Francisca Freyin von Palant, zugleich Herr zu Borschemich. Er ist im J. 1767 gestorben, und hat folgende Kinder hinterlassen:

  1. Anscharius Philippus Hermann von Grass, Herr zu Geyen und Borschemich, ist am 5. März 1784 unverehelicht gestorben.
  2. Daniel Theodor von Grass, geb. 1734, scheint bald nach seinem Vater gestorben zu sein.
  3. Maria Anna von Grass verh. mit Gerhard Caspar Frh. von Olmissen genannt Mulstroe Herrn zur Hallen. Ihre einzige Tochter und Erbin, Francisca von Olmissen, wurde im J. 1788 die Gattin des Emmerich Joseph Frh. Raitz von Frentz zu Kellenberg.
  4. Elisabeth Barbara von Grass verh. mit J. Thomas Antonius Frh. von Houve zu Kiffelberg.




Die Herren von Wylich zu Winnenthal.

[20]




      Peter, Diederich und Adolph von Wylich, nämlich Vater, Sohn und Enkel, alle drei Herren zu Wylich und Diesfort (Diersfort) und überdies Erbhofmeister von Cleve — sind die Vorfahren der Herren zu Winnenthal. Letzterer hatte mit seiner Gattin Elisabeth von dem Bylant zwei Töchter: Elisabeth verh. mit Mathias von Loe zu Wissen, Judith verh. mit Johann von Raesfeld zum Ostendorf, und einen Sohn

A.

      Diederich von Wylich Herr zu Diesfort, Erbhofmeister, der im J. 1533 von Herzog Johann, und 1545 wieder von Herzog Wilhelm, für sich und seine Nachkinder „so waell vp frouwelicke als Manlicke geboirt to vereruen“ mit Winnenthal belehnt ward. Derselbe war dreimal verheirathet: a, mit Elberten von dem Boetzlaer; b, mit Anna Tochter des Ritters Vincenz von Schwanenberg und der Alverade von Palant zu Laurenzberg; c, mit Raba Tengnagel, nach Fahne seit 1542. Aus erster Ehe stammen folgende Kinder:

  1. Adolph von Wylich zu Diesfort, Erbhofmeister, verh. mit Elisabeth von Milendonck.
  2. Elisabeth von Wylich verh. mit Franz von Hatzfeld zu Merten.
  3. Anna von Wylich verh. mit Johann von Bueren zu Grieth.
  4. Gertrud von Wylich heir. 1543 Wessel von Loe zu Fonderen.
  5. Hadwich von Wylich heir. 1544 Diederich Ketteler Sohn des Goswin Ketteler zur Hovestadt.

      Kinder der zweiten Ehe sind: Vincenz, Peter, Philipp, Diederich und Maria von Wylich (verh. mit Mauritz von Ripperda). Aus dritter Ehe stammt endlich Stephan von Wylich zu Kervendonck, verh. mit Margaretha von Wyttenhorst.

      Da also Winnenthal nur den Kindern zweiter Ehe gehören sollte, so wurde Vincenz von Wylich (verh. mit Judith von Palant) nach Absterben seines Vaters Diederich im J. 1570 von Herzog Wilhelm mit diesem Hause belehnt. Derselbe ist aber nicht lange nachher, und sein Bruder Peter von Wylich wie es scheint, noch vor ihm, ohne Leibeserben mit Tod abgegangen. Philipp von Wylich, der das im Kirspel Dingede gelegene, an die Abtei Werden lehenrührige Mannlehen Nortbruick besass, war gleichfalls nur kurze Zeit Herr zu Winnenthal; er ist nämlich 1584 oder das Jahr vorher, gleichfalls kinderlos gestorben. So erbte denn das Lehen der vierte Sohn, der Herr zu Probstinck war.

B.

      Diederich von Wylich Herr zu Winnenthal und Probstinck heirathete im J. 1567 Maria von Buir (Tochter des Hermann

von Buir und der Elisabeth von Merode zu Franckenberg), mit der er folgende Kinder hatte:

  1. Diederich von Wylich verh. mit Anna von Merfeld.
  2. Adolph Hermann von Wylich (C).
  3. Elisabeth von Wylich heir. 1590 Heinrich von Bilderbeck zu Eigelsberg (Sohn Balthasars und Carden Wulfs).
  4. Agnes von Wylich heir. 1609 Heinrich von Ascheberg (Johanns Sohn).
  5. Maria von Wylich scheint unverehelicht geblieben zu sein.

      Nach Tod des Diederich von Wylich wurde sein ältester gleichnamiger Sohn mit Winnenthal belehnt. Eine zweite Belehnung empfing, während dessen Abwesenheit, im J. 1596 die Mutter Maria von Buir vom Herzog Johann Wilhelm, mit dem Zusatz, dass Diederich von Wylich „wannehe hie wederumb anheimsch kommen, sich seluer beleenen laten sall.“ Späterhin einigten sich die beiden Gebrüder dahin, dass der ältere das Haus Probstinck, der jüngere Winnenthal erhielt.

C.

      Adolph Hermann von Wylich Herr zu Winnenthal, Pfandherr zu Doeringen, und Drost zu Hennepff, verheirathet mit Catharina Tochter des Carsillis von Palant Herrn zu Ruiff und Rulant. Derselbe ist gegen 1627 gestorben. Seine Tochter Antonetta Maria von Wylich heirathete 1629 Johann Rudolph Frh. von Palant Herrn zu Breidenbent, und 1634 Luther Frh. von Bönninghausen General-Wachtmeister. Sein Sohn ist

D.

      Diederich Carl Frh. von Wylich und Rickolt, Herr zu Winnenthal, Borth und Hüls, Erbgesessener zu Doeringen und Mickelen, Fürstlich Münsterscher Geheimrath und Kantzler. Im J. 1647 wurde er vom Churfürst Friedrich Wilhelm mit der Jurisdiction über Haus und Freiheit Winnenthal und Dorf Borth belehnt. Späterhin zog er sich von Seiten der Preussischen Regierung, ich weiss nicht warum, eine Strafe zu, und hat, wie er selbst bemerkt: „pro patria eine zweyjährige gefängnus zu Spandauw ausgestanden.“ Er war dreimal verheirathet, in erster Ehe seit 1640 mit Odiliana Freyin von dem Bongart zu Paffendorf, in zweiter seit 1656 mit Raba Catharina Freyin von Wachtendonck, in dritter seit dem 23. August 1677 mit Hardwich

Buysers, die aber schon nach zwei Monaten Wittwe war. Aus erster Ehe stammen folgende Kinder:

  1. Adolph Hermann von Wylich (E).
  2. Anna Maria von Wylich heirathete 1661 Franz Frh. von Nesselrode.
  3. Catharina Antonetta und Adriana Bernhardina von Wylich Nonnen zu Marienbaum.

      Kinder der zweiten Ehe sind folgende:

  1. Diederich Adolph von Wylich, geb. 1659, ist unverehelicht 1682 zu Paris gestorben.
  2. Hermina von Wylich, geb. 1663, heirathete 1682 Franz Wolfgang Werner Joseph Frh. von und zu Leerodt, und ist wohl wenige Jahre nachher gestorben; denn ihr Gatte schritt schon 1686 mit Maria Catharina Margaretha Freyin von dem Bongart zur Heyden zur zweiten Ehe.
  3. Catharina von Wylich Nonne im Kloster Hagenbusch.
  4. Anna Elisabeth und Sophia Dorothea von Wylich Nonnen im Annuntiaten-Coelestinen Kloster zu Düsseldorf, wo sie den Namen Maria Seraphina und Maria Philippina annahmen.
E.

      Adolph Hermann Werner Frh. von Wylich, Herr zu Winnenthal, Borth, Doeringen und Mickelen. Derselbe ward am 23. October 1677 vom Churfürst Friedrich Wilhelm mit dem Hause Winnenthal und dessen Jurisdiction, gleichwie sein Vater, belehnt. Im J. 1670 heirathete er Petronella Freyin von Waldbott-Bassenheim zu Gudenau (Tochter des Ferdinand und der Maria Quad zu Buschfeld), und ist 1681 gestorben, mit Hinterlassung zweier Töchter:

  1. Adriana Alexandrina Hermina Francisca von Wylich, die nach Absterben ihres Vaters, am 25. August 1681 vom Churfürst Friedrich Wilhelm mit Winnenthal und Doeringen belehnt ward, heirathete im J. 1688 Johann Arnold Edmund Frh. von Leerodt, der nach ihrem Tod, im J. 1701 von Friedrich König von Preussen die Belehnung beider Häuser empfing.
  2. Maria Antonetta von Wylich wurde im J. 1693 die Gattin des Grafen Bertram Carl von Nesselrode.



Die Herren von Ense zu Anröchte und Westernkotten.




      Die Hauptbesitzungen der Herren von Ense scheinen um die Zeit, wo ihre Genealogie beginnt, zu und bei Saltzkotten gewesen zu sein. Mit dem Burghause zu Saltzkotten wurden sie nach einander von den Bischöfen zu Paderborn belehnt zuletzt im J. 1654. Dies Burglehen gaben sie in Pachtung als sie zu Anröchte, und dann zu Westernkotten ihr adliges Haus hatten.

A.

      Heinrich von Ense, wahrscheinlich ein Sohn des Wichard, war mit Regule von Verne Wittwe des Johann Crevete verheirathet, und hat zwei Söhne hinterlassen: Wichard von Ense, von welchem Heinrich von Ense abstammt, der längere Zeit Domherr zu Paderborn war, aber im J. 1461 sich also schreibt: „Hinrich van Ense zeligen Wichardes sone Knape.“ Derselbe hatte mit Werner und Wilhelm Crevete (seligen Wilhelms Söhnen) wegen des Amtes zu Verne Zwistigkeiten, die im J. 1448 unter Vermittelung von Schiedsfreunden dahin beigelegt wurden, dass die Gebrüder Crevete an dem einen, und er Heinrich von Ense an dem andern Theile des Amtes sitzen und bleiben sollten, so wie dasselbe an ihre Eltern und sie gekommen[21]. Er scheint keine Kinder hinterlassen zu haben. Sein Antheil an dem Amte Verne kam an die Erben von Heinrichs zweitem Sohne Gerhard, gewöhnlich genannt

B.

      Gerd von Ense, welcher mit Pernette von Plettenbracht verheirathet war. Demselben versetzte Goswin von Melderke im J. 1395 gegen eine Summe von 900 Rheinischen Gulden, neben verschiedenen andern Gütern, seine an den Erzbischof von Cöln lehenrührige Burg zu Anröchte, so wie auch sein Recht in der Kirche und auf dem Kirchhof: welche Pfandschaft nicht wieder eingelöst worden ist. Im J. 1397 verkaufte Heydenreich von Plettenbracht[22] seinem Vetter Heydenreich von Plettenbracht genannt Plassedregh und dessen Tochtermanne Gerd von Ense, den Zehenden zu Aspen nebst einigen andern Gefällen und Gütern, im Kirspel von Erwitte gelegen[23]. Ferner übergab Adolph Herzog von Cleve und Graf von der Marck im J. 1419 dem Gerd von Ense und Bernet seiner Gattin die Burgmühle zu Lippstadt auf Lebensdauer, gegen einen Census von zwanzig Rheinischen Gulden, so die Burg jährlichs von der Mühle zu erheben hatte. Sodann beurkundet Diederich Erzbischof von Cöln und Administrator zu Paderborn im J. 1420, dass er den Gerd von Ense, dem das Amt Erwitte in frühern Zeiten für 1450 Rheinische Gulden verschrieben worden, so lange im Besitze dieses Amtes lassen wolle, bis ihm der Pfandschilling erstattet worden[24]. — Gerd von Ense, der gegen 1439 gestorben, hat etwa folgende Kinder hinterlassen:

  1. Heinrich von Ense (C).
  2. Regule von Ense verh. mit Godert von Meschede. Ihre Söhne Gerd und Lyppolt von Meschede besassen den halben Enseschen Antheil an dem Amte Verne.
  3. Kunne von Ense in zweiter Ehe mit Friedrich von Padberg verheirathet. Ihre Söhne Friedrich und Cord von Padberg verpfändeten im J. 1453 gegen eine Summe von 400 Rheinischen Gulden ihren halben Theil von dem alten Hause und Schlosse Padberg[25] mit all seiner Gerechtigkeit dem Heinrich von Ense (seligen Wichards Sohn) Domherrn zu Paderborn, dem Godert von Meschede, Heinrich von Ense Amtmann zu Brilon, und Rotger Ketteler zur Assen.
C.

      Heinrich von Ense zu Anröchte, Amtmann zu Brilon, wurde vom Erzbischof Diederich von Cöln im J. 1439 mit der „Erff Cameryen“ des Marschall-Amts von Westphalen, sodann auch, auf Absterben seines Vaters Gerd, mit dem Hause zu Anröchte, mit dem Hofe zu Honroide und mit einer Huve genannt „Conrait des Hertzoge Hoeue“ belehnt. Im J. 1441 verpfändete ihm der Erzbischof das Amt Brilon. Derselbe hatte in der Fehde mit dem Herzog von Cleve und denen von Soest eine Summe von 1615 Rhein. Gulden bei ihm aufgenommen: wofür er ihm im J. 1451 auch noch Burg und Amt zu Anröchte sammt Land und Leuten und allem Zubehör verpfändete, so lange bis dieser Pfandschilling zurückerstattet werde. — Heinrich von

Ense war zweimal verheirathet. Aus seiner Ehe mit Adelheid stammen etwa vier Kinder:

  1. Gerd von Ense, der im J. 1428 Drudeke Tochter Regwins Vincken selig und Gosteken Harmans heirathete, und gegen 1442 kinderlos gestorben ist[26].
  2. Regele von Ense heirathete im J. 1450 Johann von Dalwig Sohn des Reinhart von Dalwig Amtmann zu Lichtenfels[27]. Der Ehevertrag wurde zu Corbach geschlossen im Beisein folgender Dedingslude: Heinrich von Ense (Wichards Sohn) Domherr zu Paderborn, Rotger Ketteler, Gadewert von Meschede, Heinrich und Thonys von Berninghausen Gebrüder, Noldeke von Melderich und Ludolf von der Borch.
  3. Bernette von Ense heirathete gemäss Fahne, im J. 1457 Heinrich vom Varste, welcher nach einer andern Stelle bei Fahne das Haus Gerckendael von ihr erbte: das dann durch Heinrichs Tochter Bernette an die Herren Ketteler gekommen sei[28].
  4. Godert von Ense ist gegen 1479 gestorben. Diederich von Erwitte und Godert von Ense kommen 1471 als Amtleute zu Brilon vor. Demnach besass Godert die Pfandschaft dieses Amtes nicht mehr allein. Im J. 1470 schloss er mit seinem Schwager Johann von Dalwig einen Vertrag, dass ihre noch jungen Kinder, Philips von Dalwig und Edeling von Ense, nach vierzehn Jahren sich mit einander verehelichen sollten. Das Brautpaar hat diese

    Frist jedoch nicht abgewartet. Aus ihrem Ehebunde sind folgende Kinder entsprossen:

    1. Caspar von Dalwig zu Lichtenfels.
    2. Margaretha von Dalwig verh. mit Adolph Rawe zu Holtzhausen Amtmann zu Schotten.
    3. Dorothea von Dalwig verh. mit Ebert von Eberstein Amtmann zu Schwartzenfels.
          Diese drei Geschwäger wurden in Folge eines Prozesses, den sie gegen Adrian von Ense führten, im J. 1524 von Jodocus Abt zu Flechdorf mit dem Zehenden zu Aspen und Papperinckhof belehnt, bis sie sich im J. 1526 mit Adrian und seinen Söhnen verglichen und gegen eine Summe von 2300 Gulden von allen fernem Forderungen abstanden[29].

      Heinrich von Ense, dessen erste Gattin Adelheid im J. 1437 noch im Leben war, ist wohl gegen Ende des Jahrs 1440 mit Ymmen zur zweiten Ehe geschritten; wenigstens hat er derselben 1441 auf Donnerstag nach Neujahr eine Huve Landes zu Hockelheim[30] zu ihrem Witthum verschrieben. Aus dieser Ehe stammen Söhne und Töchter. Aber nur Adrian von Ense kann man mit Bestimmtheit als einen Sohn der Ymma bezeichnen. In einem Kaufbrief v. J. 1508 findet sich Catharina von Ense als Gattin des Cunseman von Valckenberg. Dieselbe verkauft nämlich einen Garten vor den Saltzkotten gelegen, der ihr von Heinrich von Ense ihrem Vater selig anerstorben, dem Bürgermeister zu Saltzkotten auf Wiederkauf. Dieser Garten gehörte im J. 1448 noch dem Domherrn Heinrich von Ense. Dass dieser aber ohne Leibeserben gestorben, folgt wohl aus dem Umstande, dass eine ziemliche Anzahl ihn betreffender Urkunden mit den Briefschaften der Herren zu Anröchte sich vereinigt befinden, so dass man diese für Erben desselben halten darf. Nach meinem Dafürhalten war Catharina eine Bruders Tochter

des Adrian von Ense. Eine Schwester desselben war vielleicht mit Friedrich von Hörde zu Störmede verheirathet. Endlich sei noch bemerkt, dass Adrian in einer Urkunde v. J. 1483 den Jaspar Westphal seinen Bruder nennt.

D.

      Adrian von Ense Drost zu Anröchte, wurde nach Absterben seines Halbbruders Godert im J. 1479 von Symon Bischof zu Paderborn mit dem Burglehen zu Saltzkotten und dem halben Theil des Zehenden zu Verne belehnt. Die Städte Berchem und Alen hatten fortwährend mit ihm und seinen Brüdern Zwistigkeiten. Im J. 1469 bekannten dieselben, dass sie mit Godert und Adrian von Ense und ihren andern Brüdern von wegen der bisherigen Fehde gesühnt seien, wofern diese ihnen 44 Rheinische Gulden entrichteten. Aber es währte nicht lange, so standen sie sich schon wieder feindselig einander gegenüber, bis endlich im J. 1480 Godert Ketteler Drost zur Hovestadt, Diederich von Erwitte, Arnt und Johann von dem Schorlenberge Gebrüder, und Rembert Clusener der Junge zwischen beiden Städten und Adrian von Ense wegen der neulichen und aller vergangener Fehden einen dauernden Vergleich vermittelten. — Im J. 1520 stifteten die Ehegatten Adrian von Ense und Catharina (von Berninghausen) bei den Kreutzbrüdern des Klosters zu dem Steinhaus in dem Lande von dem Berge bei der Byenborch gelegen, zwei Jahrgedächtnisse mit Messen und Vigilien zu halten. Adrian ist im J. 1526 gestorben. Seine Kinder sind folgende:

  1. Heinrich von Ense (E).
  2. Godert von Ense ist wohl bald nach 1521 gestorben. Ihm und seinem Bruder Heinrich verkaufte Volpert von Cobbenrode im J. 1519 seinen halben Theil des Zehenden zu Aldenbüren.
  3. Ludolph von Ense ist vor 1530, wie es scheint unverehelicht gestorben.
  4. Gerd von Ense Domherr zu Münster.
  5. Margaretha von Ense verh. mit Cord von Brencken, mit dem sie drei Kinder hatte: Johann, Walpurgis (verh. mit Johann Droste zu Erwitte) und Catharina von Brencken.
E.

      Heinrich von Ense zu Anröchte heirathete im J. 1521 Catharina

Tochter des Rave von Paffenheim zum Canstein selig und der Catharina von Viermyn. In dem Ehevertrage kommen auf Heinrichs Seiten vor: sein Vater und seine Brüder Godert und Ludolph von Ense, sodann Diederich von Erwitte, Jaspar Westphal und Jaspar von dem Schorlenberg. Auf Seiten der Braut: ihre beiden Brüder Rave und Lyppolt von Paffenheim zum Canstein, Philips von Tzwyst der Alte, Friedrich von Tzwyst, Wilhelm von Brencken, Johann und Hermann Gebrüder von Viermyn. — Heinrich von Ense ist schon im J. 1530 gestorben[31] mit Hinterlassung folgender Kinder:

  1. Adrian von Ense (F).
  2. Heinrich von Ense ist gegen 1555 unverehelicht gestorben.
  3. Catharina von Ense verh. mit Friedrich von Papenheim zu Stammen[32].
  4. Anna von Ense Stiftsdame zu Schwartz-Rheindorf.
F.

      Adrian von Ense Erbgesessener zu den Westernkotten und Drost zum Stromberge. Derselbe war von 1531 bis 1556 Domherr zu Münster. Im J. 1560 übergab ihm Bernhard Bischof zu Münster Haus und Amt Stromberg. Haus und Amt Anröchte, das Erzbischof Diederich von Cöln dem Heinrich von Ense Gerds Sohne verschrieben hatte, forderte Erzbischof Hermann im J. 1543 zurück, mit der Mahnung, Montags nach dem Sonntage Invocavit, Morgens zu acht Uhren auf dem Rathhaus zu Geseke den Pfandschilling zu empfangen, davon zu quittiren, Haus und Amt einzuräumen, und die Pfandverschreibung zurückzustellen. Diese Ankündigung hatte, da die Gebrüder von Ense wegen etlicher Güter, Baugeldes, Winterfrucht und Abnutzungen, so ihnen nach der Wiederlöse entzogen worden, bedeutende Gegenforderungen machten, viele und lange Schreibereien zur Folge. Im J. 1565 erbot sich Erzbischof Friedrich, die streitigen Güter, so ausserhalb der Gemarkung Anröchte gelegen, dem Adrian von Ense erblich zu überlassen, und sollen die Herren, welche diese Güter bisher inne gehabt, ihm einmal

1200 Thaler erlegen: worauf derselbe aber nicht eingegangen ist. Im J. 1568 schlug Erzbischof Salentin einen neuen Vergleich vor, worin er sich erbot, ihm ausser den streitigen Gütern noch den Erzstifts-Hof zu Westernkotten, der jährlichs fünf Malter Korn und Hafer that, erblich zu überlassen, dazu noch fünf Malter Korn und Hafer Erbrenten an andern Orten zu überweisen, und für Abnutzung, Unkosten und was er sonst zu fordern habe, binnen Jahres Frist 2000 Thaler auszuzahlen. Dieser Vorschlag wurde dann endlich im J. 1575 mit einigen Modificationen angenommen und zu Pergament gebracht. — Als Adrian von Ense im J. 1591 seinem Sohne Heinrich das Haus Westernkotten abtrat, bemerkt er: In seinen kindlichen Tagen sei er unverschuldet vom Hause Anröchte gesetzt und aushausig gemacht worden, und habe derowegen eine alte nicht, fast tüchtige adlige Wohnung an sich gebracht[33], und dieselbe mit grosser Mühe, Kosten und Arbeit dem Stande zu Ehren erweitert, gebessert, und aus dem Grunde gebauet und zugerichtet. Seit 1395 besassen die Herren von Ense eine eigene Burg zu Anröchte, oder wenigstens ein Lehenhaus. Späterhin verpfändete Erzbischof Diederich dem Heinrich von Ense das Amt Anröchte, und erlaubte ihm zur Reparatur der baufällig gewordenen Amtmanns-Wohnung 300 Rheinische Gulden zu verwenden, die ihm bei der Ablöse des Amtes erstattet werden sollten. Ohne Zweifel hat Heinrich dies Haus nach seinem Geschmack und seiner Bequemlichkeit restaurirt, und demselben mehr die Gestalt einer adligen Burg gegeben. Er und seine Nachkommen wohnten in demselben, und vernachlässigten ihr Lehenhaus[34]. So war

es denn für Adrian freilich eine unangenehme Sache, aus der Wohnung seiner Ahnen gesetzt zu werden; aber hatte er nicht anderweitige Gründe zu gerechter Klage, so konnte er sich wenigstens über die Räumung eines Pfandhauses nicht beklagen. — Im J. 1556 heirathete er Johanna Tochter des Adolph von Raesfeld Herrn zum Ostendorf und der Irmgard Schenckinck[35]: durch welche Heirath er nach kinderlosem Absterben des Johann Schenckinck im J. 1587 ein Ansehnliches erbte. Erben desselben waren Johann von Raesfeld, Adrian von Ense und Heinrich von Ledebur. — Er ist im J. 1594, und seine Gattin im J. 1605 gestorben. Neben ihrem Sohne Heinrich haben diese Ehegatten vier Töchter hinterlassen:

  1. Catharina von Ense heir. im J. 1574 Mathias de Wendt zu Holtfeld (Sohn des Lubert de Wendt und der Anna von Aldenbokum). Mathias, der späterhin Drost zu Ravensberg wurde, ist der Vater des Lubert de Wendt Drost zu Bensberg, der im J. 1603 Agnes von Reuschenberg Tochter des Franz von und zu Reuschenberg und der Hermanna von Steprode zu Hoengen heirathete.
  2. Elisabeth von Ense heir. im J. 1593 Curt von Immessen Erbgesessenen zu Wever (Sohn des Melchior von Immessen und der Emerentiana Crevet). Beide Ehegatten wurden im J. 1594 von der Abtei Corvey mit dem Dorfe Messenhausen belehnt.
  3. Anna von Ense heir. im J. 1601 Giesebert Jürgen von Schnetlage zu Wulfften (Sohn des Rudolph von Schnetlage und der Lucia von Amelunxen).
  4. Irmgard von Ense heir. im J. 1603 Lubert von Brempt Herrn zu Witten.
G.

      Heinrich von Ense Erbgesessener zu Westernkotten heirathete im J. 1592 Diederichen Edeltochter zu Buyren. Im J. 1623 übergab er seinem ältesten Sohne Haus und Sitz Westernkotten mit allen seinen Appertinenzien; für sich behielt er das Haus

zum Hope im Stift Münster, den Hof Schwartzenberg[36] und die Schenckingschen Güter. Er ist 1626 gestorben und hat drei Kinder hinterlassen: Clara Ursula von Ense Nonne im Kloster Maria Sion zu Cöln, Adrian Johann von Ense der unverehelicht geblieben, und

H.

      Walther Philipp von Ense zum Hoipe und Westernkotten. Derselbe heirathete im J. 1627 Catharina von Hörde[37], und schritt im J. 1644 zur zweiten Ehe mit Gertrud Agnes von Mönninghausen Wittwe von Closter, der er die Versicherung gab, dass er sie bei ihrem evangelischen Religions-Exercitium nicht stören wolle. Sodann wurde bedingt, dass die Kinder erster Ehe nach Absterben des Vaters in seinen Gütern succediren sollen; würden aber die beiden Söhne erster Ehe ohne Leibeserben sterben, dann sollen die aus zweiter Ehe zu erzielenden Söhne der Tochter erster Ehe in der Succession vorgezogen werden. — Walther Philipp von Ense ist im J. 1654 gestorben. Seine drei Kinder erster Ehe sind:

  1. Adam Philipp von Ense zu Westernkotten und Hoipa, Ritterlicher Landes-Deputirter, war mit Maria Dorothea von Neheim verheirathet, und ist im J. 1674 gestorben mit Hinterlassung einer minderjährigen Tochter Catharina Dorothea von Ense, welche die Gattin des Caspar Stephan von Valcke geworden.
  2. Moritz Gottfried von Ense ist vor seinem Bruder gestorben.
  3. Eva Dorothea Elisabeth von Ense heir. im J. 1650 Johann Bernhard Westphal zu Herbram.

      Aus zweiter Ehe des Walther Philipp von Ense stammen gleichfalls drei Kinder:

  1. Maria Sibilla Catharina von Ense wurde im J. 1669 Capucinessin zu Paderborn, und nahm als solche den Namen Anna Ursula an.
  2. Walther Adrian von Ense, ältester Sohn, ist 1670 oder im folgenden Jahr gestorben.
  3. Georg Philipp von Ense Ritterlicher Erbgesessener zu Westernkotten. Derselbe widmete sich Anfangs dem geistlichen Stande. Am 13. April 1671 attestirt ihm Aloysius Spinula Rector am Collegium Germanicum zu Rom, dass er zwei und ein halbes Jahr dort studirt und sich während der Zeit durch gutes Verhalten und frommen Sinn vorteilhaft ausgezeichnet habe, und fügt hinzu: „Quamobrem cum iam in Germaniam proficiscatur, nos qua illum benevolentia nobiscum commorantem complexi sumus, eadem discedentem paterne prosequiimur“. — Nach Tod seines Halbbruders Adam Philipp schloss er am 5. Juny 1674 mit dessen Wittwe einen Vergleich, gemäss welchem dieselbe gegen eine Summe von 6000 Rthlr. von aller Erbgerechtigkeit abstand[38]. Im J. 1679 heirathete er Maria Elisabeth Theresia von Wrede (Tochter des Chur-Cölnischen Cammerherrn Johann Heinrich von Wrede zu Brünningkausen und der Sibilla Elisabeth von der Horst), und ist am 23. Januar 1681 gestorben, mit Hinterlassung einer Tochter Johanna Dorothea Bernardina von Ense[39], welche die Gattin des Christoph Bernhard Frh. von Schade wurde und demselben das Haus Westernkotten mit seinen Appertinenzien zubrachte.




Die Herren von Schade zu Grevenstein und Blessenol.




A.

      Henneke Schade Burgherr zum Grevenstein, oder wie es in Urkunden heisst: „de wonet to dem Greuenstene“. Derselbe gehört der letzten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts an, und ist gegen 1410 gestorben. Von ihm stammen folgende Kinder:

  1. Volpracht Schade erhielt nach Tod seines Vaters das Haus zum Grevenstein, das Gut zu Meynekenbert und den Hof zu Nieder-Melbeke. Aber die beiden erstem Güter besitzt in der Folge sein jüngerer Bruder; während er sich also schreibt: Volpracht Schade wohnhaft zu Berge[40].
  2. Henneke Schade (B).
  3. Hermann Schade Canonich der Collegiat-Kirche St. Walburgis zu Meschede.
  4. Rotger Schade Abt zu Grafschafft.
  5. Aleke und Blideke Schade, von denen letztere geistlichen Standes gewesen zu sein scheint.
B.

      Henneke Schade genannt Meynekenbert, wohnhaft zum Grevenstein, verheirathet mit Margaretha. Demselben verkauften im J. 1427 die Ehegatten Heinrich von Berninghausen und Metke[41] ihre Güter zu Blessenol gelegen, nämlich „dey ouersten gude.“ Teypele Sprenger Bürger zu Grevenstein überliess ihm im J. 1430 sein Haus zu Blessenol und einen Theil seines dortigen Hofes gegen andere Länderei. Friedrich Ketteler, Elseke seine Gattin, und Cord Ketteler sein Sohn[42] verkauften im J. 1449 dem Henneke Schade und Teypele Sprenger vier Malter Korn jährlicher Rente aus ihren Gütern zu Blessenol, nämlich aus dem obersten Gute ein Malter Roggen und ein Malter Hafer, und aus dem niedersten freien Gute gleichfalls ein Malter Roggen und ein Malter Hafer; und ferner noch ihren schmalen Zehenden zu Blessenol.

C.

      Volpert Schade wohnhaft zum Grevenstein, verheirathet mit Belyken. Ihm verkaufte der eben erwähnte Cord Ketteler im J. 1461 seinen Zehenden zu Blessenol.

D.

      Jurgen Schade zum Grevenstein, welcher im J. 1493 von Diederich von Cobbenrode ein Erbgut zu Cobbenrode kaufte,

und 1502 dem Symon Schade und Margaretha seiner Gattin[43] eine Erbrente verkaufte, hatte mit seiner Gattin Jutte von Stockhausen folgende Kinder:

  1. Steffen Schade (E).
  2. Johann Schade, Stammherr der neuern Linie zum Grevenstein.
  3. Tonnies Schade Pastor zu Grevenstein.
  4. Jutte Schade verh. mit Volpert von Esleve.
E.

      Steffen Schade zu Wildeshausen: welches Haus ihm seine Gattin Christoffel von Padberg zugebracht hat. Er ist gegen 1552 gestorben, und hat folgende Kinder hinterlassen:

  1. Tonnies Schade zu Wildeshausen ist unverehelicht, wahrscheinlich im J. 1569 gestorben.
  2. Rotger Schade (F).
  3. Anna Schade heirathete im J. 1566 Johann Wrede zu Melschede.
  4. Maria Schade heir. im J. 1581 Adolph von Hanxlede genannt Bock.
F.

      Rotger Schade zu Blessenol heirathete am 3. Juny 1567 Catharina Riedesel, die ihm das Haus Olpe zubrachte[44].

Am 28. April 1569 schritten die Brüder Tonnies und Rotger Schade (unter Vermittelung der Schiedsfreunde Johann von Berninghausen zu Laer, Johann Wrede zu Melschede, und Tonnies Schade Pastor zu Grevenstein) zur Theilung, und erhielt Tonnies das Haus Wildeshausen nebst mehrern Höfen, und Rotger das Haus Blessenol nebst verschiedenen andern Gütern. Wohl nicht lange nachher geriethen beide Brüder auf vereintem Fischerei-District zu Wildeshausen in Streit. Rotger lädirte seinen Bruder, der wie es heisst, durch ungeschickte Behandlung des Chirurgen, bald darnach gestorben. Worauf dann Rotger den heimathlichen Boden verliess, bis ihm vom Churfürst Gebhard im J. 1578 die Rückkehr gestattet wurde. In dem betreffenden Begnadigungsbrief heisst es also: Beide Brüder seien in Irrung und Missverstand gerathen, und Tonnies in solchem Streite verwundet worden, auch folgends verstorben; derowegen habe Rotger des Erzstifts Gebiet räumen, und sich in das zehnte Jahr ausländig und abhausig verhalten müssen. Aber auf unterthänigstes Fürbitten etlicher Westphälischer Unterthanen vom Adel habe ihre Churfürstliche Durchlaucht ihn begnadigt, und ihm vergönnt, gleich andern von der Ritterschaft, in dem Fürstenthum zu gehen, zu stehen, zu reiten oder zu fahren, oder sonsten sich seiner Gelegenheit zu verhalten. — Rotger Schade ist nach jener That nicht in ferne Lande gezogen; er hat sich ganz in der Nachbarschaft aufgehalten. Catharina Riedesel Wittwe des Hermann Vischbach, Rotger Schade und Catharina seine Gattin verkaufen am 22. Februar 1572 dem Diederich von Plettenberg zum Berge ihren grossen und kleinen Zehenden zu Oberberg und Niederberg[45] auf Wiederlöse, und um ihn des Kaufs sicher zu machen, so verpfänden sie ihm unter andern das was sie an des Johann

Wrede zu Landthausen im Amt Iserlohn sämmtlich belegenen Gütern itzt haben und künftig haben werden[46]. Schon wenige Monate nach diesem Verkauf erscheint Rotger Schade als Herr zu Landthausen, und führt diesen Titel bis ungefähr 1579. Vielleicht hat er dies Gut verkauft, so wie er und Wittwe Vischbach wegen Verkauf des Hauses Olpe schon 1572 mit Diederich von Plettenberg in Unterhandlungen standen[47]. Von 1580 an schreibt er sich: Rotger Schade zu Blessenol. Ohne Zweifel hat er sich dort einen neuen Rittersitz erbaut. Betreffend das Chur-Cölnische Lehen Wildeshausen, so ist dies nicht auf ihn übergegangen. Der Churfürst hat dasselbe eingezogen, und es einem andern Herrn übertragen. — Rotger Schade scheint im J. 1622 gestorben zu sein. Seine Kinder sind folgende:

  1. Ludwig Schade (G).
  2. Johann Diederich Schade der Balley Westphalen Teutschen Ordens Herr und Comthur zu Münster.
  3. Johann Reinhard Schade Propst des adligen Gotteshauses Cappenberg.
  4. Anna Margaretha Schade Canonissa des freiweltlichen Stifts Herdeke, wo sie 1657 als Seniorissa gestorben.
G.

      Ludwig Schade zu Blessenol, und Drost zu Balve, heirathete im J. 1611 Catharina von Padberg Wittwe des Wolff Diederich von Gaisberg Chur-Cölnischen Cämmerers, auch Westphälischen Forst- und Jägermeisters. Die Braut bringt ihrem Bräutigam jene 2000 Rthlr. zu, womit sie bei ihrer ersten Heirath ausgestattet worden, wogegen die sonstigen Güter des Jägermeisters selig, wie das Haus Wildeshausen, nebst der Pfandschaft, so derselbe an dem Hause Hirtzberg, wie auch der Mühle zu Niederberchem erlangt, vermöge der vorigen Heirathsverschreibung

bei der Braut eheleiblichen Tochter Eva Catharina von Gaisberg[48] eigenthümlich verbleiben solle. — Diese Ehe ist kinderlos geblieben. Nach Catharinens Tode vermählte sich Ludwig Schade im J. 1636 mit Anna Elisabeth Tochter des Bernhard Heinrich Schade zu Salwey und der Anna von Heygen zu Amecke. Gegen 1656 lautet sein Name: Ludwig von Schade. Er ist 1662 gestorben[49] und hat folgende Kinder hinterlassen:

  1. Margaretha Elisabeth von Schade heir. 1657 Christian Ludwig von Lintelo zu Falbert (Sohn des Kais. Kriegsobristen Thiman Theodor von Lintelo und der Susanna Spiegel zum Desenberg), nach dessen Tod sie mit dem Rittmeister Gerhard von Plettenberg zu Engstfeld zur zweiten Ehe geschritten.
  2. Reinhard Caspar von Schade (H).
  3. Bernhard Mauritz von Schade Capitular zu Cappenberg.
  4. Ernst Hermann von Schade Rittmeister, verh. mit einer von Wersebe im Stift Bremen[50].
H.

      Reinhard Caspar von Schade Herr zu Blessenol und Antfeld, Chur-Cölnischer Cämmerer, Rath zu Westphalen, Obrister zu Ross, sodann Brigardier und Commandant der Fürstlich Münsterischen Garde. — Als derselbe im J. 1676 aus gewissen erheblichen Ursachen nicht mehr den Kriegsdienst zu continuiren vermochte, gab ihm Christoph Bernhard Bischof zu Münster seine Entlassung mit dem Zeugniss: Dass Obrister von Schade viele Jahre in Ungarn gegen den Erbfeind Christlichen Namens, in den vereinigten Niederländischen Provincien gegen die Herren General-Staaten, am Oberrheinstrom gegen die Cron Franckreich,

in dem Herzogthum Bremen und Verden an der Elbe und Weser gegen die Cron Schweden getreulich gedienet, und bei allen und jeden Occasionen also sich verhalten, wie es einem herzhaften Soldaten, Officieren und Obristen wohl anstehet und gebührt. — Zwei Jahre später beurkundet Bischof Ferdinand, dass nachdem ihm Obrister von Schade wegen seiner Kriegserfahrenheit, guter Conduite, Qualification und Heroischen Soldaten Gemüths sonderlich gerühmet worden, dass er denselben hinwiederum zu seinem Obristen und Commandanten seiner Garde zu Pferd auf- und angenommen. — Zur Friedenszeit hat man wohl nicht minder die landwirthschaftliche Qualification an ihm gerühmt. Bis in sein spätestes Alter hat er zu Blessenol die Oeconomie geführt, und so viel sich noch jetzt beurtheilen lässt, war er ein Herr, der in hohem Grade die Ordnung liebte. — Im J. 1685 ernannte Churfürst Maximilian Heinrich ihn zu seinem Westphälischen Adligen Rath. Im J. 1686 kaufte er von den Ehegatten Diederich Ludolph von Galen Herrn zum Ermlinghoff und Hadewich Anna Sophia von Merfeld, deren allodiales Haus Antfeld mit allen Zubehörungen an adligen freien Gütern, Ländereien, Wiesen, Kämpen, Gärten, hohem und niederm Gehölz, hohen und kleinen Jagden, allerhand Wildpreten roth und schwarz, zu fangen und zu pirschen, Fischereien, Mühlen, Eisenhammer, Hüttengerechtigkeit, Schieferbergen, Pachten, Diensten, Zehenden, Weiden und Schaftriften — für eine Summe von 17000 Rthlr. Im J. 1691 brachte er ein zweites Haus zu Antfeld an sich. Johannetta Maria geborne Voigt von Elspe Wittwe von Beringhausen verkaufte ihm nämlich das allodiale freiadlige Ritterliche Beringhausische Gut zu Antfeld, mit Haus, Vorwerken und Gebäuden, sammt allen seinen Zubehörungen an adligen Gütern, Ländereien, Wiesen, Kämpen, Garten, Gehölz, Pachten, Zehenden, Schieferbergen, Jagd, Fischerei, Weiden und Schaftrift, inmassen weiland Johann Georg Philipp von Beringhausen ihr Eheherr solches alles eigenthümlich besessen. — Seit 1672 war Herr von Schade mit Clara Sibilla Freyin von Merfeld zu Westerwinckel (Tochter des Diederich Hermann von Merfeld und der Cornelia von Droste zu Vischering) verheirathet. In seinen letzten Lebensjahren scheint er in den Freiherrenstand erhoben worden zu sein. Er ist 1713 gestorben, und hat folgende Kinder hinterlassen:

  1. Christoph Bernhard von Schade (J).
  2. Diederich Hermann von Schade Maltheser Ordens Ritter. Derselbe wurde am 28. October 1674 in St. Jacob zu Coesfeld getauft, und erhielt am 1. Sept. 1695 von Friedrich Christian Bischof zu Münster folgendes Cornets-Patent: „Wir — thuen kundt undt fuegen hiemit zu wissen, Demnach Wir bey unserer Leibgarde die Cornets-Stelle mit einem capabelen Officier zu besetzen gnädigst resolvirt, undt darzu den Vest unsern Hoffcavallier Lieben getrewen Ditherich Hermann von Schade seiner geschicklichkeit, undt Uns guter maessen bekandter qualification, auch dapfern gemüths halber gnädigst aussgesehen; dass Wir demselben dahero gedachte Cornetscharge in gnaden conferirt haben —“. Am 5. Juny 1699 trat er in den Maltheser Orden, und wurde nicht gar lange nachher Commendeur zu Wesel und Borcken, hierauf zu Wesel und Hasselt, und dann zu Münster und Steinfurth. Im J. 1724 lautet sein Titel also: „Frh. von Schade des Ritterlichen Maltheser Ordens Gross-Creutz, Commendeur und Botschafter beim Päpstlichen Stuhl.“ In der Folge wurde er auch Chur-Cölnischer Geheimer Rath, und Commendeur zu Blessenol. Er ist im J. 1748 gestorben.
  3. Maria Helena von Schade verh. mit Jobst Arnold Christoph Frh. von Bocholtz Herrn zu Störmede und Hennekerode. Dieselbe war im J. 1717 bereits Wittwe.
  4. Josina Maria von Schade verh. mit Johann Ewert Frh. von Spiegel zum Desenberg.
J.

      Christoph Bernhard Freiherr von Schade Chur-Cölnischer Geheimer Rath, Cämmerer und der Westphälischen Ritterschaft Deputirter, Herr zu Antfeld, Blessenol und Westernkotten. Derselbe begann im J. 1716 den Bau des jetzigen Schlosses Antfeld, und ist 1724 gestorben. Mit seiner ersten Gattin Johanna Dorothea Bernardina von Ense Erbtochter zu Westernkotten hatte er folgende Kinder:

  1. Joseph Anton von Schade (K).
  2. Maria Sophia von Schade heirathete 1733 Engelbert Jobst Lambert Fhr. von Schade zu Salwey.
  3. Maria Agnes von Schade Pröpstin im Stift Schildesche, wo sie im J. 1771 gestorben[51].

      Mit seiner zweiten Gattin Anna Adriana Freyin von Wolff-Metternich vom Hause Wehrden, mit der er sich im J. 1720 vermählte[52], hatte er folgende Kinder:

  1. Clemens August von Schade Prämonstratenser Ordens in Varlar Canonicus und Capitular.
  2. Maria Antonetta von Schade Capitularin in dem freiweltlichen Stift Wittmarsen, wo sie bereits 1740 gestorben.
  3. Maria Bernardina von Schade Dechantin in dem freiweltlichen Stift St. Cyriacus zu Geseke, wo sie 1784 gestorben.
K.

      Joseph Johann Anton Freiherr von Schade Chur-Cölnischer Geheimer Rath, Berghauptmann des Herzogthums Westphalen, der Westphälischen Ritterschaft Deputirter, Drost zu Brilon, Herr zu Antfeld, Westernkotten, Blessenol, Ostwich, Borg, Essinghausen[53] und Grimmelinghausen. Betreffend Ostwich und Borg, so sind dies Hanxledische Rittersitze. Die Ehegatten Diederich Adam von Hanxlede und Anna Christina Elisabeth Schenck von Niedeggen hatten ihre Güter stark mit Schulden belastet. Rudolph Adolph von Geyr Herr zu Schweppenburg und Müddersheim schoss ihnen zwei Kapitalien vor, die mit allen rückständigen Zinsen und Prozesskosten im J. 1744 zu einer Summe von 17862 Rthlr. angeschwollen waren. Als dieser die ihm verschriebenen Häuser Ostwich und Borg gerichtlich distrahiren liess, fand sich, dass dieselben bereits dem Freiherrn von Schade für 13050 Rthlr. vermöge Urtheil adjudicirt worden waren. Um fernern Subhastationen[GWR 3] enthoben

zu sein, übertrug er sein an beiden Häusern habendes Recht an Frh. von Schade, der ihm dann obige Summe am 16. März 1744 baar erlegte. Eine Reihe von Jahren war nun Frh. von Schade im Besitz jener Häuser; aber er wurde während der Zeit auch stark durch Prozesse turbirt, anfangs von Franz Anton Frh. von Hanxlede, sodann durch dessen Bruder den Kaiserlichen Cämmerer Theodor Grafen von Hanxlede[54]. Als letzterer im J. 1755 eigenmächtig beide Güter wieder in Possession genommen, erliess Churfürst Clemens August den Befehl, alsofort, auch sofern es nöthig, mit Zuziehung genügsamer Schützen und Mannschaft, auf alle Weise den Grafen aus denselben aus- und den Frh. von Schade darin wiederum einzusetzen. Späterhin, etwa 1763, hat derselbe beide Rittersitze, gegen Zurückerstattung seines Guthabens, wieder abgetreten. — Im J. 1740 stiftete Frh. von Schade von dem Gute Blessenol eine Maltheser Ordens Commende. Die vielen Einzelnheiten der langen Stiftungs-Urkunde übergehend, bemerke ich daraus nur einige Hauptpunkte. Das Gut Blessenol solle nämlich eine „Commenda de Camera Magistrali, de jure tamen Patronatus Laicorum“ werden, worin die drei Familien von Schade zu Antfeld, Salwey und Ahausen succediren sollen: so dass der Erstgeborne der Familie des Stifters einen Commendator aus derselben Familie, oder wenn sich keiner darin befände der sich dazu eignete, einen aus den beiden andern Familien ernennen solle. Erlösche die männliche Linie des Stifters, dann solle der männliche Erstgeborne aus der Familie von Schade zu Salwey, und im Erlöschungsfalle dieser Linie der männliche Erstgeborne aus der Familie von Schade zu Ahausen in dem besagten Rechte, des Patronats als Stellvertreter gehalten werden. Würden aber alle drei Linien erlöschen, dann solle die Commende, mit Beibehaltung des Namens Camera Magistralis de Schade, dem Grossmeister des Maltheser Ordens, oder je nach Umständen auch dem Teutschen Orden geschenkt sein. Sodann verfügt der Stifter, dass sein Oheim Diederich

Hermann von Schade sein Leben lang die Commende ohne irgend eine Last gemessen, und nach seinem Gutbefinden den ersten Commendator ernennen könne, der sich dann derselben Commende unter dem Titel, Commenda de Camera Magistrali, ohne Entrichtung der Magistral-Annate erfreuen solle: mit der fernern Bestimmung, dass der Grossmeister erst für die nächst folgenden Wahlen die herkömmliche Annate beziehen solle. Diederich Hermann von Schade hat den Sohn des Stifters ernannt, nämlich Franz Theodor von Schade: nach dessen Tod die Commende wieder eingegangen ist[55]. — Im siebenjährigen Kriege befand sich Freiherr von Schade beinahe 8 Monate lang im feindlichen Hauptquartier zu Lippstadt als Geissel, und leitete dort, Namens der Landstände, alle das Herzogthum Westphalen betreffende Verhandlungen. — Von 1727 bis 1732 war er im Genuss einer Präbende am Dom zu Münster; darnach heirathete er Sophia Elisabeth Freyin von Weichs (Tochter des Franz Otto Frh. von Weichs zu Cörtlinghausen). Im J. 1744 schritt er zur zweiten Ehe mit Maria Anna Ferdinanda Gräfin von Schaesberg (Tochter des Johann Friedrich Grafen von Schaesberg zu Krikenbeck, und der Mechtilde Maria Margaretha Freyin von und zu Schoeller), die im J. 1754 kinderlos

gestorben ist[56]. Gegen 1757 vermählte er sich nochmal mit Sophia Theresia Wilhelmina Freyin von Droste (Tochter des Friedrich Wilhelm Frh. von Droste zu Erwitte und der Anna Sophia Freyin von und zu Delwig). Er ist im J. 1776 mit Tod abgegangen. Seine Kinder erster Ehe sind:

  1. Maria Antonetta von Schade Stiftsdame zu Clarenberg, heirathete im J. 1763 Franz Ludolph Frh. von Hörde Chur-Cölnischen Cämmerer und Rath, Erbherrn zu Eringerfeld (Sohn des Franz Christoph von Hörde und der Francisca Odilia von Galen), und ist 1795 kinderlos gestorben.
  2. Maria Christina von Schade Canonissin zu Schildesche, ist vor ihrer Schwester gestorben.
  3. Franz Theodor von Schade Maltheser Ordens Ritter und Commendeur zu Blessenol, ist am 22. May 1768 gestorben. Da Freiherr von Schade wegen verschiedener vom Bischof zu Münster ihm anvertrauter Bedienungen ausser Stande war, seine Güter selbst zu beaufsichtigen, so übertrug er die Administration derselben im J. 1764 seinem ältesten Sohne Franz Theodor, der sich dann also schreibt: Herr zu Antfeld, Westernkotten, Blessenol, Essinghausen und Grimmelinghausen. Während dieser nun so zu Antfeld lebte, hatte er das Unglück seinen Nachbar Grafen Theodor von Hanxlede zu erschiessen. Bei dem Dorfe Nuttlar erhebt sich ein Berg, Dümel genannt. Die Jagdgerechtigkeit auf diesem Berge, die schon Reinhard Caspar von Schade dem Hause Antfeld erworben hatte, wollte der Graf für sich in Anspruch nehmen. Am 26. October 1765 stiessen beide Herren mit Gefolge in diesem Jagdrevier auf einander. Vom Wortwechsel kam es zu einer Bataille, worin der Graf vom Commendeur erschossen wurde. Im J. 1767 hatten die Advocaten schon ausserordentlich viel Papier über diesen Vorfall verschrieben, waren aber noch nicht zum Schlusse gekommen. Nach seiner Behauptung hatte der Commendeur nicht den ersten Schuss gethan; er erhielt auch schon gleich nach jener That einen Salvum Conductum, ist aber vor Gram gestorben.
  4. Maria Theresia von Schade Canonissin in den Stiftern Oberndorf und Geseke, ist im 32. Jahr ihres Alters den 18. März 1773 zu Geseke gestorben.

      Mit seiner dritten Gattin hatte Freiherr von Schade folgende vier Kinder:

  1. Anna Sophia von Schade ist vor 1795 gestorben. Aus ihrer Ehe mit Joseph von Papen stammen zwei Söhne: Caspar Theodor und Joseph Anton.
  2. Maria Francisca von Schade Dechantin im Stift Geseke, heirathete im J. 1798 den Grossherzoglich Hessischen Hauptmann Engelbert Frh. von Wiedenbrück vom Hause Loe. Sie ist 1829 kinderlos gestorben.
  3. Maria Josephina von Schade heirathete 1792 Johann Theodor Franz Frh. von Lüninck Herrn zu Ostwich und Borg.
  4. Maximilian Friedrich von Schade wurde 1764 geboren und ist den 28. März 1783 gestorben.

      In seinem am 5. Juny 1776 errichteten Testament vermacht Freiherr von Schade einer jeden von seinen noch lebenden fünf Töchtern 4000 Gulden, und setzt seinen Sohn Maximilian Friedrich zum Universal-Erben ein. Sollte sich aber der Fall ereigenen, dass dieser in seiner Minderjährigkeit oder nachher in ledigem Stande verstürbe, so verordnet er, dass seine Tochter Freifrau von Hörde in allen seinen Allodial- und Feudalgütern succedire, bei derselben Absterben ohne Kinder aber seine Tochter Maria Christina gedachte Güter ererbe, jedoch mit dem Beding, dass die jedesmal secundum jus primogeniturae succedirende Tochter den übrigen Töchtern und zwar einer jeden pro legitima überhaupt die Summe von 10000 Gulden, mit Einschluss der obigen 4000, entrichten solle. — So ging denn das väterliche Vermögen, nach Tod des Maximilian Friedrich, auf die Freifrau von Hörde, und sodann auf die Dechantin Maria Francisca von Schade über. Vermöge eines Vergleichs, der am 28. April 1803 zwischen der Vormundschaft der Minderjährigen von Papen und der Dechantin nunmehrigen Freifrau von Wiedenbrück abgeschlossen wurde, erhielten die Gebrüder Caspar Theodor und Joseph Anton von Papen gemeinschaftlich das Successions-Recht. Joseph Anton starb aber schon im J. 1805; und so figurirt sein Bruder von da an allein als künftiger Erbfolger.



Die Herren oder Erbgesessenen der beiden adligen Häuser zu Antfeld.




      Antfeld war vormals ein Besitzthum des adligen Geschlechtes von Berninghausen (später Beringhausen genannt). In der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts finden wir dort die Gebrüder Heydenreich und Johann von Berninghausen. Dem Heydenreich verkauften im J. 1485 Diederich und Johann, Vater und Sohn, Hermann und Hildebrant Gebrüder alle Gogreven, ihr Dorf Aldenbüren mit all seinem Zubehör, ausgenommen den „fryenstul“. Im J. 1489 verkaufte ihm sein Bruder Johann seinen halben Antheil an der Mühle zu Antfeld. Nach Heydenreichs Tode im J. 1495 wurde das Vermögen, das er mit seinem Bruder in Gemeinschaft besessen, in zwei Theile getheilt. Agatha Heydenreichs Wittwe und ihre Kinder erhalten die eine, und Johann von Berninghausen ihr Schwager und ihre Vettern die andere Hälfte. Der Frau Agatha wird jedoch das alte und das neue Haus, und ihrem Schwager nur der Viehstall zugetheilt. So hat dieser sich denn entweder ein besonderes Haus gebaut, oder von seiner Schwägerin eines erworben. — Von Heydenreichs Kindern ist nur Hermann von Berninghausen, Erbgesessener zu Antfeld, bekannt. Dieser hatte mit seiner Gattin Agnes keine Söhne. Im J. 1556 setzte er sich in Ruhestand, zog nach Brilon, und übertrug seinen Burgsitz mit seinen Zubehörungen, gegen eine Leibrente, seiner Tochter Anna Wittwe des Jaspar Ovelacker zu Gevelinghausen[57] und ihren beiden Söhnen Heinrich und Diederich Ovelacker. Von diesen ist Heinrich ohne Leibeserben und noch vor der Mutter gestorben. Sein Bruder Diederich Ovelacker findet sich als Herr zu Antfeld bis gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts. Derselbe hatte mit seiner Gattin Irmgard von der Recke folgende Kinder:

  1. Heinrich Ovelacker Erbgesessener zu Antfeld.
  2. Rab Diederich Ovelacker Teutsch Ordens Ritter, Land-Comthur der Balley Westphalen und Comthur zu Mülheim.
  3. Schoneberg Ovelacker Canonich zu Cappenberg.
  4. Elisabeth Ovelacker verh. mit Winold von Westrum.
  5. Anna Catharina Ovelacker verh. mit Anton von Berninghausen.

      Heinrich Ovelacker war mit Beatrix von Galen verheirathet hatte aber mit derselben keine Kinder. Beide Ehegatten setzten im J. 1646 ihren Vetter Alexander von Galen zum Ermelinghoff als Universal-Erben ein: welcher dann nach Heinrichs Tode im J. 1648 von Antfeld Besitz ergriff. Aus seiner Ehe mit Christina von Westrum (Tochter des Winold) stammt Diederich Ludolph von Galen, der noch bei Lebzeiten des Vaters und mit dessen Einwilligung das Haus Antfeld im J. 1686 dem Reinhard Caspar von Schade verkauft hat.

      Das zweite Haus zu Antfeld ist von Johann von Berninghausen auf seinen gleichnamigen Sohn übergegangen, der bis etwa 1560 Herr daselbst war. Aus seiner Ehe mit Margaretha stammt Schoneberg von Berninghausen, Erbgesessener zu Antfeld, welcher im J. 1584 seinen Antheil des Gewäldes, so wie auch seinen Antheil des in dem Bigger Knieke gelegenen Hammers dem Diederich Ovelacker für 5700 Rthlr. verkauft hat, und gegen 1605 mit Tod abgegangen ist. Mit seiner Gattin Tyburg von Fürstenberg hatte er etwa vier Kinder:

  1. Catharina von Berninghausen verh. mit Johann von Fürstenberg zu Stirpe.
  2. Margaretha von Berninghausen verh. mit Jobst Diederich Gogreve.
  3. Johann von Berninghausen wird „zur Heiden“ genannt, welches Gut er vielleicht von seiner Gattin Gertrud Catharina von Exter besass. Er ist gegen 1615 kinderlos gestorben.
  4. Rab von Berninghausen, jüngster Sohn, ist vor seinem Vater gestorben. Aus seiner Ehe mit Margaretha Gogreve stammen zwei Kinder, Anna Walburg und

      Johann Rab von Beringhausen Erbgesessener zu Antfeld, welcher mit seiner Gattin Anna Kuhman drei oder vier Töchter hatte: Catharina Margaretha, Clara Anna und Anna Regina

von Beringhausen, von denen erstere mit Johann Adam von Eppe zu Goddelsheim verheirathet war — und etwa zwei Söhne, von denen der älteste

      Franz Rab von Beringhausen vor dem Vater gestorben ist. Von ihm stammt

      Johann Georg Philipp von Beringhausen Erbgesessener zu Antfeld, dessen Wittwe Johannetta Maria Voigt von Elspe ihr Haus Antfeld im J. 1691 dem Reinhard Caspar von Schade verkauft hat.[58]




Zur Genealogie der Herren von Merode zu Bornheim.




A.

      Friedrich Scheiffart von Merode Ritter Herr zu Bornheim, Neurath und Kellenberg. Da die alten Herren zu Bornheim und Hemmersbach sich gewöhnlich kurz, Scheiffart von Merode, schreiben, so bin ich nicht im Stande den Vater des Friedrich näher zu bezeichnen[59]. Derselbe ist noch ziemlich jung, zwischen 1457 und 1459 mit Tod abgegangen. Aus seiner Ehe mit Margaretha von Hamell zu Elderen, mit der er sich gegen 1440 vermählte, scheinen nur zwei Söhne zu stammen, von denen der ältere

B.

      Gerhard Scheiffart von Merode Herr zu Bornheim, welcher im J. 1462 Elisabeth von Gymnich Erbin der Vogtei Bornheim heirathete. Von Söhnen ist mir nur sein Nachfolger bekannt; seine Töchter sind:

  1. Barbara von Merode, die in erster Ehe mit Wilhelm von Plettenberg Amtmann zu Heimbach verheirathet gewesen zu sein scheint, und dann die Gattin des Bertram von Lutzenrath Amtmann zu Blanckenberg geworden.
  2. Catharina von Merode verh. mit Johann Quad Herrn zu Thomberg und Landscron.
C.

      Reinhard Scheiffart von Merode Herr zu Bornheim, der vielleicht mit einer Erbtochter vom Hause Haren verheirathet war, ist gegen 1511 gestorben, und hat vier Kinder hinterlassen: Ulrich, Wilhelm, Reinhard und Johanna von Merode.[GWR 4]

D.

      Ulrich Scheiffart von Merode Herr zu Bornheim, Neurath und Haren, verh. mit Ursula von Hompesch, ist vor 1553 gestorben, und hat folgende sieben Kinder hinterlassen:

  1. Wilhelm von Merode Herr zu Bornheim, scheint früh gestorben zu sein.
  2. Ulrich von Merode Herr zu Neurath (Heft I. p. 15).
  3. Hermann von Merode Herr zu Haren und vielleicht durch Heirath, auch Herr zu Arckenteil.
  4. Adolph von Merode (E).
  5. Daem von Merode zu Nonheim, war in erster Ehe mit Dorothea von Nassau (Tochter des Johann von Nassau Herrn zu Spurckenberg, und der Margaretha von Schoeneck) verheirathet, in zweiter mit Wilhelma von Eltz Wittwe des Hans Balthasar von Monreal.
  6. Reinhard von Merode Teutsch Ordens Comthur zu Coblenz.
  7. Johanna von Merode heirathete im J. 1553 Otto Walbott von Bassenheim Herrn zu Gudenau (Sohn des Anton und der Elisabeth von Greiffenclau zu Vollraths). Aus dieser Ehe stammen drei Söhne: Otto Heinrich, Johann Anton und Johann Christoph.
E.

      Adolph Scheiffart von Merode Herr zu Bornheim, Chur-Cölnischer Marschall und Amtmann zu Bonn, Brühl und Deutz. Derselbe war mit Maria Schellart von Obbendorf verheirathet, und ist vor 1598 gestorben mit Hinterlassung einiger unmündiger Kinder, von denen mir nur sein Nachfolger bekannt ist.

F.

      Wilhelm Scheiffart von Merode Herr zu Bornheim war mit Sophia Quad Tochter zu Flamersheim verheirathet. Ich habe schon Heft I. p. 12 bemerkt, dass diese Ehegatten im J. 1616 den Rittersitz Kellenberg verkauft haben. Beide sind früh gestorben. Catharina Margaretha von Merode, ihre hinterlassene Tochter und Erbin, heirathete den 10. März 1629 Johann Wilhelm Walbott von Bassenheim Herrn zu Olbrück (Sohn des Philipp und der Maria Margaretha von Eltz): die demselben auch ihr habendes Recht auf das Haus und Herrschaft Hemmersbach zubrachte[60]. Dieses Recht ist mir nach wie vor ein Räthsel, und weiss ich keinen andern Rath, als den Leser auf die Prozess-Akten zu verweisen.

      Zum Schluss noch ein Wort über die Vogtei Bornheim. Im vierzehnten Jahrhundert findet sich Ritter Ludolph Vogt zu Bornheim. Derselbe hinterliess zwei Töchter. Die jüngere, Margaretha, heirathete im J. 1362 Reynart von Aldenrode Herrn zu Müddersheim, und brachte 2000 Gulden von Florencien in die Ehe, um welche Summe sie nämlich das ihr nach Tod ihres Vaters anerfallene Erbe zu Bornheim verkauft hatte. Wahrscheinlich hatte sie dies dem Ritter Floirkyn von Darstorp, der mit ihrer ältern Schwester Elisabeth verheirathet war, verkauft. Nun finde ich eine Notiz, deren Richtigkeit ich nicht verbürgen kann. Ritter Floirkyn habe nämlich Haus und Gut seiner Gattin vermacht, und diese habe das Vermächtniss nebst der Vogtei ihrem zweiten Gatten, dem mehrfach bei Lacomblet vorkommenden Wilhelm Beyssel von Gymnich, zugebracht. Wilhelm hinterliess etwa vier Söhne: Wilhelm, Emont, Diederich und Peter Beyssel von Gymnich. Ersterer erhielt das Haus Darstorp (Dersdorf) mit seinen Appertinenzien, und hatte, gemäss Erbtheilung vom J. 1459, wo er bereits todt war, mit seiner Gattin Paitze von Merode zu Kudelzecke folgende vier Kinder:

  1. Andreas Beyssel von Gymnich, dessen Gattin Jutgyn genannt ist.
  2. Johann Beyssel von Gymnich. Da bei Lacomblet im J. 1463 in umgekehrter Ordnung, Johann und Andreas vorkommen, ohne dass sie Brüder genannt werden, so lässt sich vorläufig nicht bestimmen, ob Wilhelms Sohn oder ein anderer Johann der Stammführer des noch blühenden Gräflichen Geschlechtes sei. In der Geschichte der Dynasten von Bocholtz stellt Fahne den Johann Beyssel von Gymnich als Sohn des Diederich dar.
  3. Conegunt von Gymnich, im J. 1459 bereits mit Tod abgegangen. Ihr Sohn Reynart Buck von Godelsheim wurde in der Folge Amtmann zu Zülpich.
  4. Elisabeth von Gymnich verh. mit Evert Blyver genannt Hesse[61]. Aus dieser Ehe stammt der Heft I. p. 61 erwähnte Johann Blyver[62], dessen Gattin Lysa von Nechtersheim mit väterlichen Gütern ausgestattet wurde, während die Söhne ihrer Schwester Irmgart zu Beffort erbten. Johanns Sohn ist Evert Blyffer genannt Hesse, der mit Cuyngen von Hetzingen verheirathet war. Diese Ehegatten verkauften im J. 1493 ihren Antheil an einem Gute zu Wichterich, „wie vns dat anerstoruen ind eruallen yst nae doedde selyger Annen van Beeffoirt vnsser aenchfrauwen wedewe nae gelaissen selygen Vlrych Beissels van Gymnych den got genade“.

      Wilhelms jüngerer Bruder, Emont Beyssel von Gymnich, erhielt die Vogtei Bornheim: wie dies schon aus dem Krumbstab zu ersehen ist. Gemäss Bärsch (II, 2. p. 46) war derselbe mit Jutta von Wedenau verheirathet. Seine Tochter Bela wurde im J. 1456 die Gattin des Carl von Metternich Herrn zu Zievel. Seinem Sohne Ulrich Beyssel von Gymnich übertrug er wahrscheinlich schon damals, als derselbe Anna von Orley Tochter zu Beffort heirathete, die Vogtei Bornheim. Ulrich ist noch vor dem Vater gestorben; seine Tochter und Erbin, Elisabeth von Gymnich, wurde die Gattin des Gerhard Scheiffart von Merode Herrn zu Bornheim.




Zur Genealogie von Hoemen.




      Ritter Gerhard Burggraf zu Odenkirchen war mit Elisabeth von Merode (Tochter des Carsilis von Merode und der Nella) verheirathet. Aus dieser Ehe stammen Gerhard von Odenkirchen, „der is getzogen buyssen lantz yn pruyssen ind alda gestoruen,“ und dann wohl noch einige Töchter, von denen Agnes die Gattin des Arnold von Hoemen Herrn zu Myddeleir geworden. Die drei in der mitgetheilten Erbtheilung vorkommenden Gebrüder sind ihre Söhne. Der jüngste, Reynart von Hoemen, war wohl geistlichen Standes. Sein Bruder Arnold wurde, wie bereits Heft II p. 34. 158 bemerkt ist, Herr zu Alsdorf, und ist erst nach 1462 gestorben. Sein Haupterbe war der Burggraf Arnold von Hoemen. Als dieser im J. 1467 „des maendaigs nyest na sent Gereoyns ind Victoirs dage“ seinem Sohne Johann von Hoemen die Herrschaft Odenkirchen übertrug, wurde unter andern Folgendes bedingt: „Vort so sall her Arnolt Burchgreve vur sich ind zo syme nutze ind oirber hauen ind behalden moigen sulchenen ersterffnisse ind ervall as eme vur syn gebuer aenerstoruen is van ind na doide wilne heren Arnoltz van Hoemen Ritters herren zo Alstorp syns oemen seligen.“ Aber schon im folgenden Jahre wurde Johann von Hoemen mit Alsdorf belehnt.

      Die Burggrafen aus dem Geschlechte von Hoemen sind vom ersten bis zum letzten folgende: Arnold, Gerhard, Arnold Johann und Arnold von Hoemen. — Es liegt mir eine Urkunde v. J. 1501 vor, worin Arnold von Hoemen meldet, dass seine Schwester Odilia vor ganz kurzem Wessel von Loe den Jungen geheirathet habe. Bald nachher scheint Arnold mit Tod abgegangen zu sein; denn wie Lacomblet III. p. 933 bemerkt wurde im J. 1502 Heinrich Nagel mit Odenkirchen belehnt. War denn Heinrich Nagel, der im J. 1498 mit Catharina von Hompesch sich vermählte, mit einer ältern Schwester der Odilia, oder mit Odilia selbst, zur zweiten Ehe geschritten? Ich weiss nur so viel, dass Odilia von Hoemen im J. 1509 Frau zu Odenkirchen und Wittwe war, und späterhin Wilhelm von Flodorf geheirathet hat.




Zur Genealogie von Birgel.




      Wenn es mit meiner Bemerkung in Heft III. p. 8, dass es fünf Erbmarschalle von Birgel gegeben, seine Richtigkeit hat, so leuchtet es ein, dass die Genealogie bei Fahne einer Vervollständigung bedürfe. Durch verschiedene Urkunden bin ich nun in den Stand gesetzt, Folgendes mittheilen zu können. Vom zweiten Erbmarschall Frambach von Birgel stammen folgende Kinder:

  1. Engelbrecht Nyt von Birgel.
  2. Rabode von Birgel, kinderlos gestorben.
  3. Johann von Birgel verh. mit Hellenberg von Binsfeld.
  4. Conegunt von Birgel verh. mit Ritter Wynrich von Troistorp. — Wenn Ritter Wynrich im J. 1409 seinen Hof und Herrlichkeit zu Troistorp ein Mannlehen Adolphs Herzogen von dem Berg nennt, so denkt man natürlich zunächst an Troistorp bei Siegburg. Aber in einer Urkunde v. J. 1449 steht also geschrieben: „die zwentsich morgen, die zo Troistorp bynnen dem dinckmail van sent Margraten Herten[63] gelegen ind in wilne heren Wynrichs hof van Troistorp Ritters gehoerende synt.

      Der dritte Erbmarschall, Engelbrecht Nyt von Birgel, hatte neben drei Töchtern folgende drei Söhne:

  1. Frambach von Birgel heirathete im J. 1403 Johanna Tochter des Ritters Heinrich von Hüchelhoven Schultheissen zu Eschweiler: mit der er nur zwei Kinder gehabt zu haben scheint, den fünften Erbmarschall, und Margaretha von Birgel, die ihrem Gatten Ritter Arnold von Hoemen Burggrafen zu Odenkirchen zwei Mastrichter Lehengüter, die Burg Zeve oder Scheve, und Charnoir oder Scharnoth zubrachte.
  2. Symon von Birgel Herr zu Wildenberg, verh. mit Frytze von Turre (Thorr im Kreise Bergheim).
  3. Balduin von Birgel verh. mit Margaretha von Opey, mit der er zwei Söhne hatte: Daem und Balduin von Birgel.

      Frambach und Symon von Birgel schritten im J. 1416 unter Vermittelung ihres Vaters und ihrer beiden Oemen, des Ritters Andreas Smeych von Liessingen und Johanns von Birgel, zur Theilung, und da heisst es denn unter andern also: „wat ons geburt zu doen onsme broeder off susteren dat sal onser eicklich doen van syme deyle.“ Diesen Bruder nennt Frambach im J. 1424 mit Namen Balduin von Birgel. Und so ergiebt sich denn bei Fahne die Angabe eines vierten Sohnes, Johann von Birgel, als unrichtig; wiewohl das Dasein des Johann nicht zu bestreiten ist, man s. meine Beiträge II p. 33. III. p. 48. Ich möchte denselben für einen Sohn des Symon von Birgel halten. Denn wenn Bärsch (II, 1. p. 60) berichtet, dass Frambach und Balduin im J. 1422 mit der Wittwe des kinderlos verstorbenen Symon wegen dessen Nachlassenschaft sich verglichen, so mag, weil noch der Oheim Johann von Birgel den Vergleich besiegelt, das Datum wohl ganz richtig sein; da aber aus Heft I. p. 79 zu ersehen, dass Symon noch im J. 1429 lebte, ferner da sich nachweisen lässt, dass er und seine Gattin selbst noch im J. 1438 im Leben waren, so folgt, dass der Gegenstand jenes Vergleichs ein ganz anderer gewesen sein müsse als das was Bärsch berichtet — In dem Ehevertrage, den Daem von Burchauwe (Sohn des Johann[64] und der Alverade von Birgel) im J. 1437 mit Margaretha

ältester Tochter des Johann Herrn zu Drachenfeltz geschlossen, kommen unter andern als Zeugen vor: Symon von Birgel Herr zu Wildenberg, Johann von Birgel der Junge, und Jordain Muyle von Morcke. Aus demselben ersieht man zugleich, dass die Ehegatten Johann von Birgel und Hellenberg von Binsfeld noch im Leben waren, und zwei Töchter hatten die eben genannte Alverade, und Lutgart Gattin des Johann von Schoenrode. Somit ist in dem Eingange meiner Genealogie der Herren von Harff ein Fehler. Die Nachrichten zu Dreyborn waren für die zwei ersten Generationen allzu dürftig. Dass Johann von Harff mit Alverade von Birgel verheirathet gewesen, ersah ich jedoch aus einer Urkunde v. J. 1450 und aus dem Ehevertrag des Ritters Friedrich von Hüls v. J. 1455. Ich hielt dieselbe anfangs für eine Tochter des dritten Erbmarschalls. Späterhin aber liess ich mich durch den Ehevertrag des Johann von Schoenrode verleiten, sie als Tochter des Johann von Birgel darzustellen. — Ich bemerke jetzt nur noch, dass Alverade von Birgel in einer Urkunde v. J. 1444 Frau zu Linzenich genannt wird. Demnach war schon der Vater des Gotschalck von Harff im Besitze dieses Hauses.



Beilagen.




1. Andreas von Harff vergleicht sich mit dem Capitel zu Aachen und überträgt demselben seine Güter zu Puffendorf und Ederen im J. 1482.

      Ich Dries van Harue genant van Puffendorp vur mich myne erue ind nacomelingen doyn kunt allen ind yegelichen den ghienen dye diesen Intgegenwerdichen brieff sullen sien off hören lesen Ind bekennen ouermidtz diesen brieff dat die veste vroeme ind strenghe Rede dess durchluchtigen Hoichgeboren forsten ind Heren myns gnedigen lieuen Heren Hertzogen Ind dye Scheffen des Heufftgerichtz zo Guylghe &c. vmb dye scheylonge ind gebreiche tusschen den wirdigen heren Dechen ind Capittell vnser lieuer frauwen kyrchen zo Aiche ind myr Dries vurg. gelegen in der guitlicheit vyssgesprochen haint dat yeder van vnss parthyen zwene vnparthylige scheydber vrunde ind dedüngsluyde kiesen ind ordineren sullen vns vmb dye vurs. vnse gebreichen in der guitlicheit zu scheiden wie dat dan dye tzedulen der sy vns mallich eyn ouergegeuen haint kleirlichen inhalden ind vysswisen wilche cedulen van worde zo worde hernae beschreuen volgent ind luydent alsus Item vmb die gebreichen tusschen den heren des Capittels vnser lieuer frauwen kyrcken zu Aiche ind Dries van Harue gelegen is huyde datum deser vyssgesneden Cedulen alhie zu Guylge ouermidtz Rede vns gnedigen lieuen Heren ind die Scheffen des Heufftgerichtz van Guylge in der guitlicheit gededüngt dat beide vurg. parthyen als dye heren ind Dries vurs. mallich tzwene vnparthylige scheidsvrunde kysen sullen ind da myt komen zu Guylge vp den nyesten dynxstach na Drutziendaich nyest na datum deser tzedulen zo komen zo zytliger dagetzyt Ind die vier gekoren vrunde sullen dye vurg. beyde parthyen vnderstain in der guitlicheit zo scheiden vmb yre samen gebreich sulchs kouffs as dye vurg. heren des vurs. Capittels vurtzyt myt des vurg.

Dries moider ind myt den seluen Dries angegangen hauen antreffent den tzienden zu Sittart gelegen in wilchen kouff Dries vurs. den heren des Capittels vurg. syne guedere zo Puffendorp ind zo Ederen zo vnderpande verschreuen hait &c. So sullen die vier gekoren vrnnde dye Heufftsomme des vurs. kouffs mit den vpkomelingen ind geburlichen schaiden oeuerleghen ind maichen eyne somme da van ind dye somme sall Dries vurs. den heren des Capittels vurg. widder gheuen off hie sall yn verschryuen ind waile siecher maichen Jairs van hundert gulden vonff der vurs. gulden vp eynen widderkouff off hey sall yn yre vnderpant dat hey yn also verschreuen hait lygen laissen Ind off dye vier gekoren vrunde eynchen stoyss hie inne kreghen den sullen sy brenghen an dye Scheffen des Heufftgerichtz van Guylge vurs. Ind dye mit den vier gekoren vrunden sullen den stoyss brechen Ind des haint dye geschickde vrunde der heren des Capittels vurs. yre bestondynge genoemen an yre Capittels heren in dem besten zo brenghen Ind wae dye des dan eyn bewoeghen haint dat sullen sy van stunt zo Guylge in des vaightz huyss myt schryfft verkondigen in wilcher schryfft sy ouch yre frunde dye sy hertzo kiesen werden myt naemen noemen sullen Ind dat sall der vaight dan deme vurg. Dries verboithschafften Gedyngt des neisten Donrestaigs nae sente Nicolaus daich Anno Eynindeichtzich Ind so dan die vurg. unse gekoren frunde vns der scheydonghen eyn schryfft ouergegeuen haint in wilcher schryfft sy vns beyde parthyen as dye vurs. heren Dechen ind Capittell ind mich Dries vurg. alle der gebreichen wir vur datum dis brieffs vnder eynanderen zo doinde gehadt moigen hauen nyet da inne vyss noch affgescheiden guitlichen vereynicht ind gescheiden haint wilche scheidonghe ouch van worde zo worde ind van punten zo punten hernae beschreuen volght Ind luydt alsus Zo wissen dat wir Wernher van Palant here zo Breydenbendt ind Henrich van Vlatten erffschenck des landtz van Guylge as van wegen der wirdiger heren Dechens ind Capittels vnser lieuen frauwen kyrchen zo Aich vort Wilhem Gryn van Aldenhoeuen ind Daem van Rurich als van wegen Dries van Harue genant van Puffendorp als vier gekoren vnparthylige scheidber dadyngsluyde tusschen den vurg. parthyen vmb alsulchen gebreichen ind anspraichen dye vurs. heren Dechen ind Capittell zo sprechen gehadt haint an

Dries vurs. gededyngt ind eyn gantze vaste stede moitsoene eynen erffkouff ind ewige scheidonge gemaicht hauen tusschen den parthyen vurs. as vp huede sente Sebastianus daich des Hilligen mertelers Anno Zweyindeichtzich in maissen hernae beschreuen volght Item in den yersten so sollen dye egenanten heren Dechen ind Capittell erfflich ind in Crafft eyns ewigen erffkouffs hauen besitzen gebruichen wenden ind keren zo alle yrre gadongen ind wailkomen alsulchen Huyss ind hoff mit allen getzymmer ind gebuwes zo Puffendorp mit bongarden Garden weiden weyeren ackerlandt dreysschen ind myt houltzgewelden tzienden Capuynen hoynre pennynckgelde vort mit synen alinghen zobehoire ind Rechten in ind vyssgelden in nassen ind in drugen groiss ind Cleyne nyet da van vyssgescheiden zo Puffendorp zo Ederen ind anderswa gelegen Item so sall Dries vurs. die vurg. heren Dechen ind Capittell an die vurs. erffschafft ind erffguedere setzen eruen gueden ind weyeren myt wille ind belieffonghe des Landtheren ind der Edeler ind wailgeborner vrauwen Jutten van Ryfferscheit Abdyssen sente Quiryns zo Nuysse vp alle den enden da sich dat van rechte geburt ind allet mit Rade der Strenger vester ind Eirberre Rede ind Scheffen zo Guylge in alsulcher maissen dat die vurs. heren Dechen ind Capittell vur sich ind yre nacomelinge van der vurs. kyrchen wegen waill siecher ind verwart syn tzen ewigen daghen vur yn selffs zo behalden zo verkouffen zo versetzen off anders yren notz ind willen da mit vur zo keren zo alle yrre gadongen sonder yemantz hyndernisse Indracht ind aen argelist Item sullen ouch Johan van Ruysschenbergh here zo Setterich ind syn mondige broidere vur sich ind yren vnmundighen broideren vertzyen erfflich zo den ewigen daighen vp sulche anspraiche forderonge brieue ind Siegele mit alle der gerechticheit sy hauen off hauen moigen an ind vp dye vurs. gliedere ind die gentzlichen vpdraghen ind oeuerlieueren den vurs. heren Dechen ind Capittell beheltlich den seluen broideren yrre anspraichen an Dries vurs. Doch den vurs. heren Dechen ind Capittell an den vurs. guederen in desen moitsoenen vnhynderlich Ind diese verschriuonghe in yrre macht zo blyuen Ind sollen dye selue tzwene mondige broidere van Ruysschenbergh sprechen ind geloeuen guet zo syn ind den vurs. heren Dechen ind Capittell des

siecher maichen vur sich selffs ind yren vurgeroirten vnmundighen broideren wanne he zo synen mundigen dagen komen syn sall dat hie asdan ouch erffliche vpdracht ind vertzichenisse doin sall ind belieuen wat syne vurs. mondige broidere in vurs. maissen gedain sullen hauen dair widder nyet doin zo doin doin noch schaffen geschyen zo den ewigen daighen sonder argelist Item off sich ervyndt dat dye vurs. guedere synt der tzyt dat sy den vurg. heren Dechen ind Capittell verschreuen ind vervnderpendt synt gewiest yet besweirt ader da vyss verkofft off versatt were in eynicher manieren voirder dan diese nageschreuen guedere den vurg. heren Dechen ind Capittell zo kennen gegeuen synt zo wyssen Sees gewelden Holtz vp der bonten boiden Sieuen vierdell lantz gelegen zo puffendorp genant Roiden Hoiffgen wilche Johan Becker hait vur vunfftzien kouffmans gulden ind gilt dair vyss drye sommeren roggen ind steynt vur dye vunfftzien gulden vurs. zo loesen Item derdenhaluen morgen lantz Dries vurs. kynderen gegeuen by Setterich an dyngers weyer gelegen Item dry gewelden Holtz vp deme vorst dye Daem van Rurich gegolden hait Dat sall Dries vurs. den vurg. heren Dechen ind Capittell affstellen dae vur dat gheyn dye egenanten heren Dechen ind Capittell den vurg. Dries na geuen sullen zo vnderpande stain sall blyuen Item sall Dries vurs. den egenanten heren Dechen ind Capittell zo yren gesynnen vp yre Cost volghen ind komen vur Stathelder ind leen mannen zo Sittart ind zo Born ind vort vp alle andere ende dae sich dat geburt Ind den seluen heren Dechen ind Capittell vpdragen alle syne gerechticheit dye hie an den tzienden van Breympt zo Sittart ind anderswa hauen mach as van synre moider ind syns oemen Henrichs van Breympt seligen wegen Ind off dye heren Dechen ind Capittell vurs. van der gerechticheit vurs. eyniche erffschaff mit Recht erlanghen wurden dan aff sall dye Rent halff dienen dem egenanten Dries syn leuenlanck ind nae desseluen Dries doit so sall die erffschaff vnser lieuer ffrauwen kyrchen vurs. gentzlich ind erfflich blyuen zo den ewigen daighen Ind her vmb sall man brieue maichen in der bester formen mit Rade der Scheffen van Guylge vurs. nae gelegenheit as vurs. is da myt die vurs. heren Dechen ind Capittell ind yre nacoemelinge verwart syn alre saichen vurs. zo den ewigen daigen Ind so haint die vurs. heren Dechen ind Capittell den

vurg. Dries eyn gonst gedain dat hie off syn nyeste eruen ader maige komen moigen bynnen eynen Jaire Seess wechen ind dryn daighen aengaende vp daich datum dis Heufftbrieffs ind moigen die vurs. guedere myt eyme widderkouff widder an sich brenghen myt eynre sommen van gulden neymelich myt vierduysent Sieuenhundert ind eychtzich gulden yederen der seluer gulden zo vierindzwintzichen Coltz wyspenninghen gerechnet Ind myt den kosten noch darup komen werden Ind da van sullen dye vurs. heren Dechen ind Capittell deme egenanten Dries geuen eynen widderkouffbrieff myt yre Capittels segell besegelt Ind off der widderkouff vurs. bynnen der egenanten tzyt nyet en geschege so sall asdan dar achter der selue wederkouff doit maichtloiss ind van vnwerde syn ind dye egenanten heren Dechen ind Capittell sullen gantz blyuen an diesen erffkoufft yre verschriuongen ind erffkouffbrieff dan aff sprechent zo den ewigen daigen sonder argelist Ind Dries vurs. sall den egenanten heren Dechen ind Capittell by gelouuen ouerlieueren alle alsulche brieue ind Siegele Rollen Registeren ind alle andere bescheit antreffent dye egenanten guedere puffendorp ind Ederen sich de bas wissen zo vnderichten sonder argelist Ind so sullen dye egenanten heren Dechen ind Capittell wanne dye erffkouffbrieue hyn aff versiegelt ind yn ouergelieuert syn an gereiden gelde Johan van Ruysschenbergh vur sich ind vur syne vurgeroirte broidere vur yre vpdracht vurs. geuen vunffhondert ind deme vurg. Dries Seestzich sulcher gulden as vurs. synt in syn hant Item foirder sullen dye heren Dechen ind Capittell vurs. deme egenanten Dries geuen van der egenanten zyt vortan as neymplich van der tzyt Datum dis erffkouffbrieffs alle Jaire so langhe hie leefft Echtindviertzich postulatus gulden lyffzucht zo wyssen vur yederen der seluer postulatus gulden vier marck Eysch paymentz Ind dat zo vier tzyden myt namen alle quattertemper tzwelff der vurs. postulatus gulden dar oeuer dye egenanten heren Dechen ind Capittell deme vurs. Dries eynen lyfftzuchtbrieff geuen sullen myt yrs Capittels siegell besiegelt ind en sullen der lyfftzucht vurs. nyet moigen affgelden ader loesen Ind off sich erfonde dat yemantz eynche brieue ind siegele hette hynder yme dye vurs. guedere antreffende dye sullen den egenanten heren Dechen ind Capittell oeuergelieuert werden off Dries vurs. sall besorghen

dat dye selue heren Dechen ind Capittell da van geynen last noch schaiden en krygen Weirt ouch saiche dat hernamails zo eynchen zyden eynche brieue ind siegele vurkomen wurden dye guedere zo puffendorp ader zo Ederen vurs. beruerende Cleyne off groisse dye sullen den vurg. heren Dechen ind Capittell zo staden stain ind nyemantz anders Ind offt yemantz eynche brieue ind siegele hette vp dye vurs. gliedere in deill off zo maill sprechende an diess moitsoenen hynderlich wesende ind dye selue brieue bynnen Jaire ind dage na Datum dis vurs. erffkouffbriefts nyet richtlich vur en quemen dye sullen dair achter doit maichtloiss ind van vnwerde syn ind blyuen zo den ewigen daigen So bekennen ich Dries van Harue vurs. vur mich myne eruen ind nacoemelinghen vrkunde dis brieffs dat myr diese vurs. scheidonghen moitsoenen ind vereynonghe waill genoicht hait ind genoicht Ind geloeuen dye ouch vur mych myne eruen vaste stede ind vnuerbruichlich zo halden dair widder nyet zo doyn noch schaffen gedain werde selffs ader yemantz anders van mynen ader mynre eruen weghen sonder argelist Beheltlich myr ind mynen eruen hie inn sulchs widderkouffs in der vurs. scheidonghen begriffen nae luyde dess wederkouffbrieffs ich van den wirdigen heren Dechen ind Capittell hain dair vanne sprechent Ind her vmb so byn ich Dries van Harue vurs. in mynre eygenre personen komen ind erschienen zo puffendorp ind zo Ederen vur Rychter ind Scheffen der zweyer Dynckstoell puffendorp ind Ederen vurs. dae dye vurs. guedere so verre die Scheffenguedere synt in ind vyss zo gaen gebuerent Ind vort vur Stathelder der Edelre ind wailgeboren frauwen Jutten Abdyssen sent Quirine zo Nuysse dae dye Huysinge mit dryssich morghen lantz tzo puffendorp as leenguedere gebueren vyss zo gaen ind zo vntfangen Ind hain mych ind myne eruen der vurs. Huyss ind Hoiffs myt allen getzymmer ind gebuwes zo Puffendorp myt Bongarden Garden weyden Weyeren Ackerlande Driesche Houltzgewelden tzienden Capuynen Hoynre ind pennynckgelde mit naemen zo Puffendorp eyn Huyss mit synre Houeryen myt Bongarden ind Hoeffen daranne gelegen haltend vmbtrint viertzyn morgen gelt Jairs der vurs. Abdyssen sente Quiryn tzyen Schillinge Guylghs ind zwey Hoynre Vunfftzien morgen lantz gelegen vp dye aicherstraisse zer eynre neyst erue Wilhems van Kottinghen zer

andere syden ind mit deme ende nyest erue Kerstgens Scheffen zo Puffendorp Vierdenhaluen morgen lantz gelegen mit deme vurheufft an erue Johan Beckers ind des vurs. Wilhems van Kottinghen ind myt der eynre syden nyest Kryffskamps Echt morgen lantz gelegen vp der soeden nyest erue synt Quiryns Cloister van Nuysse myt zwen syden ind nyest erue heren Scheilartz van Obbendorp Rytter myt der derder syden Derdenhaluen morghen lantz gelegen by erue des vurg. Wilhems van Kottinghen tzer eynre ind heren Schelartz vurs. zer andere syden Nuyn morgen lantz gelegen myt deme vurheufft an eynen morgen lantz zogehoerende der kyrchen zo Puffendorp ind myt zweyn syden nyest erue des vurg. sent Quiryns Druytzien morgen lantz gelegen vp dem pade nae Loeuerich myt der eynre nyest erue des pastoirs zo Puffendorp myt der andere ind nyest erue des vurs. heren Schelartz myt der derder syden Echttzien morgen lantz gelegen nyest den kempen by dye alde weyte moelen tzer eynre ind nyest erue des vurs. Sent Quiryns tzer andere syden Vunff morghen landtz gelegen vp den wech nae Loeuerich zer eynre syden ind by erue des vurg. heren Schelartz myt beyden enden Vier morgen lantz gelegen vp den wech van Geylenkirchen myt eyme ende nyest erue des vurs. Johan Beckers zer eynre ind nyest erue des groissen heynen tzer andere syden Echt morgen lantz gelegen myt eyne ende an heren Gerhardtz Buysche nyest erue Lambertz van Louerich tzer eynre ind nyest erue des Schelartz vurs. tzer andere syden Sieuenindtzwintzig morgen lantz an den busch nyest erue des vurs. Wilhems van Kottinghen tzer eynre ind nyest erue des vurg. Kerstgens Scheffens zo Puffendorp zer andere syden Anderhaluen morgen lantz gelegen an den Busch tzer eynre ind nyest erue des vurg. groissen heynen tzer andere syden Noch Anderhaluen morgen lantz gelegen an den vurs. Busch nyest erue des vurs. Wilhems van Kottinghen zer eynre ind nyest erue Arnoilt Symons tzer andere syden Echtzien morghen lantz gelegen an dye bontenboyde der is sieuen morgen kamp ind Elff morghen ackerlantz myt deme vurheufft an den Busch ind myt der eynre syden nyest erue heren Schelartz vurs. Sieuen vierdell lantz gelegen an Roesen Hoeffgen myt eyme ende nyest erue heren Schelartz vurs. zer eynre ind nyest erue des vurs. Wilhems van

Kottinghen zer andere syden Noch Sieuen vierdell lantz gelegen nyest erue Peter Keysers wyff zer eynre ind nyest erue Herpers van Ruysschenbergh ther andere syden Dry capuyne an Heynen Kryns zo Puffendorp vonff schillinghe Guylghs ind eynen capuyne an Peter Bliers erue eynen capuynen an Offergeltz luyde Noch eynen capuyne ind eynen wyspenninghe Guylghs an erue Peter Heynen zo Puffendorp Seess vierdell roggen an ind vp eyn Hoiffgen zogehoirend Heynen Krans zo Puffendorp beneuen der burgh gelegen Ind eynen cleynen tzienden gewoenlich is indt vurs. Huyss zo komen myt alre synre gerechticheit dair van gilt men Jairs vyss seligen heren Dederichs van Palant eyn malder roggen ind eyn malder euen zo Puffendorp zo lieueren Ind zo Ederen vonfftzich morghen lantz an dye ouerste Ederen heide gelegen myt den vurheufft an erue des vurs. Wilhems van Kottingen ind myt deme ende zer eynre syden an erue Nillis van Welsch Scholtis zo Aldenhoeuen Vunffinddryssich morgen lantz an dye nederste heyde gelegen zer eyner nyest erue Sent Quiryns vurs. ind zer andere syden vp dye bontenboide Echt morghen lantz gelegen nyest erue heren Gotschalcks van Harue Lantdroesset des lantz van Guylich Rytters zer eynre ind nyest erue des vurg. Wilhems van Kottinghen zer andere syden Dry morghen gelegen nyest erue Speis van Bullishem zer eynre ind nyest erue Lentzen Bruwers zer andere syden Vunff morgen lantz gelegen mit deme vurheufft an erue des vurg. heren Gotschalcks van Harue ind zer andere syden nyest erue Speis van Bullishem vurs. Echtzien morghen lantz gelegen nyest erue des vurs. Scholtis van Aldenhoeuen myt zweyn syden ind zer derder syden nyest erue heren Gotschalchs van Harue vurs. Thys in der gassen echt guylger wyspenninghe ind zo dryn Jairen eynen Capuyne van synem geseesse Oedtgyn Dunckels vier capuyne van yrem huyse ind hoiffe Bungens guedt vunff capuyne ind vunff guylger schillinghe Herman an der Eich zweyn guilger Schillinge ind vier Capuyne van synen eruen Swengyn Wyncken Schoennerst wyff was zwelff capuyne ind eyne guilger marck van zweyn Hoiffsteden Wilhem Offergelt vier Guylger Schillinge ind vier Capuyne van synem geseesse Op den Vorst Seess Heuw eyn vierdell ind eyn dierdell dan aff gilt men Gerhardt van Hoiltorp van yederen Heuw zwey cleyne someren euen Vp den Hasswylre viertzien

Heuw ind eyn vierdell ind vp dye bontenboide Echtenhaluen Heuw Ind vort all anderen Driesschen myt hoiltzgewelden tzienden capuynen hoynren pennynckgelde myt allen synen zobehoire in ind vyssgelden In nassen ind In drugen nyet da van vyssgescheiden zo Puffendorp zo Ederen ind anderswa gelegen diese vurs. moitsoene beruerend vnterfft ind vntguedt ind hain die vurg. heren Dechen ind Capittell in Behoiff vnser lieuer vrauwen kyrchen vurs. dairan geerfft ind geguedt byn der myt hande halme ind monde gentzlichen vyssgegangen ind hain dairup alentlichen ind zo maill vertzegen ind vertzyen in Craff dis brieffs nu noch nummer geyn recht voirderonche noch anspraiche me daran zo hauen noch zo behalden eynicherleywyss vorder dan den wederkouff na Inhalt myns wederkouffbrieffs vurs. Ind bekennen off sich gebuerde vp eyniche andere enden sulchs vorder vyssganck vertzichenysse erffonghe ind guedonghe zo doyn dan hie inne genoempt is dat selfft sall allet hie inne gentzlich den vurs. heren Dechen ind Capittell gedain ind vererfft syn gelycherwyss off idt an dye ende da sich dat gebueren seulde gescheit were Ind weirt ouch saiche dat dye vurg. heren Dechen ind Capittell myt dieser erffonghen ind guedongen nyet waill verwart en weren ind yn vorder her yn gedragen wurde van weyme dat ouch geschege So geloeuen ich Dries vurg. vur mych myne eruen ind nacoemelinge zo gesynnen der vurg. heren Dechens ind Capittels zo komen an alle die ende ind stede sich dat gebuert ind des noit weir ind sy vorder zo eruen ind zo weren so dat sy waill sicher geerfft ind verwart sullen syn zo den ewigen daighen aen argelist Ind alle diese vurs. saichen tzo getzuge der wairheit ind gantzer vaster stedicheit So hain ich Dries van Harue vurs. oumoidlich ind dienstlich gebeden den Durchluchtigen hoichgeboeren fursten ind heren heren Wilhem Hertzougen zo Guylich — mynen gnedigen lieuen heren dat syn furstliche genade gewirdigen wille alle saichen ind punten wie die in diesen brieue vurs. steynt zo bewilligen bestedigen beuestigen ind approberen ind diesen integenwordigen brieff myt synre gnaden siegell zo doyn besiegelen Dat wir Wilhem Hertzoge tzo Guylich — kennen wair ind gerne gedain hain ind in Crafft dis brieffs bewilligen beuestigen bestedigen ind approberen Alle saichen ind punten so wie die vurs. steynt

gentzlich ind zo maill Beheltlich vns vnsen eruen ind nacoemelingen dairan vns rechten ind yederen manne des synen Oirkunde vnsers Siegels heran doyn hanghen Ind ich Dries obgenant hain noch vmb meirre vestonge wille gebeden ind bidden die Edele ind wailgeboren vrauwe Jutte Abdysse sent Quiryn zo Nuysse vurs. dat sy ouch alle diese vurs. saichen ind punten wat sy die beroeren moegen bewilligen beuestigen bestedigen ind approberen wille Dat ich Jutte Abdysse vurg. ouch kennen wair ind gerne gedain hauen vmb beden wille Dries egenanten ind ouch in Crafft dis brieffs bewilligen beuestigen bestedigen ind approberen so ver dye vns beroeren Beheltlich dem hilligen marschalck Sent Quiryn ind myr vnsers Leen ind Rechten Oirkunde myner kirchen Abdyen siegels heran gehangen Ind noch zo merre getzuchenysse der wairheit hain ich Dries vurg. vort gebeden ind bidden Rychter ind Scheffen der zweyer Dynckstoell Puffendorp ind Ederen vurs. dat sy diesen brieff myt besiegelen willen Dat wir Rychter ind Scheffen der zweyer Dynckstoell vurs. vmb vurg. beden wille gerne gedain So der selue Dries alle vurs. saichen ind punten wie die vurs. steynt richtelich vur vns bekant hait dan aff wir ouch vnse geburliche Rechten ind oirkonden vntfangen ind wir egeyn eygen Scheffendomps Siegell en hauen So hauen wir gebeden ind bidden die Eirsame wyse Scheffen zo Guylich vnse Heufft dat sy yren gemeynen Scheffendomps Siegell vur vns an diesen brieff gehangen[GWR 5] hauen Dat wir Scheffen zo Guylich vurs. vmb vurg. beden wille ind ouch want alle vurs. saichen mye vur vns geluydt hauen gescheit ind ergangen synt dan aff wir ouch vnse gewoenliche oirkunden ind Rechten vntfangen kennen gerne gedayn hauen Oirkunde vnsers gemeynen Scheffendomps Siegell an diesen Brieff gehangen Darby ich Dries van Harue vurs. ouch myn Siegell mych ind myne eruen deuorder zo besagen ind zo ouertzugen gehangen hain Ind want vns Johan van Ruysschenbergh here zo Setterich ind Henrich van Ruysschenbergh gebroidere vort Coynrait van Ruysschenbergh vnsen vnmundigen broider ind vnse eruen diese vurs. punten eyns deils beruerent So hain wir Johan ind Henrich gebroidere van Ruysschenbergh vurg. alle vurs. saichen ind punten myt bewillicht ind vur vns vnsen vurg. vnmundigen broider ind vnse eruen in Crafft

dis brieffs bewilligen ind belieuen in alre maissen as vurs. steit Dair vmb hain wir ouch vnser beider Siegell an diesen brieff gehangen Gegeuen Int Jaire vnsers Heren geburten Duysent vierhondert zwey ind Echtzich des Seesindzwentzichsten dags In deme Apryll




2. Das Capitel zu Aachen verkauft die von Andreas von Harff erworbenen Güter zu Puffendorf und Ederen den Ehegatten Heinrich von Vercken und Maria von Ophoven im J. 1488.

      Wir Vicedechen ind gemeyn Capittell vnser lieuer vrauwen kirchen Zachen Doin kunt allen die diesen tgainwoirdigen brieff sullen siehen off hoiren leesen Ind bekennen offenbeirlichen dat wir mit vnsen gueden vryen moitwillen gemeyn Capittell ind ryffen vmraidt dair up gehadt vnser kirchen meiste nutze vrber ind profyte angesiehen mit deme vesten ind vroemen Heynrich van Vercken ind Maria van Vphoeuen synre anderre eliger huysfrauwen eyns steytlichen wysslichen erfflichen ind ewigen kouffs oeuerkoemen synt ind die selue Heynrich ind Maria Eluyde widder vns gegoulden ind wir in Naeme ind van wegen vnser kirchen yn ouch reicht ind redelichen verkoufft hain ind verkouffen vestlichen vur vns ind vnse Naekoemlingen der wir vns ouch her Inne gemechtiget haint ind mechtigen eyn Huyss ind Hoff zu Puffendorp In deme Lande van Guylge gelegen mit alle syme getzyinmer gebuwes Bungairden gairden weyden wyeren Ackerlandt Dryesschen Houltzgewelden Tzienden Capuynen Hoenre ind penninckzgelt Ind voirt mit alle syme Zubehoire vyssgeldens ind Inngeldens so die vnser kirchen ind vns zugehoirent gelych ind In alremaissen as wir diese selue vurs. guede herbeuore guedt tzyt van Jairen bis up huede Datum diss erffkouffs brieffs Inngehadt ind In styllen besessen ind ouch restlich ind vredelich In naeme ind zu behoeue vnser kirchen ind vnss gantzen Capittels zo vnsen waile beuallen genossen ind gebruycht haint In beyden Dynckmailen zu Puffendorp ind zo Ederen ind dairumbtrint gelegen in nassen ind in druegen nyet dae van vyssgescheyden Ind so is diese erffkouff geschiet vmb eyne gewyssliche erffgelt Renthe as nemelich vur vunff

ind Sieuentzich Rynscher gulden doch Seess marcke eychs paymentz vur yederen der seluer gulden vns ind vnsen Naekoemlingen ewelich ind vmbermere vyss den seluen guederen alle Jaire wail zo betzailen ind zo lieueren nae luyde Siegele ind brieue die egenante Heynrich ind Maria Eluyde vns dair oeuer vyss krafft diss kouffs gegeuen hauen Ind dairtzu vur Tzweyduysent Rynscher gulden as vurs. synt vns van den egenanten Heynrich ind Maria Eeluyde waill betzailt getzalt gelieuert ind gehantreicht Die wir ouch In vnser kircken Witzlichen nutz ind vrber gekiert ind gewant hauen Ind haint dair vmb vnse kirche ind vns voirt vnse Naekoemlinghen der vurs. guedere as nemelich der Huysinge vurs. mit dryssich morgen landtz In deme vurs. Dynckmaill zu Puffendorp gelegen vur der Erwirdiger ind Edelre vrauwen Eyrmgairt Abdisse sente Quirynz goitzhuyss zo Nuyss so die Lehenguedere synt desseluen goitzhuyss Ind vur der yetzgenanter vrauwen Abdissen gebueren vyss ind In zo gain Ind voirt der anderre guedere alle sementlichen vur die Eirsamen Richter und Scheffen der Tzweyer dynckmailen Puffendorp ind Ederen vurs. so die dair vnder gelegen synt ind vur yn gebueren vyss ind In zo gain vntguedt ind vnteirfft Ind Heynrich ind Maria Eelude vurs. dair Inn gebuerlichen vur die vrauwe Abdisse voirt Richtere ind Scheffen vurs. geeirfft ind geguedt ewelichen ind vmbermere ind haint vp die vurs. guedere alle sementlichen mit deme Eirsammen vnsen gemynden mitkanonich ind Scholaster heren Adam van den Bungairt so der selue man ind vphelder geweist is der Lehenguedere vurs. vur die obgenante vrauwe Abdisse ouch Richtere ind Scheffen vurs. So dat vur yn ind yederen van yn gebuert gebuerlichen ind gentzlichen in nutz ind vrber Heynrichs ind Maria Eeluyde obgenante yrer Eruen ind Naekoemlingen vertzegen ind vertzyen in krafft diss brieffs zo den ewigen daigen zo Ind haint wir ouch den egenante Heynrich ind Maria Eeluyde alle alsulchen verschryuongen as wir up diese vurs. guede sprechent hiebeuoire bis up huede Datum diss erffkouffs brieffs gehadt ind gebruycht hain gentzlich oeuerlieuert ind zo yren henden gestalt yn ind yere erue der selue brieue rechte gewyssliche erffhelder gemaicht ind maichen vestlichen mit Krafft diss seluen erffkouffsbrieffs So dat sy ind yre eruen van nu voirtan alle der vurg. verschryuongen

zo behoeue ind zo nutze yrre ind yrre Eruen zo yren besten gebruiychen ind genyessen ind daemit doene ind vurkiren moigen gelych ind in alre manieren als wir van vnser kirchen ind Capittels wegen hetten soilen moigen doine ind vurnemen Beheltlich vns ind vnser kirchen der vunff ind Sieuentzich Rynscher gulden erff Renthen nae Innhalde vnser verschryuongen dae van sprechende voirtan restlich ind vredelich zo gebruychen ind genyessen moigen Ouch so geloeuen wir Vicedechen ind Capittell vurs. in gueden vasten truwen vur vns ind vnse Naekoemlingen den vurg. Heynrich ind Maria alle billiche anspraiche aiffzostellen ind guede gebuerliche erffschafft ind weirtschafft der vurs. guedere zo doin ind zo halden gelych as sich dat dan nae Lantreicht des lantz van Guylge billich gebueren sall Ind sy ouch vp allen enden sich dat voirder gebueren mach zo eruen ind zo gueden Ind widder den vurs. erffkouff nyet zo doin noch schaffen gedain zo werden in eynicher manieren Dan den seluen vast stede ind vnuerbruychlichen zo halden ewelichen ind vmbermere Dair an vns ouch noch vnsen Naekoemlinghen geyn vmneemen noch behulff geystlichs noch werentlichs reichten her intgain dienen noch zo staiden sall moigen koemen noch syn Dan haint wir des alles her inn gentzlichen ind zo maile vertzegen Sonder alle Indracht geueirde ind argelist Ind ich Coenrait van Ruyssenbergh kennen oeuermidtz diesen seluen offenen brieue Also myn lieue vader seligen Heynrich van Ruyssenbergh dem got benaide eyne siechere summe geltz vp die vurs. guedere zu Puffendorp van Dryes van Harue seligen verschrieuen versiegelt ind verbriefft hadte Ind die wirdige heren Dechen ind Capittell an ind in die guedere vurg. durch eyn andere verschryuonge sy dair vp hatten ind oeuermidtz eyn siechere moitsoyn hiebeuoire geguedt ind geeirfft synt wurden In wilcher moitsoynen Johan ind Heynrich mynen lieuen broideren ind mir vunffhundert Rynscher gulden der obgen. verschryuongen haluen vnse vader seligen vurs. hatte vnder anderen zu gesacht synt etc. Ind ich zo der tzyt vnmundich was ind nu zu mynen mundigen daigen koemen byn So bekennen Ich Coenrait vur mich myne eruen ind Naekoemlingen dat mir der vurgeruerter moitsoynen wail genueght hait ind genueght ind dat mir van den vurs. vunffhundert Rynscher gulden so vyll mir die berueren

guede betzailunge ind gebuerliche genuechde geschiet is ind schelden die egenante heren Dechen ind Capittell ind voirt allen anderen die diese quitancie durffen dae van loss ledich ind quyt Ind hain dair vmb vur die Eirwirdige ind Edele vrauwe Abdisse voirt Richtere ind Scheffen der Tzweyer Dynckmailen obgenante vertzegen ind vertzyen erfflichen ind vmbermere vur mich myne eruen ind Naekoemlingen vurs. in Krafft diss brieffs vp alle ind yedere Anspraichen vorderunge brieue ind Siegele mit alle der gerechticheit ich hain ind hauen mach an ind vp die vurs. guedere beyde zu Puffendorp ind zo Ederen ouch anderswae gelegen die moitsoyn vurs. antreffende Ind bekennen geyn gerechticheit noch voirder anspraiche dair an zo hauen Beheltlichen mynen broideren vurs. ind mir vnser anspraichen sy ind ich voirder an Dryes van Harue andere naegelaissen guedere hauen moigen doch an diesen bekentenisse ind vertzichenisse vngehindert Sonder alle argelist Ind dieser vurs. saichen zu getzuyge der wairheit ind gantzer vaster stedicheit So haint wir Vicedechen ind Capittell ind ich Coenrait van Ruyssenbergh obgenante demuedelichen gebeden den Durchluchtigen Hoichgeboren fursten ind heren heren Wilhem Hertzougen zo Guylge — unsen gnedigen lieuen heren dat syn furstliche gnade gewirdige will diesen erffkouff bekentenisse ind vertzichenisse ind alle andere punten vurs. So vns ind yedere van vns die berueren zo vestigen ind bestedigen ind diesen tgainwoirdigen brieff mit synre gnaiden Siegell zo doin besiegelen Dat wir Wilhem Hertzouge zo Guylge — kennen waer ind gerne gedain hauen ind in Krafft diss brieffs vestigen ind bestedigen alle saichen ind punten so wie die in diesen brieff geschreuen steynt gentzlichen ind zo maile Vrkunde vnsers Siegels vestlich heran doin hangen Beheltlichen vns vnsen eruen ind Naekoemlingen vnser ind yerre reichten ind yederman des synen Ind vmb meirre vestigen will haint wir Vicedechen ind Capittell dyckgemelt Ind ouch Ich Coenrait van Ruyssenbergh vurs. gebeeden ind bidden die Eirwirdige ind Edell Wailgeboren vrauwe Eirmgairt Abdisse sente Quiryns goitzhuysz vurs. dat sy ouch diesen erffkouff ind andere punten ind saichen vurs. so verre die yrre Wirdicheit ind goitzhuyss vurs. berueren moigen ouch vestigen ind bestedigen wille ind mit besiegelen Dat wir Eirmgart Abdisse

vurg. kennen gerne gedain hauen ind ouch in Krafft diss brieffs mit vestigen ind bestedigen so verre vns die berueren Beheltlichen deme hilligen Marschalck sente Quyrin ind vns vnser Lehen ind reichten Vrkunde vnsers goitzhuyss Abdyen Siegels vestlichen heran gehangen Ind zu noch meirre getzuychnisse der wairheit alre vurs. saichen ind punten haint wir Vicedechen ind Capittell ind Ich Coenrait van Ruyssenbergh obgenante voirt gebeeden ind bidden gemeynlich Richtere ind Scheffen der Tzweyer Dynckmailen Puffendorp ind Ederen dat sy diesen tgainwordigen brieff mit gemeynlich besiegelen willen — — — Dairby wir Vicedechen ind Capittell vnser Kirchen gemeynen Siegell ind Ich Coenrait van Ruyssenbergh obgenante mynen Iugesiegell vns vnse Naekoemlingen ind eruen de voirder zo besaigen ind oeuertzuygen alre vurs. saichen ind punten so die vns ind yederen van vns berueren haint vestlichen doin hangen Gegeuen In deme Jaire vnsers Heren gebuerten Duysent vierhundert Eichtindeichtzich des Tzwelffden daighs in Nouembri




3. Die Ehegatten Heyntze von Harff und Gertrud von Geyen verkaufen all ihr Erbe und Gut zu Geyen und Polheim dem Juncker Conrad Joede im J. 1443.

      Ich Heyntze van Harff Bastart ind druytgin wyllne elige doichter Geirhartz van Gheyen dem got gnade myne elige huysfraw Doin sementligen kunt allen luden die desen brieff sient off hoerent leesen Ind bekennen vur vns ind vnse eruen dat wir myt goidme moitwillen vpsatze ind vurbedachten rade Ouch vnsen meyrren nutz ind vrber dair myt vurproifft verkoufft ind erlaissen hauen erffligen eweligen ind vmberme dair zo reichtz ind reedlichs kouffs verkouffen ind erlaissen ouermitz desen seluen brieff ind alle syne macht Alle alsulchen erue ind goit huyss hoff Busch Beenden ind velt als vns zo gehoirlich was vp datum diss brieffs Ind myr druytgin vurg. erstoruen ind eruallen was van dode myns vaders selige vurg. niet myt allem dair van vyssgescheiden Ind so wie dat sementlichen ind sunderlingen zo Gheyen yn dem dorpe ind heirlicheyden zo Poylheym yn der heirlicheyden Ind andernhaluen morgen artlands yn Bruwylre heirlicheyden Ind van

orde zo ende van stucken zo stucken herna vulgende beschreuen Int eirste den tolhoff[65] bynnen Gheyen So wie der gelegen ys bynnen synen eydder zunen voren ind pelen zo Gheyen yn dem dorpe myt synen gehuychten an berge ind dale an nassen off drugen vnden off oeuen hynden ind vur neit myt allem dair van vssgescheyden eme zo gehoirlich dair zo myt sulchem verbunde als dem vurg. hoeue erfflich plychtich ind verbunden ys eyn halff ziende so wie der Jairlinks vallende wirt yn gheyenre heirlicheyt gehoerende zo eynre staffproeuenden yn dem doem zo Collen Wylchen haluen zienden man all Jairs vp desen vurg. hoff voiren sall Eyffligen ind alwege Ind alle die voiderye dair van komende als kaue ind stroe sal ouch alwege loss ind vry blyuen vp desem hoeue vurg. ind zo gehoren den genen die des eruen synt off helder diss brieffs Ind dry morgen artlantz yn poylheymer velde vp dem voede geheyschen an voren der Edellre vrauwen van sent Cecilien yn Collne by dem wederssdorper pade Item veir morgen vp den Ressbuchell an voren der Jonffrawen van sent mauyren yn Collne Item veir morgen yn der yssmaren tuschen den geistligen heren Carthuseren yn Collne ind Wylhelm van Dulken Item dry morgen an der dornkulen scheissende vp den mansterwech an voeren der heren van Sent Joeres da sy gebuyt haint myt den Carthusern vurg. Item dry morgen vp dem lyndenvelde an voren Jonckher Coinraitz Joeden Item eynen morgen yn poylheymer velde an nuyn morgen der Edelre vrawen van Sent cecilien vurg. Item eynen haluen morgen yn poylheymer velde an dem myddelwege an voren Henken Moilners van Gheyen Item dry veirdeill an dem seluen myddelwege an voren des seluen Henken Moillners vurg. Item

dry morgen by den Jonffrawen van Sent mauyren ind Johan van Decksteyn Item andernhaluen morgen an dem vurg. myddelwege an voren der seluen Jonfferen Item vunff veirdeill an dem dorpe zo Gheyen da die wietmolen vp zo stain plach an voren Wynantz van Pyrne Item zwene morgen an dem dorne an voren Wynant bruwers van Poylhem ind Henken Geirdmans Item dry morgen by voren der heren van Sent Joeres ind Carthuseren vurg. Item dry morgen langs den molenwech scheissende vp der Edelre vrawen lant van Sent cecilien vurg. Item Seuen veirdeill geheischen der Wylre an voren der Jonffrawen van Sent mauyren Item andernhaluen morgen by dem Jacobs Wege an voren der seluen Jonffrawen Item andernhaluen morgen yn dem dayll ouer den Jacobs Wech ouch an voren der seluen Jonffrawen Item veirzein morgen vp dem eygen geheischen by dem haynacker Item veir morgen an dem steynackerwege an voren der Carthuser Item zwene morgen bouen dem beenden an voren Wylhelms van Dulken Item veir morgen scheissen vp den beenden an voren peters van Sassenhoeuen Item den beenden myt synen Wydengewaisse tuschen beenden der Carthuser ind Horns van Gheyen Item eyllff veirdeill an dem haenacker Item Seuen veirdeil yn dem greysse zo Polheym wart by keelhunen (?) Item dry morgen yn dem greysse tuschen krachschenen Wyden in der kyrchen lande van Stummell Item noch veir morgen yn dem greisse an voren Wynant bruwers ind Henken Geirdmans Item vunff veirdeill an dem groynen wege hynder Rostz Wyer by den Carthuseren Ind dan die andernhaluen morgen vurg. die gelegen synt an der Bunstraissen by Wynant van Gele ind zo Bruwylre gehoirlich Item herzoe eyn stucke busch halff des geheyschen ys veirzienmorgen ind lycht yn poylheymer busche an der roetgins straissen by pelchoms (?) busche Ind weir sache dat des busch vurg. me vnss geweist weir dan die helffte als seuen morgen dat hain wir myt verkoufft — Item andernhaluen morgen an der heren Houlsze van Sent Joeres tuschen Tielgin van Gele ind dem Smede Item andernhaluen morgen yn dem ouerbusche scheissende vp der vnser gnedigen heren Lenhe vamme lande — Item dry morgen an der bouken binnen Jochsteden Item andernhaluen morgen tgain Stocken tuschen busche der Edelre vrauwen

van Sent Cecilien ind Herman Scherffgins Ind dan noch eyn Hofstat bynnen Polheym hynder hoeue deser Edelre vrauwen vurg. die eytzoint heynman hait Dem Eirberen Jonckher Coinrait Joeden Jonffraw Fyegin synre eligen huysfrawen yren eruen off helder diss brieffs myt eren Willen vur eyne bescheydene Summ geltz der vnss zo beyden syden waill genoicht hait die sy vnss ouch goitlich dar vur gezalt ind wale zo unsem gnoigen geleuert ind bezailt haint — — — beheltnysse an alle deyssme erue vurg. dem hoeff unsen gnedigen heren vamme lande yrs rechten ind eydermanne des synen Anno domini Millesimo Quadringentesimo Quadragesimo tercio In festo purificacionis gloriose marie virginis




4. Heinrich von Geyen verkauft dem Conrad Joede eine Erbrente von sechstehalb Malter Roggen im J. 1444.

      Wir Heynrich van Geyen ind Jutte syn elige Huysfrauwe Doin kunt ind kennen in disme offenen brieue vur vnss ind vnse Erue dat wir mit guedme vurdachtme moede ind Raede vnser frund ind myrre schaden zo verhueden vercucht ind verlaissen hain erfflich ind ewelich den Eirbaren luden Conrait Joeden knapen van Wapen ind Fygen synre eliger huysfrauwen ind yren Eruen Seestehalff malder Roggen erfflicher gulden maissen as zo Geyen genge ind geue is as vmb eyne bescheiden summe geltz der wir vnder vns eyns syn worden die vns ouch die vurs. elude gegeuen ind wail betzailt haint da van wir ouch die vurs. Elude ind yre Eruen sagen lossledich ind quyt oeuermitz diesen brieff Wilche vurs. Seestehalff malder Roggen wir Heynrich ind Jutte Elude vurs. off onse Eruen nu vortan alle Jare zo sent Remeismissen aiff bynnen den neisten viertzien dagen darna volgende vntbeuangen erfflich ind ewelich geuen ind lieueren soilen den vurs. Eluden Conrait ind Fygen aiff yren Eruen in yr huyss zo Geyen off anders bynnen Geyen — Ind dis zo merre Sicherheit So hain wir Heynrich van Geyen ind Jutte Elude vurs. vur vns ind vnse Eruen den vurs. Eluden Conrait ind Fygin ind yren Eruen dar vur verbunden ind zo eyme wyslichen vnderpande gesat ind setzen oeuermitz diesen brieff tzeindenhaluen morgen

artlantz vry eygenzlantz die nyet meer en gelden dan yren rechten vpstainden zienden ind yecklich morgen vnsme Herren van Guylich zween schillinck Coelsch paymentz zo schatze — — — Beheltnisse dem Hoyue ind den Heren yrs Rechten ind voert ydermanne des syns Gegeuen in den Jairen nae vns lieuen Heren gehurt doman schreiff duysent vierhundert ind vierindviertzich vp sent Remeyss dach des Heilgen Buschoffs ind Confessoirs




5. Juncker Diederich von Redinghoven bringt einen Kamp, den sein Vorgänger Johann Joede in Erbpacht gegeben hatte, wieder an sich im J. 1526.

      Ich Heynss Kremer vnd Greit myn elige Huysfrauwe doint koint vnd bekennen mit dissem offenen breiff oeuermitz de Scheffen sementlichen des gerichtz zo Geyen alsulchen kampt as Johannen boumeister vnd katarina syn elige huysfrauwe zo erffpacht angenomen vnd entfangen hadde van dem erentvesten vnd vromen Johannen Joede zo Geien seligen gedechteniss, der wilche kampt gelegen is in dem dorp zo Geien ain dem tzeyn hoeue mit eyner siden lans dat velt mit der ander siden buchelmutz kampt, vnd der selue kampt der boumeister mit synre huysfrauwen vffer laissen vnd verkoufft hadde mir Heynss Kremer vnd myner huysfrauwen vurg. Soe bekennen ich Heynss Kremer mit mynre huysfrauwen vurg. dat der veste ind vrome Joncker Diderich van Redekoffen vnd Guede syn elige huysfrauwe mir den seluen kampt mit der erue pachtonge aff geloist gegolden vnd gequyt haint vnd den seluen kampt sy ind ire eruen ind naekomlingen widder zo iren henden hauen vnd gebruychen soellen ewentlichen erffelichen vnd vmmerme Sonder Inche Indracht widdersagens des Heynss synre huysfrauwen iren Eruen vnd naekomlingen off emant anders van Irent wegent — — — Behelteniss dem Hoff vnssem gnedigen Herren Hertzouchen zo Guyliche dem lantherren vnd vort eyn eder man syns Rechten — Geschreuen In dem Jair vnss Heren dussent voenffhondert Seess indezwensich vp sent Seuerins auent des Hilgen Busschoff[66]



[GWR 7]
6. Constantin von Lyskirchen verkauft einen Schuldbrief, worin der Herzog von Jülich seinem Vater das verschrieben hat was er an Schatz und Dienst von dem St. Mauren-Hof zu Geyen jährlichs zu fordern hat, im J. 1412.

      Ich Costyn van Lysenkirchen Greue zo Airsburch in Coelne, Doin kunt allen luden. Also as vur Jairen der hogeboiren seliger gedacht Hertzouge Wilhem van Guylge ind vrauwe Maria van Gelre hertzougynne zo Guylge syne elige beddegenoisse, den beiden got genedich sy, myme seligen vader schuldich wairen Eichtzienhundert marcke Coeltz paymentz, vur wilche schoult Sy myme vader versatten ind vpgayuen alsulchen dienst, schetzinge, beede, banwyn, voyre ind alle ander besweernis die der hoff zo Geyen in dem lande van Guylge geleigen zogehoerende den Cloister Junfferen zo sent Mavyren bynnen Coelne, der heerschaff van Guylge schuldich was zo doin, na vsswisongen ind formen der brieue, die ich van yren gnaden darup sprechende ind besegelt hain. Herumb mit gudem vurraide ind gutduncken mynre vrunde ind maige, vmb mynen meerren schaden zo verhoeden, so hain ich die vurs. Eichtzienhundert marck schoult, mit den brieuen darup sprechende ind mit alle myme reichten da an, Reichtz ind bescheidens koufs verkouft, ind verkouffen oeuermitz desen brieff

in eyme reichten steden erfkouffe, vur mich ind alle myne eruen ind nacoemlinge, dem eirberen manne Gerarde van der Alderburch genant pieck, synen eruen ind Behelder dis briefs mit synen willen. — — Also dat der selue Gerart, syne eruen off Behelder dis briefs die vurs. schoult Rente ind brieue, mit alle dem reichten, dat ich da an hadde, off hauen moichte, van nu vort an erflichen ind ewelichen mit reichte hauen ind behalden, die vpheyuen ind vntfangen moigen zo keren ind zo wenden in wat hant sy willent. — — Ind deser dynge zo vrkunde ind gantzer stedicheit So hain ich Costyn greue vurg. myn Ingesegel vur mich ind myne eruen vur an desen brief gehangen. Ind hain vort gebeden die eirsame wyse herren hern Heidenrich van Schallenberg ind Johan Canuss Scheffene zo Coelne, vur den ich alle dese vurs. sachen ergiet ind bekant hain, dat sy darumb yre Ingesegele by dat mynt zo gezuge alre vurs. sachen an desen brieff gehangen haint, des wir Heidenrich van Schallenberg ind Johan Canuss Scheffene vurg. ergien ind bekennen dat id wair is, Datum Anno domini Millesimo Quadringentesimo duodecimo, die vicesima mensis Julii




7. Diederich Erzbischof von Cöln belehnt Heinrich von Ense mit dem Marschall-Amt von Westphalen im J. 1439.

      Wir Diederich van goitz gnaden der hilliger kirchen zo Colne ertzebusschof des heiligen Romischen Rychs in Italien ertzcantzler hertzog van Westfalen ind van Engeren etc. Doin kunt ind bekennen dat wir huden in entgeenwerdicheit vnsser manne her na geschreuen heynrich van Ense gerartz son beleent hain ind beleenen ouermitz desen brieff mit der Erff Cameryen vnss marschalcks Amptz van Westfalen mit yrem zobehoere wie wilne hunolt van Plettenbrecht die van vns ind vnsem gestychte van Colne zo leene gehalden hait ind roirende is, wir hain ouch gewoinliche huldonge ind Eyde van dem vurs. heynrich entfangen dat vurs. leen getruwelichen zo verdienen ind zo vermannen vnse vnsser nakomenen ind gestychte beste zo weruen ind argste zo warnen ind zo keren na synre macht ind vort zo doin as eyn man syme heren schuldich

is zo doin ain argelist, Beheltlich vns vnsen nakomenen ind gestychte vnss ind vort ydermanne syns rechten dair ane wir hain yme ouch gesacht wie wir Zander van Oyr hir bevur da mit in vurs. maissen beleent hain ind hain dis zo getzuge der wairheit vnse Sigel her an doin hangen Gegeuen ind beleent zo gudesberg ln den Jaren vnss heren dusent vierhondert ind nuyn ind drissich des neisten saterstags na vnser lieuer frauwen dage visitacionis hir ane ind ouer synt geweist vnse lieue Reede ind getruwen Johan van Gymnich heren zo Visschell Ritter Amt van Breempt Godart Furstenberg vnse huyssmarschalck ind Diederich van Melre vnse Durwerter




8. Diederich Erzbischof von Cöln gestattet dem Heinrich von Ense zur Reparatur des Hauses Anröchte 300 Rheinische Gulden zu verwenden im J. 1455.

      Wir Diederich van goitz gnaden der hilliger kirchen zo Colne Ertzbusschoff etc. Doin kunt als unse huyss Anruchte abuwich woirden ist So bekennen wir dat wir nu mit henrich van Ense vnsem Amptman zo Anruchte ouerkomen syn dat hie an dem seluen vnsem huyss Anruchte van vnsen wegen verbuwen mach dry hundert ouerlensche Rynsche gulden an gereydem gelde ind Cost dair wir vnse frunde by schicken sullen zo besien ind zo ordinieren dat der buwe nutzlich gedain werde zo dem seluen buwe wir vmb vnss nutz willen dem vurs. henrich behulplich syn sullen ind willen mit foren ind anderem dienste ind wes der selue henrich alda verbuwen wirt as vurs. steit da van hie vns off vnsen frunden den wir dat beuelen werden gude rechenschaff ind bewysunge doin sall, so sull hie dat selue verbuwede gelt slain up vnse huyss Anruchte dat is also zo verstain dat wir vnse nakomen off gestichte dem vurs. henrich off synen eruen gutlichen verrichten ind wale betzalen sullen ind willen sulch vurs. verbuwet gelt as wir yme Anruchte affloesen na lude der pantbrieue hie van vns up Anruchte sprechende hait sunder argelist Ind dyss zo getzuige der wairheit han wir vnse Siegel an diesen brieff doin hangen Gegeuen zo Colne In den Jaeren vnss heren dusent vierhundert vunffindvunfftzich up dynstach na dem Sondage Quasimodogeniti



[GWR 7]
9. Heinrich von Ense verkauft dem Diederich von Hörde eine Rente von 30 Rheinischen Gulden aus seinem Gute zu Westernkotten im J. 1458.

      Wy hinrich van Ensze to Anroichte Amptman to Brilon vnde Godert syn sonne bekennet vnde betuget oppenbare in vnde myt dussen breue vor vns vnde alle vnse eruen dat wy eyndrechtlike myt guden vrighen wyllen vnde gantzen vorbedachten berade vor dertich gude sware ouerlendesche rinscher guldene der veirkoirfursten munte de vns deger vnde alle wol to willen betalet synt hebbet verkoifft vnde verkopet rechtredeliken vermitz crafft dusses breues eynes steden vasten eruekopes Diderike van hoirde droisten etc. synen rechten eruen vnde heldere dusses breues myt eren willen vnse gude hurna benomet myt eren tobehoringen ten westerenkotten geleghen nemptlick dat gud dair hinrick de lange vppe wonnet dat jarlix doit eyn halff molt korns lippescher mate drigerleye alze roggen gersten vnde haueren eyns itliken allikeuele vnde achte Schillinge lippesches pagiments vnde dat gud dair hinrick hutick vppe wonnet dat jarlix doit dre mndde gersten mate so ock vurg. is vnde dat gud dair hans de schroder vppe wonnet dat jarlix doit twe molden soltes welke ergenante dre alz hinrick hinrick vnde hans alle myt vns synt handhetich geworden vnde vort alle de gene de dusse ergenante gude nu eder hyrnamals vnderhebben vnde besitten ene sollen handhetich werden de vurnumpten renthe korns geldes vnde soltes ene alle jar tobetalende vnde tobringhene vnuertoget in eyner allingen Summen vmbesat vmbekummert vnde sunder wederweringe ieniges rechten in ere seckere wysse beholt bynnen der Stad lippe tusschen Sente michahelis vnde sente mertins daghen vnde wy sollen vnde wilt se dusser vurnumpten gude vnde renthe rechte warende wesen in mate vurgerort vppe allen steden vnde in allen rechten wanner wair vnde wo vakene ene des noit vnde behoiff dede sunder ierleye eren schaden vnde ane ere koist vnde hebbet se der in rechte restlike gebrukene besittene hebbene were gesat vnde synt der richtlike vtgegan myt handen vnde myt munden alze recht is vor nusen schutten Gogreuen to Erwitte vnses Genedighen leuen heren van Collen vnde ghait der vt myt crafft dusses breues — — — vnde hebbet des to

bekantnisse vnde in eyn tuch der wairheit vnse Ingesegele vor vns vnde alle vnse eruen an dussen breiff gehangen Beheltlick doich vns vnde vnsen eruen de genade dat wy alle de vurnumpten gude vnde renthe alle jar vppe Sente peters dagh ad Cathedram eder bynnen den neisten veirteynnachten moghen wederkopen vor dertich rinscher guldene — — datum Anno domini M. CCCC. Quinquagesimo Octauo in vigilia Assumpcionis gloriosissime perpetue virginis marie




10. Ritter Hunolt von Plettenbracht verkauft dem Otto Schade eine Rente von vier Malter Korn aus seinem Zehenden zu Aspen im J. 1383.

      Ich her Hunolt van Plettenbracht Ritter de oldeste, bekenne openbare In dessen breue, dat ich vnd myne rechten eruen schuldich synt van rechter schult Octen Schaden, Greten syner echten vrowen vnd al eren rechten eruen vnd holdere desses breues vif vnd viftich mark penninge alse to der Lippe ghinge vnd gheue synt, dat ich en.. myt vulbord vnd myt guden willen Alheyde myner echten vrowen vnd al myner rechten eruen hebbe vor ghesat vnd sette In dessen breue veyr molt kornegulde iarliker rente dryerleyge korn, roggen, ghersten vnd haueren likeuele lippescher mathe marketgheue korn In mynen teynden to Aspen, de en.. alle iar, we den teynden ghesamet heuet eder samet, ghewaren vnd bereden zal an sente Micheles daghe vppe den Kerchof ton Westerenkoten vnbesat vnd vnbekummerd, were ok dat in der betalinge der vors. veyr molt kornegulde ienich ghebrek sche, also dycke alse dat sche, vnd ich eder myne eruen dar vmme van en.. eder van eren boden In vnse antworde eder In vnse woninge ghemanet werdet, So zal ich, eder ze, binnen achten daghen na der maninge allerneyst to der Lippe Inkomen, vnd dar nicht weder vt, wy enhebben en.. dat ghebrek ierst deghere vnd al arvullet vnd orsatet, ok zal ich vnd myne rechten eruen en.. der seluen veyr molt kornegulde rechte warnde wesen In allen rechten gheistlik vnd wertlik, wan vnd war en.. des behoif eder noet ys, sunder ere kost vnd ane eren schaden, alsolange winte wy de van en.. wederlosen vor de vors. vif vnd viftich mark penninge, dat wy don moghen alle iar vppe sente Petres

dagh alse he vppe den stoel quam, eder binnen verteynnachten dar vore, eder dar na allerneyst we de versetene gulde ierst al betalet syn Allet dat hir vorg. ys, dat loue ich her Hunolt van Plettenbracht vors. vor my vnd myne echten vrowen vnd vor al myne rechten eruen dem vors. Octen Schaden, Greten syme echten wyue vnd al eren rechten eruen vnd holdere desses breues an guden truwen stede vnd vast toholdene sunder arghelist vnder mynen Ingheseghele ghehangen to dessen breue, hir waren ouer vnd an h. Frederik van Horde Ritter h. Berndes zone van Horde, Helmich van Eruethe, Remfred van Schorlemmer vnd Wichard van Bredenole. Datum anno domini M. CCC. L. XXX tercio feria quinta post dominicam Misericordia domini




11. Antfelder Erbtheilung v. J. 1495.

      Wyr Goidert dey Wreede to Reyderen Guntram van Plettenberg Diederich van Hamxlede Hinrich van Plettenberg Heydenrich van Plettenberg to Leenhusen vnd Wyganth van Hamxlede Don kund vnd bekennen In vnd ouer mytz desem open besegelden breue dat wyr vp hude datum dysses breues eyne gutliche gruntliche vnd ewyge erffdeylinge gededingt vnd gemaket heben Tusschen der erberen Agathen van Berninchusen naegelaten weduwen Heydenrichs van Berninchusen seliger vnd eren kinderen vp eyn vnd Johannen van Berninchusen erem Swager vnd vedderen vp ander syden Also beschedenclichen dat dey weduwe vnd ere kinder vurg. alleyne heben vnd behalden sullen vor sych vnd ere eruen erfflich vnd ewiglich dat alde hus to dem nyen to Antfelde vnd den rynck myt dem grauen vmb dat hus vnd waid dar Innen begrepen ist vnd vort den Plaiss vp der wester syden van der kerken an byt vp dey beke So lank vnd so breet dat men dar eyn vorwerck vp setten moge vnd konne vnd sych des houes erer noitdrofft wall konne bekomen Ouch sall dey vurg. weduwe vnd ere kinder heben vnd behalden den schapstaill gelegen bouen der kerken vnd ouch vort allen huysgerait vnd varende haue Ouch sall dey vurg. weduwe vnd ere kinder heben vnd behalden dese naeges. Lender, dey twe morgen lands vp der Hoe, twe morgen yn der kulenbrake, dat ouerste land yn der kulenbrake by dem brylonschen

wege, dat nederste lant yn der Heyde, dat nederste lant an dem kreyenberge, dat lant nest der buyrlynden, dat lant vp dem brünspaide, dat lant bouen dem wege by dem Hilligen Huyse, dat arley bouen nest dem ossenberge, dat lant bouen dem Dyke, dat lant vor der steynkulen, dat lant by dem kerssebome, dat lant bouen der steynkulen an dem ossenberge, vort dey nyen wese vnd dat grote oyll, dey wese yn der schorbecke bouen der vort, vnd vort dey guder to Elspe wait der dey weduwe vurg. vp datum dysses breues yn besitte vnd weren heuet Ouch dey mollen vnd wylden perde nach Lude erer virschryuynge sey ouer dey mollen vnd perde heben Vort sullen dey weduwe vnd ere kinder erfflichen heben vnd behalden dese naeges. hoyue myt namen peter budden hoyue Gerd noldeken hoyue Tonyes boldeken hoyue Jaspar schepers hoyue Cordes vor dem pothoue hoyue Hans pypers hoyue vor dem hanenberge des molners hoyue Hans schoenen hoyue Henseken schepers denst Joistes hoyue Heydenrich schulten hoyue Dysse vorbenompten gude myt denste schulden vnd all erer rechticheyt vnd tobehoringen nicht dar van vitgescheiden Vnd hyr enthegen sall Johan vurg. vnd syn eruen erfflichen heben vnd behalden vor eyne rechte erffdeylinge dat koehuyss myt dem plasse vp dey oister syden byt an dey kerken So wytt vnd so breet als der vurges. weduwen vnd eren kinderen vp ander syden der kerken yn deser erffdeylinge bewyst yst Ouch sall Johan vurg. vnd syn eruen Erfflichen heben vnd behalden dytt naeges. benompte lant Als myt namen dey nedersten twe morgen vp der Hoe, dey nedersten twe morgen yn der kulenbrake, dat derde lant yn der kulenbrake, dat ouerste lant yn der Heyde, dat ouerste lant an dem kreyenberge, dat neeste dar vnder dar dey busch ynne steit, dat lant beneden dem Hilgen Huyse, dat lant vp der Holen strate, dat arley nest dem Hilgen Huyse, dat lant vp den traden, dat lant hinder den Houen, dat lant achter der steynkulen, dat lant vp dem klockenpoill vnd dat lant achter dem ossenberge, dey krumme wese, dey wese vor der hoyschuren, dey wese vor der mollen, dat lant bouen dem groten oyle, dey twe wese plesse yn der schorbecke beneden der voirt Ouch sullen Johan vurg. vnd syne eruen erfflichen heben vnd behalden dese naeges. hoyue nemptlich Gobelen hoyue vor dem heymberge Herman Lysemans hoyue Cord

wyghen hoyue Hans budden hoyue Gobel wyghen hoyue Albert wegeners hoyue Jacob schapes hoyue des douen rotgers hoyue Hoppen kottenstede Klappertaens hoyue Tylmans denst vnd dey hoyue to Oilsberge Dese vorbenompten gude myt deynste schulden vnd aller rechticheyt vnd tobehoringen nicht dar van vitgescheeden Vort ist clarlich bededingt dat alle dat Jenne dat yn dysser erffdeylinge vurges. nicht berort noch benompt steit Als myt namen dey steynkulen, Sees vnd vertich marck vnd XXI s. tom Euersberge, den teynden to Rammesbecke vnd dey gemeynen marke to Antfelde, dryfft, hoide, holt, water vnd weyde Jacht vnd vysscherye Ouch dat wylde lant, den deynst to Nutteler vnd war sey sych des vorder bekomen konnen vort allen gemeynen nutt vnd vpkome gulde vnd renthe yn mathen vurges. steit Sullen dey vurg. weduwe vnd ere kinder vp eyn vnd Johan vurg. vnd syn eruen vp ander syden gelyck heben boren mitten vnd gebruken, Sunder vitgescheeden den teynden to Antfelde dey steit der vurg. weduwen vnd eren kinderen nach Lude erer virschryuynge So dey van Johanne vurg. geloist worde Sullen sey sych ouch gelycklich vmbe virdregen Were ouch sake dat an den vorbenompten vnuordeylden guderen eyniche beschweringe kost vnd arbeyt entstonde wu sych dat erneuende worde It were van swyndryfft off anders Sullen sey beyde parthye vurg. gelyck staen vnd dregen Were ouch sake dat sych eyniche schult ervunde dey Lyse van Berninchusen seliger erer beyder moder gemaket hedde Sullen sey oik beyde parthye gelyck dregen vnd gelden Alle dusse vurg. punte heuet erer eyn dem anderen In vnsir Jegenwerdicheyt gelouet vnd gesekert vor eyne gantze gruntliche erffdeylinge vnd virdracht In guden erlichen truwen to halden vnd dysser breyue synt twe gelyck ludende, der yglich parthye vurges. eynen heuet vnd wante dan dysse erffdeylinge vnd virdracht myt vnsir beyder parthyen vurg. vulbart vnd guden willen gescheyn vnd gemaket ist vnd des genslichen Ingegangen syn So heb ich Johan van Berninchusen vurg. to thuge der warheyt myn Ingesegel vor mych vnd myn eruen vestlich an desen breff gehangen vnd wyr beyde parthye nemptlich Agatha weduwe vnd Johan vurg. heben vort to merer sekerheyt vnd to thuge der warheyt gutlichen gebeeden dey erbern vnd vesten vnse lieuen vader vedderen swagere vnd

guden frunde So dey In anbegynne dusses breues benompt stan vnd dysse erffdeylinge vnd scheydinge tusschen vns gededingt vnd gemaket heben dat er yglich syn Ingesegel an dyssen breff heuet gehangen Des wyr vorbenompte dedingslude alle sementlich also bekennen vnd dat vmbe beyder parthye bede willen gern gedan heben Gegeuen In dem Jare vnss heren Dusent veerhundert vnd vyff vnd negentich vp sunte peters dach genant ad Cathedram




12. Erbtheilung der Gebrüder Gerd und Wilhelm von Galen seligen Gerds Söhne zum Ermelinckhoff v. J. 1502.

[67]

      Wy Gerd vnde willem gebrodere van galen seligen gerdes sonne ton Ermelinchaue doen kundt vnde bekennen apenbar in dossen breue vor vns, alle vnse rechten eruen vnde aneruen dat wy vns leiffliken vnde gutliken in den namen godes, gedeilt, gescheiden vnde verdregen hebben, alle vnsses vederliken vnde moderliken erues vnde nagelatenen gudes, in mathen vnde gestalt, hyr nauolgende vnde ludende is, So dat ick Gerd vors. vor eyn deyl tho my neme vnde erfflike beholde, den Ermelinchoff myt al siner tobehoringe, older vnde nyer rechticheit, luder, gudere, Renthe, vnde gulden, in deme stychte van munster belegen, myt allen vorrade ingedome vnde husgerade wu men dat benomen mochte, dar nicht van vithbliuende noch affgescheiden, Beholtlick mynen broder dar van etlike lude hyr na in sinen deyle beteikent synt, So neme ick Willem vors. ander deils to my vnde erfflick beholde, alle erffscap vnde gut, vnse vader deme god altyt gnade, in dem lande van Gulike, Berge, vnde van der Marcke nagelaten hefft, myt den luden dar vp vnde in behorich myt al eren tobehoringen, older vnde nyer rechticheit, dar nicht van vithbliuende, noch affgescheiden, vnde eynen versegelden breff van dusent golt gulden, vp de stad van Collen, vnde de Ses hundert golt gulden, ick an de stad van Collen belacht hebbe,

my van mynen vader seliger, gedaen vnde gehantreket worden, Oick alle huesgeraet vnde yngedome wu men dat benomen mochte, vnse vader deme god genade to Collen nagelaten hefft, vnde dar to dosse nabescreuen lude, van mynes broder luden vnde guderen in deme stichte van munster mest geboren vnde getogen, Als myt namen Johan, herman, Aleke, Grete, kathryne, Gerd, Thonies, Godert vnde Jurien, kyndere des olden schulten to sweerinck, dar to Greten dabrokes, Greten vnde kathrynen Eckholtes, gesusters, herman vnde Grete hoenhouels, Bernd, dirick, deipenbrokes sonne, lubbert suchaues, Elseken, Aleken, vnde lysen yerkampes gesusters, Bernd ton holte, oick Elseke van Ameke er suster broder myt all eren kynderen dar to behorende vnde dar to noch de cloetmans art in dem lande van der marcke Beholtlick mynen brodere dar van herman hoenhouels wiff myt eren kinderen, welker ick willem hyr vor nicht benompt en hebbe, Oick sollen alle kindere dosser vorg. vrouwesnamen gelick eren moderen my Willeme vors. vulschuldich egen tohoren, Hyr mede syn wy gebrodere vors. nu vnde tho aller tyt, vor vns, alle vnse rechten eruen vnde aneruen, Alle vnses vederlicken vnde moderlicken erues vnde nagelatenen gudz seer fruntlick gutlick vnde leiflick gedeilt vnde gescheiden, so dat vns beiden dar an nu vnde alle tyt gans wal genoget vnde genogen sal, dar vp wy vns malckanderen hanttastinge vnde loffte in eedestad myt guden vrien willen vnde vorbedachten rade, by vnser ere vnde truwe, vor vns, alle vnse rechten eruen vnde aneruen, dosse vnse gutlike deilinge vnde scheidinghe, in aller mathe, so vorg. steit, stede vast vnde vnuerbroken to holden, vnde hebben des beide vor vns oick alle vnse rechten eruen vnde aneruen, vnse Segele an dosser breue twey gehangen de van worden to worden al eyns luden vnde ynholden syn, der eyn yderman van vns gebroderen vors. eynen to sick genomen heuet, Vnde noch to merer kunde vnde tuchnisse dosser vnser vorg. deilinge, hebben wy gebrodere vors. gebeden vnde bidden in crafft vnde macht dosses breues Gerde van galen ton Venne vnsen leuen vedderen, vnde Johanne van der recke to dreenstenforde vnsen sunderlix leuen swager vnde guden frunde, dat se ere Segele by de vnse an dosse twee breue willen hangen, des wy Gerd van galen vnde Johan van der Recke vorg. beide bekennen, war ist, vnde gerne gedaen

hebben, vmme bede vnde bewantnisse willen, Dit is allet mede kundich vnde witlich den Erbaren vnde vromen heren her Euert holtman pastor to houel, her Arnd balke pastor to dreynstenforde her Willem sweerinck vicarius ton Ermelinchoue vnde her Godert smyt vicarius to stenforde vors. des wy presters vors. bekennen, war ist, vnde in tuge dosser vors. sake geesschet vnde gebeden sint datum Anno domini Millesimoquingentesimosecundo des maendages na pinxsten




13. Erbtheilung der Gebrüder Gerard von Hoemen Burggrafen und Arnt von Hoemen Sohn zu Odenkirchen v. J. 1406.

      In deser wys is gedeingt ind gevurwert tusschen Gerard van Hoemen borchgreuen to Odenkirchen op eyne syde Ind Arnt van Homen sinem broder op die ander syde so wie su gedeilt ind gescheyden sint oeuermitz oerre beyder maege ind vrund in al der maeten as her nae geschreuen steyt In den eirsten so is gedeingt dat Gerart vurs. sinem broder Arnt al Jair sal geyuen vunftich ryntze gulden erflicher gulden vter der heirlicheit van Odenkirchen Ind die sal he eme betalen al Jair to sent Remeyss missen off bynnen vier wechgen dar nae neist volgende onbeuangen Ouch is gedeingt dat Arnt vurs. hauen sal vter dem gelde van brabant vunf dusent gelresse gulden off dat wert dar vur in der tyt der betanlincgen in deser voegen dat he die to vier termynen buren sal to betalincgen as Gerarde vurs. dat gelt betailt wirt in al der maeten as die termyne gesat sint. dat is to verstaen dat Arnt vurs. bueren sal dat vierde deyl van vuf dusent gulden vurs. to dem eirsten termyne Ind vort van eiclichem termyne dat vierde deyl van vunf dusent gulden also dat he die vuf dusent gulden to den vier termynen to mael heyuen ind bueren sal. Ouch ist gevurwert to der eirster sommen die Arnt vurs. heift ind burt so sal eme aff gaen dat vierde deyl van den vunftich ryntzen gulden Ind vort sal eme af gaen to allen termynen as he burt dat vierde deyl van den vunftich ryntzen gulden Ind as die vunf dusent gelresse gulden vurs. to mael gehauen ind geburt hait so en sal he der vunftich ryntzer gulden nyet me hauen noch bueren an der heirlicheit van Odenkirchen Ind die solen quyt sun ten ewigen dagen to Ouch is gedeingt off dat gelt van brabant

nyet betailt en wurde to eynchen termynen as vurs. steit so en seulde Gerart vurs. nyet vorder besweirt sun dan eme die vunftich ryntze gulden to geyuen in al der maeten as vurs. steit Ind hed Arnt der termyne dan eynchen geburt as manichen he der geburt hed so manich vierde deyl seulde eme ouch aff gaen an den vunftich ryntze gulden Ouch is gedeingt off Reinke van Hoemen oir broder aff liuich wurde dae got vur sy so wat rechtz Arnt vurs. dae an hed dat sal he behalden Ind vort alsulche scholt as onse vader ind moder schuidich sint bleuen dae sal ich Arnt vurs. myn andeyl aff betalen as sich dat geburt Vort is gedeingt den hoff to Konynxhouen den onse moder eitzunt besittende is so wanne onse moder doit is dat ich Arnt vurs. an dem vurs. hoyue geyn recht hauen en sal. Ouch is mit gedeingt so wat renten lyfzucht off erue onse moenen hanent an der heirlicheit van Odenkirchen so wanne dat die doit sint dae en sal ich Arnt vurs. ouch geyn recht to hauen Vort so is gedeingt so wat kunne erfft ind guetz dat onse vader in dem lande van Gelre Ind in dem lande van Luyck gelaeten hait dae sal ich Arnt vurs. myn recht an behalden. Vort is gedeingt dat ich Arnt vurs. vertegen hain ind vertye op die heirlicheit van Odenkirchen Sloss land ind lude erue ind guet so wie dat geleygen is ind dat to der heirlicheit van Odenkirchen gehoirt nyet vyt gescheyden Alle dese vurs. punten ind vurwerden hain ich Gerart van Hoemen vurs. gesichgert ind geloift in gueden truwen ind in eystat vaste stede ind onverbruchlich to halden sonder alre kunne argelist Ind dis to getuge ind in orkonde der wairheit so hain ich Gerart van Hoemen vurs. myn Segel mit mynre rechter wist ind willen an desen brieff gehangen Ind hain vort gebeyden dye eirber byrue lude heren Johan herre to Reyde heren Eyuerart vayt to Belle Ind heren Reynart van Boirle Rittere dat sy oyre segele by dat myn to eynre konden an desen brieff haint gehangen — — — Datum anno domini M. CCCC. VI feria quinta post festum annunciacionis beate marie virginis



Berichtigung.




      S. 52. Reinhard von Merode Herr zu Bornheim war verheirathet mit Catharina Tochter des Ritters Wilhelm von Flodorf Herrn zu Leuth und Dahlenbroich, und der Alverade von Harff.

      Heft III. S. 41 ist ein zweifacher Irrthum zu berichtigen. Von den Gebrüdern von Velbrüggen ist nicht Bernhard, sondern Reynart der ältere. Bernhards Gattin heisst dort Anna von Henning: eine Corruptel statt Anna von Hemmerich. Aber zur Zeit der Anna sagte man noch Hemberg. Da aus Fahne nicht zu ersehen, wessen Tochter die Anna gewesen, so will ich die Herren von Hemberg hier vorführen. Pawin von Hemberg der Junge hinterliess drei Söhne: Arnold, Heinrich[68] und Gerart. Der Erbkämmerer Arnold hatte zwei Söhne: Johann und Engelbrecht von Hemberg. Letzterer zeugte mit seiner Gattin Heesgin von Eyll vier Söhne: Arnold, Heinrich, Gerart und Engelbrecht von Hemberg. Letzterer ist nach Liefland gezogen; Gerart kinderlos verstorben; Heinrich der mit Wilynken von Paell verheirathet war, ist vielleicht der Stammvater des jüngeren Geschlechtes von Hemmerich; von Arnold stammt endlich obige Anna von Hemberg, die ihrem Gatten Bernhard von Velbrüggen Herrn zu Garrath das Haus Hemberg[69], den Hof zu Hoven und verschiedenes andere zugebracht hat.

      Das Erbkämmerer-Amt des Erzstifts Cöln haben fünf Herren aus dem Geschlechte von Hemberg bekleidet, nämlich Pawin von Hemberg, dessen Sohn Arnold von Hemberg, dessen Sohn Johann von Hemberg Ritter, dessen Sohn Engelbrecht von Hemberg Amtmann zu Kempen, dessen Sohn Johann

von Hemberg. — Ritter Johann von Hemberg, ein zu seiner Zeit hochgeachteter Herr, war 1481 noch im Leben; sein Sohn Engelbrecht führt bei Lacomblet bereits im J. 1463 den Titel: Erbkämmerer von Bachem. Bekanntlich ist dies Amt auf Rutger von Velbrüggen übergegangen. Dieser ist der älteste Sohn des obigen Reynart von Velbrüggen, und also der Bruder des Bernhard von Velbrüggen zu Beffort Amtmann zu Vianden. Wie der Ehevertrag des Johann von Hemberg v. J. 1516 vermuthen lässt, war Rutger mit einer Schwester des Johann verheirathet. Er hinterliess drei Söhne: Ludolph, Hermann und Adam. Dieselben werden in einem Instrumentum Officiale v. J. 1587 (mit dem Irrthum Rutger statt Hermann) also erwähnt: „Verum, quod quondam in humanis fuerint Ludolfus, Rutgerus et Adamus ab Aldenbruggen condicti Velbruggen fratres germani naturales et legitime ex uno parente procreati; secundo verum, quod ex Adamo Johannes, ex Rutgero autem Rutgerus in Veldt legitime simul et naturaliter fuerint et sint procreati.“ Aeltere Briefschaften geben zu verstehen, dass die beiden erstern eheleibliche Brüder, Adam aber der Sohn einer andern Ehe gewesen. Nach Fahne war Rutgers gleichnamiger Enkel mit Maria von Flodorf verheirathet. Wirft man aber einen Blick auf den Stammbaum Flodorf bei Fahne, so muss man nothwendig annehmen, dass Maria vielmehr die Gattin Rutgeri primi gewesen. Nach dieser zweifachen Annahme und Vermuthung gebe ich nun folgendes Schema:

      Rutger von Aldenbrüggen genannt Velbrüggen, Erbkämmerer, hatte mit seiner ersten Gattin folgende Kinder:

  1. Christina von Velbrüggen Abtissin zu Neuss.
  2. Anna von Velbrüggen Frau Meisterin zu Meer.
  3. Clara von Velbrüggen Klosterjungfrau zu Meer.
  4. Hermann von Velbrüggen hatte mit seiner Gattin Catharina von Hompesch nur einen Sohn: Rutger von Velbrüggen zu Velde, der gemäss obigem Instrumentum im J. 1585 kinderlos verstorben.
  5. Ludolph von Velbrüggen Erbkämmerer war mit Maria von Lutzenradt[70] verheirathet, und hat nur einen Sohn hinterlassen: Rutger von Velbrüggen Erbkämmerer. Dieser machte Bekanntschaft mit Maria Salome von Polheim[71] und schloss mit derselben etwa drei Jahre vor seinem 1584 erfolgten Tode einen Ehebund, das heisst, er erklärte per verba de praesenti, dass er sie für seine Gattin erkenne. Die beiden aus diesem Bunde entsprossenen Kinder, Rutger und Catharina, betrachtete seine Mutter als Natürliche und illegitimos, und zur Succession nicht befähigt. Es kam zum Prozess, und dann zum Vergleich, worin dieselbe jenen Kindern vorab zwanzig Morgen Artland abtrat, und die übrigen Erbgüter, Renten und Pfandschaften, so von ihrem Gatten selig herrührten, mit ihnen gleichmässig zu theilen sich bereit erklärte, jedoch mit dieser Clausel: „dwiell Johan von Aldenbrugk genandt Velbruggen zu Ilsem sich der Erbschafften obgedachts Rutgern von Velbruggen vermeintlichen anmaissen thuit, haben sich beide Partheien verglichen, da sache were, dass gedachte Wittib von ihme Velbruggen ausserwunnen wurde, uff den pfall soll sie den Kinderen vurs. oder Jemandt anders de Evictione nit gehalten sein.

      Aus zweiter Ehe Rutgeri primi stammt nun Adam von Velbrüggen, der mit Anna von Nesselrode verheirathet war, und gleichfalls nur einen Sohn hinterlassen hat: Johann von Velbrüggen zu Ilsem oder Elsum. Auf diesen ist das Erbkämmerer-Amt übergegangen; er erbte überdies von seinem Vetter Rutger das Gut Velde, so wie auch das Haus Neuenburg, das 1503 in brüderlicher Theilung dem Reynart von Velbrüggen zugetheilt worden, und 1541 an Bernhard von Velbrüggen zu Beffort gekommen war.






Anmerkungen

  1. Die sechs Söhne dieser Ehegatten, und ihre Tochter Swenolt von Harff Vogtin zu Cöln, finden sich bei Lacomblet Bd. III. p. 809. 836.
  2. Dieser Wilhelm ist wahrscheinlich identisch mit dem im ersten Hefte p. 44 erwähnten Wilhelm von Harff. Derselbe war mit Lutgart von Binsfeld verheirathet. Seine Tochter, von einigen Anna, von andern Lutgart genannt, wurde die Gattin des Werner von Hompesch zu Wachendorf. So ist denn Heft II. p. 34 die betreffende Stelle zu tilgen. Bei dieser Gelegenheit bemerke ich noch einen andern Irrthum im ersten Hefte p. 21. Die drei Generationen von Harff zu Borschemich sind nämlich auf zwei zu reduciren; denn die Ehegatten Wilhelm von Harff und Elisabeth von Efferen finden sich nur in Druckschriften, in der Wirklichkeit aber haben sie nie existirt.
  3. Mathys Walrave war der Schwiegersohn des Heinrich Herrn zu Kendenich. Bei Fahne heisst seine Gattin Agnes.
  4. Aus dieser Ehe stammt Maria von Goer, welche 1535 den Johann von Streithagen heirathete, und deren Tochter Maria von Streithagen die Gattin des Nicolaus von Breyl wurde. Dieser hinterliess zwei Söhne:
    1. Nicolaus von Breyl Herr zu Limburg, dessen Tochter Maria Elisabeth den Johann Wolfgang Wilhelm von Bentinck heirathete.
    2. Winand von Breyl Herr zu Eys (verh. mit Helena von Eynatten zur Neuerburg), dessen Tochter Maria Odilia die Gattin des Johann von Bergh genannt Trips wurde.
  5. Wenn Fahne (sub Hemmersbach) bemerkt, dass die von Trips durch Vergleich im J. 1751 das Eigenthum erhalten, so liegt in dem Datum sicher ein Druckfehler. Denn ein Baron de Bentinck schreibt sich im J. 1762 noch Herr zu Limbricht, Hemmersbach.
  6. Aus der Ehe des Johann von Vercken mit Catharina von Schlenderhan stammt der bereits erwähnte Carsillis von Vercken, und Clara von Vercken, welche im J. 1516 den Daem von Sygenhoven genannt Anstel (Sohn des Heinrich und der Cuyne von Lieck) heirathete.
  7. Ob der Jesuit Peter Canisius von dem Geschlechte Canus oder von dem Geschlechte Hundt descendire, überlasse ich Andern zu erforschen. Die Familie Canisius zu Nordenbeck zählt diesen Pater unter ihre Ahnen.
  8. Namentlich erscheint im J. 1621 Diederich von Lieck, und 1634 dessen Wittwe Maria von Hetzingen als Miterbe. Letztere hat ihr Recht vielleicht ihrem Miterben Diederich von Montebroch genannt von der Hallen, übertragen. Unter den Herren von Grass ist diese Rente im J. 1732 abgelöst worden.
  9. Die Ehegatten Vertram von Frentz und Elisabeth bekennen im J. 1559, dass sie von Peter Schroeder zu Glessen 66 Thaler erhalten haben, wofür sie demselben eine jährliche Rente von drei Malter Roggen aus dem Artlande zu Geyen „dat nu zer zit Christofferus Smyt vnd Magdalena elude van vnser Swiegeren der duichtsamen Aelet Naegels vnd Iren Kindren zu paicht hant“, überweisen. Dieser Vertram ist vielleicht ein Bruder des Valentin.
  10. Helwich finde ich von 1545 bis 1566 als seine Gattin. Dieselbe schritt dann mit Goedert von Virmont zur zweiten Ehe. Sie ist die Schwester des Heinrich, Werner und Johann Hundt (Mönch zu Heisterbach).
  11. Ausser Maximilian von Frentz, der in einem Schreiben v. J. 1629 die Gattin des Diederich von Montebroch seine Nichte nennt, gab es damals noch mehrere andere Herren dieses Geschlechtes. Dasselbe ist, wenn ich nicht irre, erst in neuester Zeit ausgestorben.
  12. Derselbe hat wahrscheinlich auf der Altwicken in einem Hause gegen dem Kloster über gewohnt, das seine Enkelin Johanna Maria Wittwe von Grass im J. 1714 den Eheleuten Johann Peter Strauss und Gertrud Lynen auf 40 Jahre versatzweise eingeräumt hat.
  13. Bei dieser Annahme wird man ferner annehmen müssen, dass Christina ihren Gatten zum Erben eingesetzt, oder dass dieser den Canis-Hof mit seinen Appertinenzien käuflich an sich gebracht.
  14. Dies Gut, der grosse Stommeler Hof genannt, besassen im sechzehnten Jahrhundert die Ehegatten Wilhelm von Stommel und Johanna Raitz von Frentz. Dieselben starben kinderlos, und der Hof erbte auf Aegidius von Zours (verh. mit Magdalena von Stommel), und auf Rudolph und Adolph Raitz von Frentz und deren Vetter Arnold. Nun hatte aber Johann von Zours für seinen Bruder Aegidius eine Bürgschaft geleistet, und da er nach Tod desselben seiner Verpflichtung Genüge leisten musste, so legte er im J. 1624 auf den Hof Arrest. Die Herren Raitz von Frentz trafen indess ein Abkommen mit ihm, und überliessen hierauf den ganzen Hof dem Herrn Spies von Büllesheim zu Vrechen. Im J. 1629 übertrugen dann die Ehegatten Marsilius von Rolshausen und Margaretha von Spies denselben ihrem Schwager und Bruder Ferdinand von Spies. Dieser ward aber schon im J. 1630 von dem Hofe enterbt und Andreas Waldorf daran erbfest gemacht. Nach Absterben des Waldorf kam er an die Eheleute Theodor Brünninckhausen und Sibylla Waldorf, deren Erben Heinrich Brünninckhausen und Cecilia Schmitz denselben im J. 1722 der Johanna Magdalena Freyin von Grass für die Summe von 1625 Rthlr. verkauften. Von dieser erbte er auf ihren Bruder Ernest Werner Frh. von Grass. — Es gab zu Polheim auch noch einen kleinen Stommels-Hof, den obige Fräulein von Grass zur Hälfte besass.
  15. Dieser Hof gehörte vormals vielleicht dem Ritter Hermann genannt Reuver von Harff, Grossvater des Hermann Reuver vom Spiegel.
  16. Die Freiherren von Grass haben keine öffentliche Aemter wie Amtmannsstellen, bekleidet. Nur wurde obiger Herr zu Geyen im J. 1750 von den Polheimer Buschbeerbten zum Holzgräven ernannt. In diesem Amte hatte er den Dechant Johann Ad. Stoesberg zum Vorgänger, gemäss folgendem Schreiben: „Nachdem Jacob Weiler zu Pullem wehrender Zeit meines Buschgräven Amt im pullemer St. Georgii Busch ohnerlaubter maassen einen schwären Baum gehawen, und desshalben mir in Buschstraafen verfallen, welche ich selbsten bey künftig brauchlicher maassen angestellt werden sollendem Brüchten Verhoer einzutreiben gemeint und willens bin, so wird sich wohl ietziger mir im Ambt nachgefolgter Buschgräve v. Grass nit erkühnen in diesem punct mir Eingriff zu thuen und die mir zukommende und gebührende Holtzbrüchten wegzunehmen, noch den Baum alss corpus delicti sich zuzueygenen, widrigen fals an ihme H. v. Grass man alles zu erhohlen schon wissen wird, und mich in diesem punct schadloss zu machen. Signatum Cöllen d. 15. Decembris 1751.
  17. Die Erben von Houve verkauften im J. 1804 dem Schwiegersohn des Herrn von Olmissen die Hälfte der Geyener Burg, wie auch die Hälfte der Polheimer Wassermühle, nebst der zu diesen beiden Hälften gehörigen Länderei. Die Mühle zu Polheim war ein Lehen der Hofkammer zu Düsseldorf, und hatten die Erbpächter an die Churfürstliche Kellnerei zu Bergheim jährlichs neun Malter Roggen Erbpacht zu liefern. Dieselbe hatte Zwang aufs Dorf.
  18. Die Familie Knor gehörte dem Lande von Wassenberg, und der nobilitas minorum gentium an.
  19. Es findet sich noch eine Marie Cox née de Grass, die gleichfalls eine Tochter des Diederich zu sein scheint. Sie war 1713 noch im Leben. Sodann kommt von etwa 1712 bis 1740 eine Marie de Grass née de Cox vor. Dieselbe mag wohl eine Tochter der vorhergehenden Maria sein, und war vielleicht mit dem noch zu erwähnenden Adolph von Grass verheirathet.
  20. Die Genealogie der Herren von Wylich findet sich schon im im ersten Hefte meiner Beiträge. Die Briefschaften, die ich bei jener Arbeit vermisste, boten sich mir späterhin dar. Da dieselben mir zugleich auch wesentliche Versehen in meiner Darstellung zeigten, so habe ich das Ganze umzuarbeiten für nöthig erachtet.
  21. Ueber die Herren von Verne oder Vernde liegen mir nur zwei Copie-Urkunden vor. Wilhelm von Verne verpfändet im J. 1371 seinem Bruder Friedrich den Zehenden zu Verne und einige andere Güter. Friedrich von Verne bekennt im J. 1375 dem Wilhelm Crevete seinem Oemen zwanzig Mark Penninge schuldig zu sein, und verpfändet ihm zu seiner Sicherheit sein ganzes Amt zu Verne mit allem Zubehör. Zeugen: Heinrich von Ense und Werner Crevete. — Der Zehende zu Verne, wovon die Herren von Ense den halben Theil erbten, war ein Lehen des Bischofs zu Paderborn; wogegen das Amt Verne von der Dompropstei zu Lehen empfangen wurde.
  22. Heydenreich ist ein Sohn des Ritters Hunolt und Enkel des Heydenreich von Plettenbracht. Der folgende Heydenreich mit dem Beinamen Plassedregh ist ein Sohn des Heydenreich und Enkel des Ritters Johann von Plettenbracht. Dieser hatte nämlich drei Söhne: Heinrich, Heydenreich und Bertold (Domherr zu Paderborn). Heinrich, der im J. 1341 seinem Bruder Heydenreich die Vogtei zu Plettenbracht verkaufte, ist vielleicht der Vater jenes Johann von Plettenbracht, der mit Irmgart von Vischenich verheirathet war.
  23. Johann von Ermlynchusen Abt zu Flechdorf belehnte noch in selbigem Jahr beide Ankäufer mit zwei Huven zu Aspen und mit dem Zehenden daselbst, geheissen das Padbergische Gut. Seit dem siebenzehnten Jahrhundert war der Zehende zu Aspen und Papperinckhof ein Lehen der Abtei Corvey.
  24. Das Amt Erwitte mag wohl eine Zeit lang zu den Westernkotten verlegt worden sein; denn im J. 1457 nimmt Erzbischof Diederich das Amt zu den Westernkotten, das dem Gerd von Ense für 1450 Rheinische Gulden verpfändet gewesen, von dessen Sohn Heinrich wieder zurück.
  25. Das neue Haus Padberg bestand schon im vierzehnten Jahrhundert. Erzbischof Diederich von Cöln stellt den Gebrüdern Gotschalck und Friederich von Padberg im J. 1415 folgenden Revers aus: „Also alz wyr eins worden sien mit Gosschalke vnd Frederiche vom Nyenhuse zu Patbergh gebrodern vmb vns dat Nyehuys vurs. zo offenen mit yrem cleile des ringhes zu Patbergh Ind wanne wyr vnd vnse gestichte von Colne vnsen wyllen mit deme greuen von Waldecken geschafft hayn So sullen vnd wyllen wyr vnd dey ghene den wyr dat huys vors. mit dem deile des ringhes vors. beuelen vnd ingeleuert hetten den gebruder vors. dat huys mit dem deile ringhes wider vmme leueren ind In die wider ingeuen.“ Für diese Oeffenung verschreibt der Erzbischof ihnen zweihundert Gulden, jährlichs zu erheben auf dem Zoll zu Bonn.
  26. Gosteke gab ihrer Tochter Gertrud den Hof zum Vorwerke, zu Nortdincker gelegen, zur Aussteuer, den sie nach Gerds Tode dem Vater desselben, Heinrich von Ense, verkaufte. Dieses Hofes wegen stand Godert von Ense im J. 1459 mit Bürgermeister und Rath der Stadt Hamm in Fehde.
  27. Reinharts Bruder, Johann von Dalwig, war Herr zu Schouwenborch.
  28. In den Briefschaften der Herren von Ense finde ich, dass Adrian und sein Sohn Heinrich von Ense mit den Gebrüdern Wilhelm und Gerd Ketteler in Fehde standen, und letzterer von Heinrich zum Gefangenen gemacht wurde. Im J. 1514 kam es zum Vergleich, worin bedingt ward, dass Adrian und Heinrich den Gebrüdern Ketteler alle auf Haus und Burg zu Gerckendael sprechende Briefe und Siegel extradiren, und diese dagegen jenen 150 Rheinische Gulden auszahlen sollten.
  29. Um ihre Gläubiger befriedigen zu können, verkauften Adrians Söhne im J. 1526 dem Diederich von Heyden Teutsch Ordens Ritter und Comthur zu Mülheim eine Jahresrente von 50 Rheinischen Gulden aus ihrem Zehenden zu Aspen.
  30. Eine andere Huve zu Hockelheim, lehenrührig an Chur-Cöln, kaufte Heinrich von Ense in selbigem Jahr 1441 von Floer von Sassendorf.
  31. Seine Gattin Catharina von Canstein schritt 1534 zur zweiten Ehe mit Johann von Hanxlede zu Ostwich (Hermanns Sohn).
  32. Friedrichs Bruder, Christoffer von Papenheim, war Herr zu Liebenau.
  33. Nämlich die Gebrüder Gerhard von Bredenol Propst zu Lippstadt, und Jürgen von Bredenol zum Rode verkauften im J. 1544 den Gebrüdern von Ense ihren freien Burgsitz binnen den Westernkotten gelegen, mit der Fischerei und Länderei, so wie auch den Erlehof, anhabend 104 und einen halben Morgen Land, für 1600 Goldgulden, nebst 20 Goldgulden Weinkauf für Jürgens Gattin Christina von Schorlemmer. Späterhin, im J. 1634 übertrug Elisabeth Spiegel zum Desenberg Wittwe des Arnold von Bredenol zu Bockenvörde dem Walther Philipp von Ense die Bredenoler Mühle zu Weringhausen.
  34. Dasselbe ist wohl zu einem gewöhnlichen Hofe herabgesunken. Da nach 1439 von Belehnungen nichts mehr verlautet, so scheint der Erzbischof auf die Lehens-Qualität verzichtet zu haben.
  35. In der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts findet sich Hermann Schenckinck (verh. mit Hilberghe Tochter des Bernd Valcke). Von diesem stammt wohl Johann Schenckinck, Vater der obigen Irmgard.
  36. Die Höfe Hope oder Hoipe und Schwartzenberg hatte Heinrichs Vater von Adrian de Wendt gekauft.
  37. Mit derselben war er im vierten Grade verwandt, gemäss Dispensatio apostolica.
  38. Auf diese Summe erhielt sie im folgenden Jahr 800 Rthlr; der Rest wurde späterhin mit Abtretung des Hauses Hoipa berichtiget.
  39. Ihre Mutter schritt zur zweiten Ehe mit Franz Wilhelm von Dumpstorff zu Halstenbeck.
  40. Johann Wrede zu Melschede, Rotger Schade zu Landthausen, Henneke Schade zum Grevenstein, und Maria Schade von Wildeshausen vereinbarten sich im J. 1577, das für 4000 Goldgulden verpfändete Haus Berge im Kirspel von Calle gelegen, wieder einzulösen. Demnach scheint Volpracht Schade keine Leibeserben hinterlassen zu haben.
  41. Diese Ehegatten hatten fünf Söhne: Thonyes, Heinrich, Nolleke, Henneke und Godert von Berninghausen.
  42. Friedrichs Tochter, Sophia Ketteler, war mit Gotschalck von Padberg verheirathet.
  43. Symon und seine Söhne Tonnies und Hermann Schade verkauften im J. 1507 dem Gerd von Ense genannt Snydewynt und Tyberch seiner Gattin eine Rente aus dem Hofe zu Oberberg.
  44. Hermann Riedesel – nicht zu verwechseln mit Hermann Riedesel zu Eisenbach Erbmarschall zu Hessen – besass ein adliges Haus zu Olpe. Derselbe heirathete im J. 1500 Catharina Gogreve, und nach deren Tod Belen, mit der er einen Sohn, Hermann Riedesel im Scharpenbroicke, gehabt zu haben scheint. Seine Kinder erster Ehe sind:
    1. Johann Riedesel ist früh gestorben.
    2. Reinhard Riedesel war mit Elisabeth verheirathet, starb gleichfalls früh und hinterliess drei Kinder: Wilhelm, Helena und Elisabeth, die zugleich mit der Mutter im J. 1559 auf alle Ansprüche an dem Hause Olpe verzichteten.
    3. Arndt Riedesel, der das Haus Olpe an seinen Schwager Hermann Vischbach übertrug, hatte mit seiner Gattin Barbara von Hattenbach zwei Töchter: Catharina Riedesel Gattin des Rotger Schade, und Anna Riedesel, welche im J. 1581 den Johann Bruch zur Fredeburg heirathete. — Nach Arnolds Tode schritt Barbara zur zweiten Ehe mit Reinhard von Dalwig.
    4. Anna Riedesel scheint unverehelicht geblieben zu sein.
    5. Catharina Riedesel verh. mit Hermann Vischbach: welche Ehegatten ihre Nichte, Gattin des Rotger Schade, an Kindes Statt annahmen.
  45. Den Zehenden zu Oberberg verkauften im J. 1416 Rotger Ketteler zur Hovestadt, Elseke seine Gattin und Diederich sein Sohn dem Hunolt von Hanxlede, und Beleken seiner Gattin. Diederich von Hanxlede, Anna seine Gattin und Johann sein Sohn verkauften dann, im J. 1499 dem Hermann Riedesel den Zehenden zu Niederberg und Oberberg.
  46. Johann Wrede zu Landthausen hatte verschiedene Kapitalien auf seine Güter aufgenommen, und scheint er dieselben zuletzt dem Hermann Vischbach verkauft zu haben. Seine Eltern sind vielleicht Joist Wrede zu Landthausen und Elisabeth (1541).
  47. Das Haus Olpe ist späterhin an Chur-Cöln gekommen. Churfürst Clemens August verpachtete dasselbe im J. 1746, und Churfürst Maximilian Friedrich verpachtete die Häuser Berge und Olpe sammt dem Zehenden zu Niederberg im J. 1765.
  48. Dieselbe heirathete den Peter von Milsman, mit welchem sie zwei Töchter erzeugte, von denen die älteste Catharina Elisabeth von Milsman den Chur-Cölnischen Obristen Georg Mathias von Schade zu Vollinghausen heirathete, und demselben das Haus Wildeshausen zubrachte.
  49. Seine Gattin Anna Elisabeth von Schade schritt im J. 1664 zur zweiten Ehe mit Ernst Heinrich von Bruch zur Fredeburg.
  50. Ludwigs natürliche Tochter, Gertrud Schade, heirathete im J. 1625 Henneke Schulte zu Blessenol (Sohn des Volpert und der Gertrud). Sie erhielt unter andern den schmalen Zehenden zu Blessenol als Mitgift.
  51. Zum Behuf seiner Schwester kaufte Joseph Anton von Schade im J. 1738 von Wilhelm Joseph Westphal Herrn zum Fürstenberg und Laer die demselben nach Tod seiner Schwester Agatha Brigitta Westphal anerfallene, auf des Stifts Freiheit belegene Canonical-Curie: die er dann im J. 1771 an die Canonissin Eleonore von Dörrenberg wieder verkaufte.
  52. Anna Adriana ist 1733 zur zweiten Ehe geschritten mit dem Freiherrn C. A. von und zu Bocholtz Herrn zu Störmede.
  53. Essinghausen, heutzutag Esshoff, ist so wie Grimmelinghausen, nahe bei Antfeld gelegen. Volpert von Coppenrode wohnhaft zu Aldenbüren verkaufte im J. 1499 seinen Hof zu Essenchusen der Frau Agatha Wittwe des Heydenreich von Berninghausen zu Antfeld.
  54. Obige Ehegatten hatten drei Söhne: Adolph Friedrich Wilhelm, Theodor Bernhard und Franz Anton von Hanxlede. Theodor, der längere Zeit im Haag weilte, und zu Gunsten seines jungem Bruders auf Ostwich, Borg, Brabeck und andere Güter verzichtete, scheint der letztlebende gewesen zu sein.
  55. Im J. 1784 entstand der Commende wegen zwischen Frh. von Schade zu Salwey und Freifrau von Hörde Frau zu Antfeld ein Prozess, worin ein Rechtsgelehrter den Satz aufstellt: „Die Stiftung sei von dem Grossmeister angenommen und vom Papste bestätigt worden; wenn daher Frau von Hörde die Gültigkeit der Fundation zu bestreiten und das Gut Blessenol, in dessen unstreitigem Besitz sich der Orden durch die nach einander gefolgten Commendeurs befinde, zu vindiciren sich berechtiget halte, so müsse sie die Klage nicht gegen die Familie von Schade richten, sondern gegen den Orden“. Wogegen die andere Parthei allegirt: „Der Grossmeister habe die Stiftung nicht in gehöriger Form genehmigt, und sie in der Folge selbst für ungültig erklärt. Ueberdies hätte zur Gültigkeit derselben der Landesherrliche Consensus zufolge des Amortisations-Edictes v. J. 1728 nothwendig beigebracht werden müssen: was aber nie geschehen sei; mithin entbehre die Fundation der Rechtskraft“. In solchen Dingen nehme ich mir kein Urtheil; ich bemerke nur, dass Frh. von Schade in seinem Testament seinen Sohn einfach zum Universal-Erben seiner Güter einsetzt, und der Commende Blessenol mit keinem Worte Erwähnung thut: ein offenbares Zeichen, dass eine solche im J. 1776 nicht mehr existirte.
  56. Die Gräfin war in erster Ehe (seit 1728) mit Franz Egon Frh. von Wendt zum Hardenberge und Crassenstein verheirathet.
  57. Jaspar Ovelacker war in erster Ehe mit Margaretha von Selbach verheirathet, mit der er zwei Kinder hatte: Anna Ovelacker, die im J. 1555 den Melchior Wrede zu Mellen heirathete, und einen gleichnamigen Sohn Jaspar Ovelacker. Dieser ist der Vater des Johann, und Grossvater des Caspar Ovelacker zu Gevelinghausen.
  58. Indem ich bemerke, dass das Material zu den drei vorstehenden Genealogien im Archiv zu Antfeld sieh befindet, bezeige ich zugleich der Freifrau von Papen geb. Reichsfreyin von Fürstenberg für die wohlwollende Aufnahme, die ich bei derselben gefunden, öffentlich meinen innigsten Dank.
  59. Scheiffart von Merode Herr zu Hemmersbach, Bruder des Conrad von Merode, hatte zwei Söhne, Scheiffart und Friedrich von Merode. Ersterer ist der oben p. 4 erwähnte Johann Scheiffart von Merode. Friedrich ist, soviel ich mich erinnere, in den Genealogien ganz übergangen.
  60. Demnach ist oben p. 6 die Jahreszahl 1636 grundfalsch. Den daselbst erwähnten Wallraf Scheiffart von Merode habe ich vor Jahren unter dem angegebenen Titel in der Copie einer sogenannten Union gefunden. Dass in dergleichen Schriften die Namen oft unrichtig sind, ist bekannt.
  61. Gerhard Herr zu Rodemacheren, Cronenburg und zur Nuwerburg bekannte sich im J. 1466 obigen Ehegatten zu einer Schuld von 2800 Rheinischen Gulden, und setzte denselben folgende Herren als Bürgen: „Johan van Roildingen herre zu Siebenboirne vnd zu Daistel ritter, Johan van Oirley herre zu Beffart ritter, Frederich van Brandenburg herre zu Cleirffe, Diederich van Elter herre zu Hoilueiltz, Johan van Milburg herre zu Ham, Johan alste son zu Burscheit eyn herre zu Esche, Bernhart van Oirley herre zu Lyntzeren vnd Johan van Oirley gebrueder, Arnolt herre zu Veiltz, Geirhart herre zu Vttingen, Heynrich van Boillant eyn herre zu Esche, Johan van Puttelingen herre zu Schyndeltz vnd Jacob van Huby genant Foicke.
  62. Dass Johann ein Sohn des Evert gewesen, ersieht man aus einem Lehenbrief v. J. 1476, wo Herzog Wilhelm den Johann Blyver genannt Hesse mit zehn Rhein. Gulden zu rechtem Mannlehen, jährlichs zu erheben auf der Kellnerei von Bensbur (Bensberg) so belehnt, wie vordem Evert Blyver sein Vater damit belehnt gewesen. Dies ist wohl die einzige Urkunde, wo Johann mit dem Beinamen Hesse vorkommt; in allen übrigen wird er einfach Johann Blyver oder Blyffer genannt. Wo diese Herren ihr adliges Haus gehabt, habe ich nicht ermitteln können.
  63. Es ist dies das heutige Grotenherten in der Bürgermeisterei Pütz, Kreis Bergheim.
  64. Johann von Burchauwe besass ausser der Burg Auwe noch zwei Güter, die in der Folge durch Heirath an die Herren von Mirbach zu Tegelen, und dann durch Verkauf an die Herren von Elmpt zu Burgau gekommen sind, nämlich Stockheim und Stepperode.
  65. Tolhof ist so viel als Zollhof oder Solstatt. Die Inhaber des Rittersitzes entrichteten als Erbpächter dieses Tolhofs jährlichs an das Domkapitel, ad officium musices, zwölf Malter Roggen und zwölf Malter Hafer. — Seinen sonstigen Zehenden an Früchten, Flachs und Rüben verpachtete das Domkapitel im J. 1563 an mehrere Eingesessene in Geyen, und mussten diese Anpächter jährlichs 12 Malter Weizen, 50 Mltr Roggen, 54 Mltr Gerste und 50 Mltr Hafer liefern. Gemäss Schreiben v. J. 1760 besass das Domkapitel 660 Morgen Zehend-Land, Herr von Grass 230 Morgen, Confraternitas St. Gereonis 100 Morgen, und Frau Abtissin zu St. Cecilien 54 Morgen.
  66. Der Hof, der in dieser und den zwei vorhergehenden Urkunden erwähnt ist, besass wie schon das „Behelteniss“ zeigt, besondere Gerechtigkeiten im Dorfe Geyen. Unter andern musste vor dem damit in Verbindung stehenden Scheffenstuhl jeder Güterwechsel angezeigt und zu Protocoll gegeben werden; wie denn auch diese drei Urkunden Scheffen-Documente sind. Als ich dieselben vor mehrern Jahren copirte, habe ich die betreffenden Stellen übergangen, weil die erste und wie ich glaube, auch die zweite beschädigt war. Leider ist mir die folgende Urkunde erst zu Gesicht gekommen, als schon der erste Bogen dieser Schrift gedruckt war. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, dass der St. Mauren-Hof mit dem Hofe der Urkunden[GWR 6] identisch ist. Das Kloster war wie es scheint, in honorem sanctorum Maurorum martyrum gestiftet, und führte die Strasse, worin es gelegen, (im J. 1499 noch) den Namen St. Mauren-Strasse. Dasselbe ist wohl früh wieder eingegangen, und der Hof dann in den Besitz der Dompropstei gekommen. Vielleicht entdeckt jemand in der Folge noch solche Documente, die ihn in den Stand setzen, über den Canis-Hof genügendere Nachrichten mitzutheilen.
  67. Die Stammtafel der Herren von Galen bei Fahne ist eine sorgfältige Arbeit. Aber eine Hauptperson findet sich darin nicht vor, nämlich Heinrich von Galen Teutsch Ordens Meister in Liefand; vielleicht ein Bruder jenes Adam von Galen, der mit Catharina von Anxtel zu Muchhausen verheirathet war.
  68. Heinrich von Hemberg war mit Margaretha von Merode zu Bornheim verheirathet, und scheint einen Sohn Gerart von Hemberg hinterlassen zu haben, von welchem vielleicht Sophia von Hemberg Gattin des Wilhelm Quad (Ritter Lutters Sohn) abstammt.
  69. Das Schloss Hemberg bei Bachem gelegen, und in der Folge Hemmerich genannt, gehörte den Herren zu Bachem.
  70. Maria ist mit Johann von Hochsteden zu Nothausen zur zweiten Ehe geschritten.
  71. Wilhelm von Polheim ist ihr Bruder; zu ihrer Verwandschaft gehören: Johann von Kintzweiler Herr zu Müddersheim, Hermann de Graff, und Wilhelm von Uiffhausen genannt Suverlich.

Anmerkungen der GenWiki-Redaktion

  1. Druckfehler in Textvorlage: Antfdld
  2. 2,0 2,1 Gerichtlich einweisen, einsetzen; siehe Eintrag Immission. In: Pierer's Universal-Lexikon, Band 8. Altenburg 1859, S. 833. Digitalisat auf Zeno.org (07.03.2011)
  3. Öffentliche Versteigerungen eines Gegenstandes; siehe Eintrag Subhastation. In: Meyers Großes Konservations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 160. Digitalisat auf Zeno.org (03.07.2011)
  4. Vgl. dazu Berichtigung in diesem Heft
  5. Druckfehler in Textvorlage: gehangeu
  6. Druckfehler in Textvorlage: Urknnden
  7. 7,0 7,1 Linie gemäß übrigem Layout ergänzt
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