Amt Wildeshausen (historisch)
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Historische Hierarchie
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[bearbeiten] Wildeshausen
[bearbeiten] Alexanderstift
Zu Enger im Teutoburgerwald wird Widukind 803 begraben. Die Fertigstellung der von ihm in Wildeshausen gestifteten Kirche, konnte er nicht mehr erleben.
Das westmünsterländische Stift Vreden, welches durch eine Erbvogtei später eng mit der Burg Gemen verbunden war, soll um 839 vom Sohn Widukinds, Graf Wicbert (836-56, von Wigaldinghus oder Wildeshausen am Rande der späteren Grafschaft Calvelage) und dessen Frau Odrad oder deren Sohn Waltbert gestiftet worden sein, welcher hier seine letzte Ruhestätte fand. Waltbert hatte Besitz in Osterbac und Prast bei Arnheim, welchen er 834 der St. Martins Kirche in Utrecht, im Gau Insterlaka schenkte. Er reiste 850 nach Rom und brachte 851 Reliquien aus Italien mit nach Sachsen. Dabei reiste er u.a. durch Steinfurt im Dreingau, Holzdorf im Lerigau und Heribeldiu im Hettergau.
Am 17.10.872 schenken Wallbert und seine Gattin Altburg zum Seelenheil ihrer Eltern Wibert und Otrad, der Kirche zu Wildeshausen im Lerigau am Fluß Hunta, die Ansiedlung Wildeshausen mit den Eigenbehörigen zu Holtorp, Holthusen, Farnthorpe, Estithorpe, Ivorithi, Sega, Hohenstedi, Dungestorpe, Luttau, Holenwide und Berghegenon.
[bearbeiten] Vogtei
Sohn Wigbert, danach dessen Brudersohn sollen der Stiftung vorstehen. Wicbert, Vogt von Wildeshausen war zunächst königlicher Diakon und später Bischof zu Verden (874-908). Er schenkte seine Erbgüter in Westfalen der Kirche zu Verden.
Zur Zeit Waltberts war Wigmann (855) Graf im Hamaland. Es waren Billunger, welche später die Vogteirechte über die Stifter Herford, Wildeshausen und Vreden im Westfalengau ausübten.
[bearbeiten] Billunger
Egbert der Einäugige, Graf im Düffelgau, Drente, Salland, Hamaland und Vogt von Gennep, war Sohn Wigmanns I., Graf von Wigmodien und seiner Frau Frederuna. Er war durch Heirat der Tochter des Everhard Uurach (944 / 960, +966) Vetter Kaiser Ottos I. geworden. Seine Schwäger waren Dietrich von Franken, Bischof von Metz, (964-984), Berengar, Bischof von Cambrai (956-957) Unruoch, Graf in Teisterband (981, +1026). Egberts Sohn Eberhart starb 978.
Nach Egberts Tod schenkte Kaiser Otto II. dem Kloster Memleben (an der Unstrut bei Merseburg), den Ort Wildeshausen mit dem Alexanderstift und weiteren Gütern in Ammeren (Ommerland), Lohne und Drebber. Die genannten Orte lagen alle in der Grafschaft (Lerigau) der Grafen Bernhard (Pfalzgraf von Werla, „princeps militae“, „dux“, Sohn des Billunger Markgrafen Hermann) und Eilhard. Die Güter waren im Tauschwege von Bischof Liutolf (970-978) von Osnabrück an ihn gekommen.
Einen weiteren Sohn nannte Egbert der Einäugige nach seinem Vater: Wigmann (+1016). Erbbegräbnisstätte dieser Familie war weiterhin Vreden. Das Westmünsterland mit Vreden und die Grafschaft Calvelage im Lerigau, kam nach dem Tod des Grafen Wigmann im Jahre 1016 an den Grafen Hermann von Eenham, Sohn Gottfrieds von Verdun und der Billungerin Mathilde.
Noch zu Lebzeiten Hermanns von Eenham (+1027) kam es unter seinen Kindern zu einer Erbteilung, in deren Verlauf der älteste Sohn Hermann (von Calvelage, von Ravensberg, von Vechta) die Grafschaft im Westmünsterland und den Lerigau um Wildeshausen mit dem Sitz Calvelage erhielt, während Gottfried (1030/1060) Graf in Westfalen und im Stevergau mit dem Sitz Cappenberg und Besitz im sächsischen Westfalen bekam. Andere Besitzteile fielen an die Tochter Berthilde, welche Äbtissin zu Gandersheim wurde, den Sohn Gregor – Archidiakon zu Lüttich und die Tochter Mathilde (+n.1039), welche zumindest die Markgrafschaft Eenham durch Heirat 1015 an Reginhar V. von Bergen / Mons, Graf vom Hennegau (1014-1067) brachte und damit eine langwierige Auseinandersetzung der Familien um den Methingau beendete. Gräfin Richilde von Bergen/Mons brachte 1051 dann den Hennegau mit Bergen (Mons) an Graf Balduin von Flandern. Balduin IV. von Flandern hatte im Jahre 1033 die Burg Eename zerstört.
Die in der Ammerburg, im Ammerland (Ommenland) und Wildeshausen ansässigen Billunger nannten sich Grafen von Oldenburg. Hier kann die alte Stammburg der ammerländischen Billunger vermutet werden. Ein Seitenzweig des oldenburger Grafengeschlechtes nannte sich ab 1150 auch „von Wildeshausen“.
[bearbeiten] Äbtissin im Alexanderstift
- Erste Äbtissin in Vreden wurde Gräfin Bertradis aus der Familie der Stifter.
- Waltberts Tochter Mathilde (891-915) heiratete einen Grafen von Ringelheim bei Salzgitter. Nach dessen Tod wurde die Ww. Mathilde Äbtissin von Herford.
- Ihre Tochter Imma (von Ringelheim) (915-945) folgte ihr im Amt.
- Etwas später folgte ihr wiederum eine Imma (995), Tochter des Billungers Hermann (953/973), Vizeherzog von Sachsen. Deren Schwester Hatwig von Sachsen (+ 04.07.1014), war Äbtissin von Vreden und Gernrode im Harz.
[bearbeiten] Herrschaft und Vogtei
- um 1100 Grafen von Oldenburg /von Wildeshausen
- 1229 Vogtei dem Erzstift Bremen zu Lehen aufgetragen und belehnt worden.
- 1270 Aussterben der Linie im Mannesstamm, das Lehen war erledigt und fiel an Bremen zurück.
[bearbeiten] Amt / Herrschaft Wildeshausen
- um 1500 nach mehrfacher Verpfändung als Amt an das Hochstift Münster
- 1634 als Amt an Schweden
- durch den Westfälischen Frieden 1648 als Amt an das schwedische Herzogtum Bremen und Verden
- 1679 als Amt im Pfandbesitz des Hochstiftes Münster
- 1699 erneut an Schweden
- 1700/14 an Hannover
- 1803 vorübergehend, 1813/26 endgültig an Oldenburg
- 1946 an das Land Niedersachsen.
[bearbeiten] Bibliografie
- Haase, C. Mittelalterliche Rechtsquellen der Stadt Wildeshausen, 1953
- Lübbing,H., Jäckel, W., Geschichte der Stadt Wildeshausen, 1970
- 1270-1970 700 Jahre Stadt Wildeshausen. Hg. von Borning H., 1970
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